Was bedeutet "alte Schatzung" - "moderierte Schatzung"

Hallo zusammen,
ich bin heute in einer Kopie des "H�user-Registra Ambts Werne" von 1668 �ber die Begriffe "alte Schatzung" und "moderierte Schatzung" gestolpert. Dahinter verbergen sich ganz offensichtlich die Abgabenbelastungen der aufgef�hrten H�fe.
Ich interpretiere die "moderierte" Schatzung als eine neue Bewertung. Meine Frage ist: Gab es damals eine "Steuerreform", die dies zur Folge hatte?

Was ich �brigens interessant finde ist, dass bei den H�fen mit hoher Belastung (alter Schatzung) eine deutliche Reduzierung nach moderierter Schatzung eintrat, aber bei denen mit mittlerer und geringer Belastung diese Reduzierung nicht entsprechend gleich hoch ist. Das hat zur Folge, dass H�fe mit mittlerer Belastung nach "neuer" Berechnung mehr Abgaben zahlen mussten, als diejenigen, die vorher "Spitzenreiter" waren. Das mag aber sicher Zufall und nicht mit einer Beg�nstigung der "Reichen" zu erkl�ren sein... :wink:

Trotzdem w�rde ich gerne wissen, was der Anlass f�r die Unterscheidung zwischen alter und moderierter Schatzung war.

Danke und noch einen sch�nen Sommertag!
Oliver (Soddemann)

Hallo Oliver,
ich habe da im Moment keine Anwtrot auf die Deinige Frage, mir f�llt nur ins
Auge der ortsname Werne - hast Du da auch Namen in Deiner Kopie der H�fe in
(59368) Werne an der Lippe, oder ist es ein anderes Werne, bitte?
Falls es dies ist, w�rde ich versuchen frau M�llemann-Fertig im Stadtmuseum
Werne anzumailen mit Deiner Frau, sie ist Historikerin und wird sicher auch
selbst interessiert sein an Deiner Frage.

Beste W�nsche,
Juergen-Theodor

Hallo Oliver,

meines Wissens nach wurde gesch�tzt wieviel jemand an Steuern zu bezahlen
hatte, in dem man auflistete wieviel Land zu einem Hof geh�rte, wieviele
Geb�ude, Vieh, Gefl�gel, M�gde, Knechte und so weiter.
Manchmal wird ein St�ck Land verkauft, die Magd heiratet. Vieh wird verkauft
und dann stimmt der Schatzzettel nicht mehr.

Na gut mein Urgro�vater lebte etwa zweihundert Jahre nach der gefragten
Zeit. Er war Gemeinderechner und rechnete f�r die umliegenden Bauern, die
Steuern zum Grundbesitz aus.

Als meine Eltern noch aktiv Landwirtschaft betrieben kam jedes Jahr jemand
und hat sich nach Geb�uden und Vieh erkundigt. Dies liegt zwar schon lange
zur�ck, aber deshalb kam ich auf obiges. Wer es besser wei� m�ge mich
korrigieren.

MfG

Petra Burbach

Lieber Oliover,

handelt es sich um eine landesherrliche Schatzung oder um eines der herrn einer Herrlichkeit etc? Es k�nnte z.B. sein, dass die Herrschaft die L�ndereien neu vermessen hat durch einen Landmesser oder dann die Gr��e der H�fe sich durch Abspliss von Kotten oder durch Teilungen oder Hinzu- oder Verk�ufen von Land ver�ndert haben. Vielleicht hat auch der Gutsherr H�fe oder Teile davon eingezogen und sie seinem eigenbewirtschaftl. Besitz zugeschlagen. Dies kann alles dazu gef�hrt haben, dass sich die Gr��e der H�fe und damit ihre Steuerkraft ver�ndert hat. Mit Sch�tz hat das weniger zu tun, wie Petra vermutet, sondern eher mit Schatzen als einen Schatz zusammen tragen als Steuern erheben im eigentlichen Sinnen. Es kann auch sein, dass bestimmte L�ndereien urspr�nglich steuerfrei waren und sich dieser Status ge�ndert hat. Im Rheinland kam dies zwar nicht vor, vielleicht aber im M�nsterland. Oder handelte es sich bei dieser Schatzung um eine Kopfsteuer oder Verbrauchssteuer von Getreide? Kann es sich auch um eine Viehsteuer gehandelt haben?

Gru�

Frank

Hallo Frank,
vielen Dank f�r deine Mail mit den neuen Impulsen.
So wie ich es lese handelt es sich um eine landesherrliche Schatzung. Der Grundherr, wenn ich es in der Spalte "wehme zustendig" richtig lese, ist das Haus L�dinghausen "L�dinghau�". Allerdings sind in der Liste auch weirere H�fe genannt, die anderen Grundherren Abgaben zu zahlen hatten, die ebenfalls nach "alter" bzw "moderierter" Schatzung unterscheiden.
Dieses Register ist auch ein Vordruck, in den die Daten handschriftlich eingetragen wurden, daher k�nnte es vielleicht doch um eine landesherrliche Schatzung gehen, oder?

Viele Gr��e,
Oliver