Hallo Dirk,
Für meine Recherchen habe ich auch gedruckte OFB gelesen. In diesen OFB fehlten leider die Taufzeugen. Aber ohne diese kann man keine seriösen Familienverbände dokumentieren. Viele Einträge waren widersprüchlich.
Die eigenen Vorfahren und ihre Beziehungen sind schon für den Nachfahren kompliziert genug. Kommt noch hinzu das Daten vor ca 1820 eh mit Vorsicht zu benutzen sind. 99% der Betroffenen konnten damals ihre Einträge, die Pfaffen bzw Küster machten, wegen Lesen-Unkunde überhaupt nicht nachvollziehen. Zudem wurde der FN durch den Pfarrer nach Gehör in Buchstaben umgewandelt. Außerdem habe ich z.B. in ev KB Mecklenbg ein unehl. Kind, daß dann im Duplikat plötzlich ehelich wird. Damit fielen 150 Jahre Vorgenerationen weg. Auch zu Standesamtzeiten gibt es in meiner Forschung 2 Fehlbeurkundungen.
Ich mußte viel Akribie aufwenden, um dies zu erkennen. lt. online Quellen ist einer meiner Urgroßväter mit 6 Jahren verstorben. Und wiederum dessen Vater schon mit 14 Jahren lt OFB. (Der Autor weiß nichts vom vorzeitigen Umzug des 14 Jährigen aus dem Bereich des OFB.)
Leider zu spät fiel mir zu dieser Thematik eine Doktorarbeit in die Hände, dessen Autor ebenfalls diese OFB Quellen für sein Thema nutzen wollte und eben dann festestellte, daß nur 75% davon realistisch sind. Diese OFB hätten mich ca 160 Euronen gekostet. Für die Benutzung habe ich sie mir natürlich abkopiert.
Nach diesen Erfahrungen traue ich nur noch meinen Augen.
Zum Glück gibt es ja nun auch noch Forscher, die der Allgemeinheit die OFB kostenfrei zur Verfügung stellen. An dieser Stelle besonderer Dank an diese Menschen. Im Gegensatz dazu erscheinen hier in den Listen eigenartigerweise meist gerade vor Weihnachten stets die kostenpflichtigen OFB Offerten. - Ahnendaten sind für mich Kultur. Und Kultur sollte für Alle nutzbar sein und nicht nur für Die mit dem dicken Geldbeutel. Und überdies empfinde ich es auch als wenig nachhaltig, daß im 21.Jahrhundert dafür auch noch ein Baum sein Leben lassen muß. Eine CD für 5 Euronen wäre da angemessener. Übrigens rattern die Disketten meines Vaters aus den 80er immer noch die Daten fehlerfrei heraus.
Darüberhinaus habe ich feststellen müssen, daß die betroffenen OFB Autoren, egal ob Professioneller oder kostenfrei Enthusiats, selten auf Ergänzungen reagieren.
Nach diesen Erfahrungen empfinde ich OFB eher als Illustration bzw. Prüfung meiner eigenen Recherche. Für wissenschaftliche Arbeiten halt nicht genügend aussagefähig. - Ein Aussenstehender kann halt nie für alle Ortsfamilien belastbare Strukturen dokumentieren. Allein schon wegen der vielen Schreibfehler und Unlerserlichkeiten in den Originalen.
Am Besten empfinde ich die Struktur von ancestry: Zum Suchen Transcribtion und zum Lesen das Original.
Nun gibt es event. auch noch die Hobbyforscher, die "schnell" ans Ziel wollen. So werden dann Lesefehler etc. munter weiter gegeben.
Oder es werden eben vollkommen falsche Erwartungen geweckt:
ich finde OFB unversichtbar, da es nicht in allen regionen und zu allen Zeiten Kirchenbücher vorhanden sind.z.B. in Strelitz sind vor 1799 die Kirchenbücher
verbrannt.Somit würde ich mich sehr freuen, wenn Du Deine tolle Arbeit .......
Gut empfinde ich die Struktur von ancestry: Zum Suchen Transcribtion und zum Lesen das Original.
Beispielgebend empfinde ich das polnische BaSIA und Poznan projekt. Da spendet man gern etwas, weil die Benutzung für ALLE möglich ist.
Viele Grüsse aus Berlin
Reiner Wodoschek