Hallo Mitstreiter/innen
das Thema hatten wir schon mal. Leider ist bisher keiner auf die Idee gekommen, im Archiv nachzusehen:
Nun zu den Fakten: Wanderarbeiter aus Ostpreussen gab es schon im 19. Jahrh.: siehe Sachsengaenger: Diese Leute gingen saisonweise nach Sachsen und kehrten meist auch wieder nach Ostpreussen zurueck. Ende des 19. Jahrh. wurden viele von den Zechen im Ruhrgebiet angeworben (Instleute, nachgeborene Bauernsoehne usw.). Sie blieben meist im Ruhrhgebiet (von 7 Geschwister meines Opas waren es 5). Es gab auch welche, die gingen gezielt ins Ruhrgebiet um Geld zu verdienen und sich dann in Ostpreussen eigenes Land zu kaufen (Habe ich auch in der Verwandtschaft). Durch die Abschnuerung Ostpreussens und den Verlust von Westpreussen bzw. auch der Soldauer und Memelgebiete nach dem ersten Weltkrieg verliessen Deutschstaemmige diese Gebiete und gingen um 1920 ins Ruhrgebiet. Ende der 20. Jahre gingen grosse Gueter in Ostpreussen Pleite und wurden gesiedelt. Einige der Zwangsausgesiedelten kehrten darauf hin nach Ostpreussen zurueck, um hier Siedlungsstellen zu uebernehmen (bei uns im Dorf (Baumgarten Krs. Rastenburg) hatten wir dann Leute aus Russland, Westpreussen und Polen). Es gab auch Leute, die mit dem Leben im Kohlenpott nicht klar kamen und deshalb wieder in die Heimat zurueckkehrten (habe ich auch in der Verwandtschaft).
Nun eine Zusammenfassung: Wanderbewegungen Richtung Industrie am Ende des 19. Jahrh. bis in die 20.zigerJahre (Sachsen, Berlin, Ruhrgebiet) gab es zu Hauf. Rueckwanderungen nur in geringen Ausmasse.
Jetzt koennt ihr mich verhauen, wenn Euch meine Ausfluesse nicht passen.
Ein erfolgreiches Jahr 2008
mfG Bernd
