Wanderjahre

Hallo Listies, Uwe, Mathias,

die Wanderjahre SIND ein Hindernis, wenn man versucht die Herkunft des betreffenden Handwerksburschen zu finden. Ich habe 5 F�lle, wo ein Geselle sich in einer anderen Gegend (heute anderes Bundesland) niedergelassen, oder von ausw�rts eine Braut mitgebracht hat. Alles vor 1870, in zwei F�llen vor 1800.
Ich habe in den Listen der Herkunftsl�nder und der Niederlassungsl�nder gefragt, wie es mit Zunftregistern, oder wie das heissen mag, aussieht, denn Lospsrechungen oder Meisterpr�fungen m�ssten doch dort verzeichnet sein. Bisher ohne R�ckmeldung.
Vielleicht sollte man sich einfach direkt an die jetzigen Handwerkskammern/-innungen wenden? So mutig war ich aber noch nicht.

Gruss
Colette (Llorca)

Hallo, bin selber Handwerksmeister,durch den Krieg nicht auf der Walze, daf�r beim Kommis,weiter weg als man als Handwerker gewagt h�tte.Mitglied einer Innung ist mir bekannt das die sogenannten Meisterrollen gef�hrt wurden.Auchdie Gesellenlisten bestehen.Die Innungen haben solches einige Zeit aufbewahrt,unter Umst�nden auch Abschriften abgelegt,dann aber die Akten an die Staatsarchive gegeben. Also der Anfang einer Forschung ist die Zunft(Innung) feststellen welcher Beruf und dann eine tel.Anfrage bei der n�chsten Kreishandwerkerschaft.Diese helfen dann weiter.Pber der Kreishandwerkerschaft kommd dann die Handwerkskammer, diese auf L�nderbasis.
Allerdings, wenn nicht gerade selbst Genealogen, sind die Handwerker wenig auf solche Anfragen eingestellt, daher hilft freundliche Geduld.Und wenn Anfragen stets mit frankierten R�ckbrief !
Schwenke Maschinenbaumeister

Hallo Colette, Hallo liebe Liste,

ich habe gerade selbst letzte Woche in den Amtsbüchern der Zünfte / Ämter im Stadtarchiv von Lübeck gestöbert. Dort gibt es Aufzeichnungen für jedes Amt (ich habe bei den Tischlern, Bautischlern, Drehern und Stuhlmachern nach meinem Vorfahren Musyal aus Breslau gesucht) bis ins 1600 Jahrhundert mit Einschreibung (zur Lehre) und Freisprechungen (zum Gesellen) und "Ernennung zum Meister".

In Lübeck gibt es darüberhinaus für ein bzw. verwandte Ämter (hier Tischler und Stuhlmacher) eine Zettelkartei, in der für jede Person eine Karteikarte angelegt wurde mit allen Ereignissen (Einschreibung, Freisprechung, Hauskauf, Eltern etc.), die sie betreffen.

Ich weis auch, dass z.B. die Zunftbücher von Malchow/Mecklenburg z.T. im Landesarchiv von Schwerin liegen, zum Teil im (derzeit geschlossenen) Stadtarchiv von Malchow.

Neuere Unterlagen liegen zum Teil noch bei den Zünften oder deren Innungsmeistern, so liegt mir z.B. eine Kopie des Innungsbuch der Tischlerinnung Malchow vor (1875 - 1920) (müßte man eigentlich mit den Jahrestagen von Uwe Johnson abgleichen ...)

Auch ist vieles verloren, so ist z.B. in der Lübecker Bombennacht das Innungshaus in der Beckergrube mit Archiv abgebrannt.

Also ich würde mich zunächst an die Stadt- und Landesarchive wenden. Dann an die Kreis- und Landeshandwerkerschaft.

Viel Erfolg beim Forschen
Frank

Frank Warius
Sonnenberg 1, 21227 Bendestorf
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