Wappenzuordnung auf Epiatphen zu adligen Familien

Sehr geehrter Herr Gerhard Brahtz. sen.

Sie wollten folgende Fragen beantwortet haben:

1.) In welcher Kirche befinden sich die drei "schönen" Epitaphe
    mit den verschiedenen Wappen?
Burgscheidungen, in der Nähe von Laucha, Burgenlandkreis, südliches
Sachsen-Anhalt

2.) Um wessen Epitaphe handelt es sich?
An der nördlichen Chorwand 2 aufeinander bezogene Epitaphien für
Christoph von Wiehe († 06.04.1563) und seine Ehefrau Magdalena, geb. von
Saldern (* 1514 † 17.06.1580), über einem Inschriften Sockel knien die
Verstorbenen vor dem Kruzifix, darüber, von Säulen getra-gen, eine
übergiebelte Attika mit Ahnenprobe, auf den Giebelschrägen Engelputten.
Das männliche Epitaph im Giebelfeld signiert und datiert 1569. Es zeigt
acht Ahnenwappen: v. Wiehe, v. Draxdorf, v. Werthern, v. Kuttenauer , v.
Hopfgarten , v. Hanstein , v. Zebitzer , v. Reinstein und trägt die
Inschrift „Als man zählte nach Christi unseres See-ligmachers Geburt
1563 den 6. April, ist in Gott seliglich von dieser Welt abgeschieden
der Edle, Ehrenfeste und gestrenge Christoffel von Wiehe auf
Burgscheiding Erbsaß. Gott sei ihm und uns allen gnädig.“

3. Das prachtvollste Epitaph erinnert an Christoph von Wiehe († 1608)
und seine Frau Ma-ria, geb. von und zu Bendeleben († 1603). Es ist von
starker Plastizität und größerem Formen-reichtum, (datiert 1598). Die
Platte mit dem knienden Ehepaar ruht auf 2 Säulen, daran gelehnt Madonna
und Christophorus, auf der Rückwand unten Inschriftenplatte, hinter den
Knienden 3 Reliefs, Kreuzigung zwischen Anbetung und Auferstehung, im
Aufsatz Himmelfahrt, über dem Giebelabschluß freiplastische
Deesis-Gruppe. Von besonderer Qualität die Fülle des Ornaments an den
rahmenden Architekturteilen. Es zeigt folgende Wappen:
(Rechts, v.o.n.u.) v. Wiehe, v. Saldern, v. Draxdorf, v. Dorstedt, v.
Werthern, v. dem Knese-beck, v. Kuttenauer, v. Halftern ,
(Links, v.o.n.u.) v. Bendeleben, v. Seebach , v. Witzleben, v.
Wallenfels , v. Nißmitz, v. Wolframsdorf, v. Mansdorf , v. Schleinitz
(Unten, v.l.n.r.) v. Jagow, v. Zebitzer, v. Gustiner, v. Hopfgarten, v.
Hanstein, v. Thal, v. Brandstein, v. Gutmann , v. Freckleben , v. Pflug,
v. Brandstein, v. Schleinitz.
(darunter nochmals) v. Reinstein, v. Veltheim, v. Harras, v. Barbei (Barby )

4. Das 4. Epitaph für Ludwig von Wiehe (* 1556 † 16.02.1596, war
vermählt mit Anna von Bendeleben, a.d.H. Bendeleben), an der südlichen
Schiffswand: Der gerüstete Verstorbene kniet auf gebauchtem, mit
Beschlagwerk verziertem Inschriftensockel, hinter ihm eine gemalte
Landschaftsszenerie in wappengeschmückter Rahmung (16 Wappen) mit
Rollwerkwangen.
(Oben, v.l.n.r.): v. Wiehe, v. Saldern, v. Draxdorf, v. Dorstedt
(Links, v.o.n.u.): v. Werthern, v. Kuttenauer, v. Hopfgarten, v. Hanstein
(Rechts, v.o.n.u.): von dem Knesebeck, v. Halftern, v. Thal, v. Gustiner
(Unten, v.l.n.r.): v. Zebitzer, v. Reinstein, v. Veltheim, v. Jagow
Im Aufsatz Auferstehungsrelief, als Bekrönung das Brustbild Christi. Das
schöne Epitaph und das vorgenannte dienten mit als Vorbild für die
barocken Epitaphien in der Stadtkirche von Nebra.
Der Altaraufsatz stammt aus der 1. Hälfte des 18. Jh. Das Gethsemanebild
zwischen übereck gestellten verkröpften ionischen Säulen, im Aufsatz
Gemälde der Kreuzabnahme, als Bekrönung der Auferstandene. Steinerne
Kanzel um 1600, der runde Korb auf Mosesfigur, an der Wandung zwischen
kannelierten Pilastern die Reliefs der Evangelisten. Im Westen des
Kir-chenschiffes befindet sich ein kleines barockes Orgelprospekt.
Taufstein Mitte 16. Jh. (zw. 1539 und 1580, stand früher in der
Patronatsloge, jetzt im Schiff davor), am 8seitigen Fuß Evangelisten und
Salvator mundi, am unteren Teil der Kuppa Engelsköpfe, oben großes
umlaufendes Wappenfries. Stifter dieses Taufsteins waren vermut-lich
Christoph von Wiehe und seine Ehefrau Magdalena, geborene von Saldern,
was aus den Ahnenwappen hervorgeht, die den Taufstein umgeben. v. Wiehe;
v. Saldern, v. Draxdorf, v. Dorstedt, v. Werthern, v. Knesebeck, v.
Hopfgarten, v. Thal, v. Hanstein, v. Gustiner, v. Zebitzer, v. Jagow, v.
Reinstein, v. Veltheim. Das Becken wird von einem zweizeiligen Bibelvers
eingefasst.

Können Sie die Reihenfolge der Familie erklären?
Sind Ihnen die Familien Barbei und Halftern bekannt? Über diese habe ich
bisher nicht herausfinden können. Auch die Familien von Freckleben und
Mansdorf sind sogut wie unbekannt. Gibt es noch ander Verbindungen Ihrer
Familie in das untere Unstruttal? Kenn sie vieleicht die adligen
Familien: Knut(h) / Knaut(h), v. Rockhausen, v. Scheidingen?

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen
Rüdiger Bier
http://www.Rittergut-Kirchscheidungen.de.tf

----- Originalnachricht -----