Vorkommen und Verteilung von Namen in Deutschland

Hallo in der Liste zu dem Thema:

>Herrn Prof. Udolph von der Uni Leipzig in allen Ehren, aber ist er der einzige professionelle >>Namensforscher in Deutschland wie Hans L. Vielhauer mitteilt?

Auch an der Universität Freiburg/Breisg. wird in dieser Richtung geforscht.
Kürzlich erwarb ich vier Drucktafeln zu den Namen Reif, Reiff und Raff, die ich irrtümlich in Verbindung brachte aber nun von Prof. Kunze berichtigt wurde, so dass beide Namensstämme nichts miteinander
zu tun haben.
Allerdings halte ich es höchst gefährlich für alle Universitäten, wenn die Namensvereilung Deutschlands ohne die historischen Ostgebiete einschl des böhmischen Raumes abgewickelt werden und nur mit den heutigen Telefonbüchern ermittelt werden.

Viele Grüße
Heribert Reif, Dortmund

"Heribert Reif" <HReif@gmx.de> schrieb:

Hallo in der Liste zu dem Thema:
Subject: Re: [NSL] Vorkommen und Verteilung von Namen in Deutschland
> >Herrn Prof. Udolph von der Uni Leipzig in allen Ehren, aber ist er der einzige professionelle >>Namensforscher in Deutschland wie Hans L. Vielhauer mitteilt?

Auch an der Universität Freiburg/Breisg. wird in dieser Richtung geforscht.
Kürzlich erwarb ich vier Drucktafeln zu den Namen Reif, Reiff und Raff, die ich irrtümlich in Verbindung brachte aber nun von Prof. Kunze berichtigt wurde, so dass beide Namensstämme nichts miteinander
zu tun haben.
Allerdings halte ich es höchst gefährlich für alle Universitäten, wenn die Namensvereilung Deutschlands ohne die historischen Ostgebiete einschl des böhmischen Raumes abgewickelt werden und nur mit den heutigen Telefonbüchern ermittelt werden.

Viele Grüße
Heribert Reif, Dortmund

>Date: Fri, 11 Jan 2008 21:44:38 +0100
>From: Rüdiger Piechulla <Ruediger@Piechulla.info>
>Subject: Re: [NSL] Vorkommen und Verteilung von Namen in Deutschland
>To: Fritz Schote <f.schote@gmx.de>, Niederschlesien-L
><niederschlesien-l@genealogy.net>
>Message-ID: <4787D536.3080505@Piechulla.info>
>Content-Type: text/plain; charset=ISO-8859-1; format=flowed

>Hallo Fritz, Herr Prof. Hengst ist Mitarbeiter von Herrn Prof. Udolph.
>Viele Grüße Rüdiger
>AFritz Schote schrieb:
>> Liebe Listenleser............
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Hallo in die Runde,

auf dem Genealogentag 2007 in Ludwigshafen hat der in diesem Zusammenhang schon genannte Herr Mario Fraust einen interessanten Vortrag gehalten, wie er eben die Namensverteilung auch in Zeiten vor dem 2. Weltkrieg in den Griff bekommen will. (Im Herbst dieses Jahres, zum Genealogentag in Bad Elster, wird sein Beitrag gedruckt vorliegen.) Darüber gab es in Ludwigshafen eine heftige Diskussion, weil alle Herrn Fraust gern darin unterstützen wollten, nicht nur das Reichstelefonbuch von 1941 (oder ähnlich) für seine Landkartendarstellungen zu verwenden.
Aber woher soll ein studentisches >>Kleinstunternehmen<< andere Daten heranziehen können???

Und dass die Telefonverzeichnisse für die aktuelle Lage die einzige nutzbare Grundlage sind für die Herren Professoren Kunze, Udolph und Hengst und alle, die sich dafür interessieren, ist leider eine nicht änderbare Tatsache. Weil die Telefonverzeichnisse nicht immer ein zuverlässiges Abbild der realen Verhältnisse sind, bezeichne ich sie auch stets als >>Notnagel<< (was mir auch heftigste, jedoch unbegründete, Kritik von Herrn Professor Udolph eingebracht hat).

Ich habe zwei konkrete Orte, Aschaffenburg und Hof (Saale), im Vergleich Telefonverzeichniseintragungen zu reale Bevölkerungsdaten untersucht und dabei bei einigen Familiennamen gravierende Unterschiede feststellen müssen. Ich arbeite zwar an weiteren Orten, aber das ist ja auch keine Lösung, und schon gar keine für die eigentlich interessante historische Namensverteilung ...

Fazit: Jeder, der Herrn Fraust durch die Bereitstellung von (Massen-)Daten zu Namensvorkommen in der Vergangenheit unterstützen kann, der sollte das tun!

Bis Herr Fraust über weitere Fortschritte seiner Arbeit berichten kann, bleibt leider nur der Weg über die aktuellen Telefonverzeichnisse. Und hierbei ist das geogen-Programm von Herrn Christoph Stöpel wohl das günstigste Angebot.

Mit freundlichen Grüßen aus Aschaffenburg

Dr. Wilfried Schiller

Dr. Wilfried Schiller wrote:

auf dem Genealogentag 2007 in Ludwigshafen hat der in diesem Zusammenhang schon genannte Herr Mario Fraust einen interessanten Vortrag gehalten, wie er eben die Namensverteilung auch in Zeiten vor dem 2. Weltkrieg in den Griff bekommen will. (Im Herbst dieses Jahres, zum Genealogentag in Bad Elster, wird sein Beitrag gedruckt vorliegen.) Dar�ber gab es in Ludwigshafen eine heftige Diskussion, weil alle Herrn Fraust gern darin unterst�tzen wollten, nicht nur das Reichstelefonbuch von 1941 (oder �hnlich) f�r seine Landkartendarstellungen zu verwenden. Aber woher soll ein studentisches >>Kleinstunternehmen<< andere Daten heranziehen k�nnen???

Fazit: Jeder, der Herrn Fraust durch die Bereitstellung von (Massen-)Daten zu Namensvorkommen in der Vergangenheit unterst�tzen kann, der sollte das tun!

Herr Fraust hat dabei auch die etwa 750 Mill. Datens�tze von Familysearch verwendet.

Ich hatte angeregt, dass nicht klein/klein vorgegangen wird, sondern dass sich genealogische Verb�nde mit Udolph/Fraust einigen (damit man qualitativ 'bessere' Daten in diese Evaluierung einbeziehen k�nnte, aber merkw�rdigerweise stiess das weder auf der einen noch auf der anderen Seite auf ein Echo.
Kritikpunkt war auch, dass alle Namen zu allen Daten (Geburt, Heirat, Tod) verwendet wurden.
Es sollte alleine nur der Geburtsname verwendet werden und dokumentiert werden ob von Frau oder Mann erhalten (das habe ich mir gemerkt, da separat der Name "Kolbin" als Beispiel gew�hlt wurde ... und es stellte sich in der Diskussion heraus, dass diese Daten fast nur von Frauen stammten (d.h. Fehlanalyse des Namens Kolb(e) in der weiblichen Form als 'eigener' Name angenommen).

Man k�nnte also auf beiden Seiten VIEL lernen (ehe man solide Schl�sse ziehen kann), aber leider denkt nicht jeder so.
Der Ansatz ist SEHR interessant, aber die Analyse ist noch nicht ausgereift. [Man lese den Vortrag auf der CD des Ludwighafener Genealogentages]

Mit bestem Gruss
Hanno (V.J. Kolbe)

Hallo miteinander,

ich habe anhand des Telfonverzeichnisses 2002 (www.dastelefonbuch.de) auch
einmal die Namensverteilung für Namen aus Bredow (Havelland) untersucht.
Zum Beispiel Fitzner, ein eindeutig Schlesischer Name:

Wenn man daran denkt, dass während und nach dem 2.WK die Fitzner aus dem
Osten über Ostdeutschland eingewandert sind, unterwegs hängengeblieben und
nur wenige in den süddeutschen Raum gekommen sind, ist diese Verteilung
verständlich.

Zum Beispiel Bellin:

Wenn man weiß, das das Ländchen Bellin ganz in der Nähe liegt
(Ländchen Bellin – Wikipedia)
kann man schon von einer halbwegs historischen Verteilung sprechen.

Auch beim Namen Eichhorn weist die Verteilung auf das Gebiet hin, in dem das
Eichhörnchen eine größere Rolle spielte als im Flachland:

Der Name Grütte ist zwar nur 25 mal vertreten, aber eine Konzentration ist
schon erkennbar. Auch bei Heins (ca. 1800) oder Hindenberg oder
Kistenmacher.

Das war auf jeden Fall interessant für mich. Schöner wären jüngere Daten,
sind aber nicht so leicht zu bekommen.

Viele Grüße aus Bredow

Klaus-Peter (Fitzner)