Ein weiterer Versuch im Textformat von Freenet ...
Hallo Zusammen,
zunächst sucht der Familienforscher die Daten seiner Vorfahren und Angeben von deren Nachfahren. Weitere Hinterlassenschaften finden sich manchmal in Akten unserer Archive.
Persönliches ist unter diesen Stücken leider kaum zu finden. Viele von uns werden Kunst- und Krempel verfolgen. Schmerzlich sehe ich, wie für wenig Geld Erinnerungsstücke der Vorfahren für immer aus den Händen gegeben wird. Wie geht es Euch damit?
Der Forscher hier wird sich kaum etwas aus den Händen geben. Mich interessiert, was Ihr an persönlichen Stücken finden konntet, die eben nicht in Archiven aufbewahrt werden.
Ostpreußen:
Aus Ostpreußen sind in unserer Familie nur ganz wenige Fotos erhalten, die die Spuren der Flucht tragen. Dazu kommen wenige Schriftstücke und wenige Urkunden. Eine der Standesamtsurkunde stammt aus einem Register, das heute nicht mehr erhalten ist. Die anderen Jahrgänge sind Online. Leider ist es nicht möglich die vorhandene Urkunde dort zu ergänzen.
Ein sehr entfernter Verwandter und seine Schwester waren Kunstmaler. Von wenigen Bildern war es mir möglich Fotografien vom Auktionshaus zu erhalten. Andere Gemälde wurden versteigert und sind dann in unbekannten Besitz übergegangen.
Ein weitere Verzweig stammt von meinem Urururururgroßonkel ab. Nach Jahrzehnten konnte ich diesen bis an 1900 heran zurückverfolgen. Mit sehr großer Mühe gelang es mit von einem Zweig grade verstorbene kinderlose Nachfahren zu ermitteln. Trotz nahezu fehlender Aussicht gelang es mir jene Menschen zu finden, die den Haushalt auflösten. Diesem Glück folgte die Freunde von dort ein Foto eines Gemäldes der Tochter jenes Onkels fertigen zu können und das Geschenk einer Holzkiste antreten zu können. Hierin befanden sich persönliche Aufzeichnungen und zwei Briefe aus dem 19. Jahrhundert. Dies war ein wahrer Glücksfund!
In einer Kirche in Ostpreußen ist in einer Taufkammer der Name meines Ururururururopas zu lesen.
Hugenotten / Wallonen
Ein Zweig stammt von Hugenotten und Wallonen ab. Ein früherer Ahnenforscher hatte zwei Gemälde in seinen Besitz bringen können. Auf einem ist meine Urururururgroßtante zu sehen.
Schlesien
Hier gehört das Klassenfoto meiner Oma und ein Hochzeitfoto einer Urgroßtante zu den wichtigen Fundstücken, die ich wenigstens als Digitalisat habe. Diese waren im Besitz von Verwandten, die schon vor dem Krieg in den Westen Deutschlands zogen.
Das Foto des Bauernhofes meines Ururopas hat dann meine Oma ihrer Cousine geschenkt, bevor es die Digitaltechnik gab. Dies ist ein schwerer Verlust.
Wichtige Funde in Schlesien waren ein Grabstein eines Verwandten. Dieser tauchte auf, als der dörfliche Friedhof aufgeräumt wurde. Nach einer kurzen Zeit einer nicht historischen Ordnung sorgte die Natur wieder dafür, dass der Stein auf die Schriftseite fiel.
Im Raum um Hirschberg gibt es über der Eingangstür "Schlußsteine". In diesen sind Initialen zu finden. Nach Jahrzehnten wurde eine Inschrift über der Tür spontan freigelegt und die initialen meines Urururopas fanden sich dort. Weitere Initialen im gleichen Hof sind im Gussenstein und der Fensterlaibung des alten Backhauses.
In zwei weiteren Bauer(n)güter meiner Vorfahren fanden sich ebenfalls in den Schlusssteinen Initialen von Vor- und Nachnamen mit Jahreszahl.
Immer wieder sah ich mir das Gasthaus an, in dem meine Mutter nach dem Krieg kurze Zeit bei Ihrer Großtante untergebracht waren. Viele Male unbemerkt entdeckte ich dann neben der Treppe zum Dachgeschoß Initialen früherer Eigentümer oder Bewohner.
In einer Kirche der Region gab es an der Wand sehr altes Graffiti (ebenso in den Adelsbacher Felsen). Wenn ich mich richtig erinnere trugen auch die Holzbalken der Kirche Graffitispuren.
In Westfalen fand ich die Inschrift in einer Deele eines Bauernhofes von meinem Vorfahren.
Uckermark
Aus der Uckermark erhielt ich drei alte Fotos um 1980. Eines schickte ich an meinen Großonkel zurück und leider ist es bei seiner Tochter nicht erhalten geblieben. Ein sehr trauriger Verlust.
Hoffentlich berichten andere Forscher etwas über Ihre Fundstücke.
Viele Grüße
Martin