Wanderjahre - Tippelei - Walz, Namensverbreitung.-

Hallo Herr Pommerening.-

Ich habe Ihren Artikel, der ja eine ganz neue Moeglichkeit der Forschung
betrifft mit grossem Interesse gelesen, und wuerde es begruessen, wenn es da
eine eventuelle Liste geben wuerde oder ein Forum oder aehnliches.
Mein Vorfahr Hinrich Siegholt tauchte als Schneider um 1710 in Seefeld,
Oldenburg auf.
Und zwar nur dieser eine, dessen Frau Grete (Familienname unbekannt) um
diese Zeit einen Sohn gebar. Andere Siegholt's gab es nirgends im noerdlichen
Oldenburger Land. Er war also verheiratet und hatte eine kleine Huette oder Haus
und ca. 700 m2 Land. Denke ich jetzt drueber nach koennte ja der Bauer, der
im diese Huette und das Land gab, sein Schwiegervater sein. Dem werde ich
jetzt nachgehen.-
Theoretisch waere es ja moeglich, dass er auf der Walz (er war Schneider)und
in Seefeld haengengeblieben ist.
In Kirchenbuechern lateinisch geschriebene Siegholt, naemlich Siccolt oder
auch aehnlich, gab es im Rheingau um 1650. Eine Verbindung konnte ich noch
nicht herstellen.

Gehoerten der Schneider- oder auch der Schiffszimmermannsberuf auch zu der
Zunft der Wanderburschen ?
Und koennte es z.B. sein, dass ein Schiffszimmermann geb. 1834 seine
Lehrzeit auf der Walz macht und dann als Schiffszimmermann mit einem fuer damalige
Zeit schon recht gut bezahlten Gehalt anmustert ?
Meine beiden Urgrossvaeter musterten damals als Schiffszimmermann auf
Segelschiffen an und ich habe mich gefragt wieso sie schon auf ihrer ersten Reise
so gut verdienen. Ein Wanderbuch oeder aehnliches habe ich nie gefunden oder
in der Familie davon gehoert.

Nach dem Krieg hatte ich als Seemann eine sogenannte "Wanderpersonalkarte".
Dieses war eine karte mit der man Kleidungsstuecke und Schuhe kaufen konnte.
Meines Erachtens gab es diese Karten nur fuer Seeleute.
Aber auch das Seefahrtsburch duerfte etwas vergleichbares zu einer
Wanderkarte, sein da es ebenfalls die Arbeitsdaten festhaelt.

Ich bingespannt, wie dieses Thema weitergeht. Es ist mit Sicherheit
interressant.
Noch einen schoenen Tag und viel Erfolg
Gralf Sieghold

Hallo Noch eine Erkl�rung. Die Wanderjahre waren bei den Handwerkern eine Qualifikation(heute Weiterbildung)man meldete sich bei der Innung/Zunft/Gilde ab und bekam einen Wanderpass,es durfte nur getippelt /gelaufen) werden deshalb auch nder Name Tippelbr�der.Man zog morgends fr�h los und kam gegen Abend irgendwo an, dorft fragte man nach einenHandwerker seiner Zunft.Dann ging man zu diesen und stellte sich mit seinem Zunftritual vor,ZB.Gott segne das ehrbare Handwerk und den Betrieb des sehr geehrten Meister und seiner Meisterin.Ich bin auf der Walz von..und strbe nach ....Hat der Meister f�r mich eine dringliche Arbeit ,so will ich diese sorgf�ltig verrichten.Hatte der Meister zuf�llig einen Gesellen n�tig, dann wurde er f�r diese aufgenommen,einquartiert und bek�stigt,es gab keinen Lohn, wohl aber bei Beendigung ein Handgeld.Hatte der Meister keine Arbeit, dann bot er den Gesellen ein Nachtlager ud Nachtmahl.Hatte er keinen Platz, bekam der Geselle ein Handgeld f�r eine vom Meister empfohlene Herberge.So zogen die Gesellen durch das Land sammelten Erfahrung.Ein Nebenerscheinung dabei war auch, das mancher Meister starb und seine Witwe einige Zeit den Betrieb weiterf�hren.
Kam nun ein schmucker Tippelbruder in einen solchen Betrieb und die Witwe fand gefallen an dem Gesellen und seiner handwerklichen Kunst, dann konnte eine Verbindung entstehen,die den Betrieb sicherten.,solche zumeist sehr erfahrenen Gesellen wurde dann auch schnell zur Meisterpr�fung zugelassen und wenn bestanden gern in der Innung aufgenommen,ich kenne eine ganze Reihe solcher Entwicklungen. Und wenn die Witwe auch etwas �lter war, so konnte der Geselle nicht das erarbeiten, was er so erheiraten konnte. Den Tippelbr�dern wurde oft �bles nachgesagt, unehrenhaftes Verhalten kam vor und wurde abgemahnt oder mit Ausschluss geahndet.Der Wanderpass hatte Eintragungen �ber Verhalten, Sittlichkeit und Flei�, dieses Buch mu�te bei der Meisterpr�fung vorgelegt werden.
Es wurde der Weg des Wanderer so mit den Wanderpa� nachgewiesen.Eine andere Nachweisung gab es nicht,das macht es heute sehr schwer etwas zu finden.Die Wanderb�cher der Meister kamen zu den Akten der Meisterpr�fung ,Sind diese verloren, ist auch nichts mehr nachvollziehbar nur durch Zufall w�rde man einen Eintrag finden unddas nur bei besonderen Ereignissen.
Die Herkunft wurde allerdings im der Bewerbung zur Pr�fung gefordertm wollte man doch wissen, ob er aus ehrbaren Hause kam.
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Hallo Listenleser,
zumindest in Hamburg mu�ten Fremde sich anmelden, n�heres dazu:
http://www.genealogus.de/fremdeinhamburg/index.html
Auch scheint ein Wanderbuch durchaus ein Legitimationspapier gewesen zu sein, so habe ich das Wanderbuch eines Vorfahren in seiner Hamburger B�rgerakte gefunden.
Also scheint mir au�er der Nachfrage bei Handwerkskammern auch die Suche nach anderen Quellen, in denen unsere wandernden und doch sehr mobilen Vorfahren erfa�t sein k�nnten, aussichtsreich.

Hallo Herr Siegholt,

ich hatte das Thema mal zur Diskussion gestellt in der Hoffnung mehr dar�ber
zu erfahren. Ich kann sagen, die ersten Berichte kommen herein und es gibt
zwischenzeitlich interessante Hinweise, haupts�chlich der, da� die Innungen
und Stadtarchive wohl der n�chste Ansatz sind.

Eine Liste kann ich nicht f�hren.

Ihr Sigholt - und der Name ist mir bisher auch noch nicht untergekommen.
Also suchen wir weiter......

Mfg
Uwe G.