Vortrag des Historikers Dr. Christopher Spatz "Heimatlos-Friedland und die langen Schatten von Krieg und Vertreibung" am 13. Feb. in Bremen

Liebe Leserr

das wär doch was

Gruss

reinhard donder

Mythos Friedland – nirgends lagen Freud und Leid nach dem Krieg so nahe beieinander wie
in jenem kleinen Ort bei Göttingen. Bei Friedland querten Millionen Menschen die
innerdeutsche Grenze von Ost nach West und durchliefen das niedersächsische
Grenzdurchgangslager. Unter großer öffentlicher Anteilnahme wurden hier nach Konrad
Adenauers Moskaureise 1955 die letzten Kriegsgefangenen empfangen. Bald darauf folgten
die Aussiedler, aus Pommern, Schlesien und Ostpreußen. Das Lager bedeutete für alle
Eintreffenden ein Durchatmen, aber auch Abschied und Endgültigkeit. Getriebenheit,
Verelendung und Rührseligkeit, Tod und Neuanfang bildeten in Friedland ein verstörendes
Nebeneinander. Was bedeutet es, entwurzelt zu sein? Wie erlebt und empfindet man das
Ankommen in einem neuen System?

Dr. Christopher Spatz erzählt
von dem entscheidenden Moment des Weltenwechsels und den Facetten der
Heimatlosigkeit. Zahlreiche Aufnahmen des Fotoreporters Fritz Paul, viele davon bislang
unveröffentlicht, bieten überraschende Blicke auf die Vertriebenen, Zivilverschleppten,
Heimkehrer und Aussiedler der Fünfzigerjahre.

Eingeladen ist auch Dr. Christian Paul. Er wird in einem
Kurzvortrag berichten, welche Erlebnisse in Zeiten von Weimarer Republik, Drittem Reich
und Zweitem Weltkrieg seinen im Kreis Sensburg (Masuren) geborenen Vater geprägt
haben.

Der Vortrag: Die Veranstaltung findet am 13. Februar 2020 um 18:00 Uhr im Wallsaal der
Stadtbibliothek Bremen (Am Wall 201, 28195 Bremen) statt. Der Eintritt ist frei!

Veranstalter sind die Bremer Landsmannschaften Ost- und Westpreußen e. V., die
Stadtbibliothek Bremen, der Landesverband Bremen im Volksbund Deutsche
Kriegsgräberfürsorge e. V. und die Buchhandlung GEIST.

Der Autor: Christopher Spatz, 1982 in Bremen geboren, promovierte 2015 an der Berliner
Humboldt-Universität zur Identität der ostpreußischen Wolfskinder. Er hat für die
Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung gearbeitet und die erfolgreiche Kampagne
der Gesellschaft für bedrohte Völker zur Entschädigung der Wolfskinder wissenschaftlich
begleitet. Für sein Wirken wurde ihm 2019 der Ostpreußische Kulturpreis verliehen.

Das Buch: „Heimatlos. Friedland und die langen Schatten von Krieg und Vertreibung“, Ellert
& Richter Verlag, Hamburg 2018, 224 Seiten, 19,95 Euro.