Verzeichnis schlesischer Kirchenbücher

Vielleicht erinnert sich noch jemand daran, daß uns vor einiger Zeit das
Verzeichnis schlesischer Kirchenbücher "verlorengegangen" ist, da der
Bearbeiter keine Lust mehr hatte und die Daten gelöscht hat.

Damit es nicht wieder vorkommt, daß so eine tolle Sammlung durch die Launen
eines Bearbeiters verschwindet, haben wir ja das GenWiki. Mit Marie-Luise
habe ich schon einen großen Teil der ursprünglich verwendeten Quellen
zusammengetragen und das Anlegen der über tausend Artikel im GenWiki könnte
losgehen.

Aufgrund der Menge sollten wir uns jedoch vorher gründlich Gedanken machen,
wie die Seiten aussehen sollen. Einen Entwurf haben Marie-Luise und ich hier
gemacht:
http://wiki-test.genealogy.net/Evanglische_Kirchengemeinde_Ketschdorf

Der Titel sollte wohl eher
Ketschdorf/Evangelische Kirchengemeinde
oder
Ketschdorf, Evangelische Kirchegemeinde
lauten.

Hat jemand Ideen, wie das aussehen könnte? Toll wäre natürlich, wenn sich
gleich jemand meldet, der sich etwas um das Verzeichnis kümmern möchte. Wie
gesagt, Quellenmaterial ist ganz gut vorhanden, man müßte sich einige
Mithelfer beim Eingeben suchen.

Gruß,
Jesper

- --
Jesper Zedlitz E-Mail : jesper@zedlitz.de
                  Homepage : http://www.zedlitz.de
                  ICQ# : 23890711

Hallo Jesper,

habt Ihr schon mit Klaus Liwowsky, dem Ersteller der Datenbank
gesprochen? Das Material hat er ja nicht gelöscht, sondern auf CD
einigen Bibliotheken und Archiven zur Verfügung gestellt. Seine
über jahrzehnte vorgenommene Zusammenstellung des Materials hat
nämlich schon die berühmte Schöpfungshöhe erreicht; daher sollte man
mit ihm unbedingt eine saubere Copyright-Lösung finden.

Wieso er das Material vom Server genommen hat, weiss ich nicht, aber
ich bin mir sicher, dass man eine einvernehmliche Lösung finden wird.

Zur Darstellung:

Klaus hat damals Quellenkürzel für die einzelnen Angaben verwendet.
Ich finde, man sollte diese auflösen und ganz normale Fußnoten, die am
Ende der Seite aufgelöst werden, verwenden. Der Vorkriegsbestand
stammt aus dem Werk von RANDT/SWIENTEK, für das man ohnehin mal eine
Seite anlegen müsste, so häufig wie das im schlesischen Raum zitiert
wird. Das kann ich machen.

Könnte es Sinn machen, den Kirchenbuchbestand direkt in den
Ortsartikel einzupflegen? Ich habe das damals so verstanden und bei
einigen Artikel zum Landkreis Rybnik auch gemacht:

http://wiki-de.genealogy.net/Czerwionka

Da Kirchenbücher ja Hauptquelle der Genealogie sind, sollten die recht
kompakten Nachweise in den Ortsartikel, finde ich. Bei meinem o.g.
Beispiel kommt man so zu einem übersichtlichen Artikel, vor allem,
wenn wenig historisches Material und Fotos vorhanden sind. Nach dem
gleichen Schema möchte ich nach und nach die restlichen Orte des
Landkreises Rybnik durcharbeiten, wenn ich wieder etwas Zeit finde.

Ansonsten bin ich übrigens auch in Bad Elster und hätte Zeit mich dazu
nochmal zu unterhalten. Ich habe mit Klaus über seine Datenbank schon
seit einigen Jahren korrespondiert, u.a. weil ich auch eine gedruckte
Version interessant fand.

Grüße,

Stefan

Stefan Guzy wrote:

Seine über jahrzehnte vorgenommene Zusammenstellung des Materials hat
nämlich schon die berühmte Schöpfungshöhe erreicht; daher sollte man
mit ihm unbedingt eine saubere Copyright-Lösung finden.

Das ist klar, daher können wir die Informationen nicht einfach so kopieren.
Marie-Luise und ich haben uns schon seine Hauptquellen und noch etwas mehr
Material besorgt:
* Silesia Sacra, historisches-statistisches Handbuch über das evangelische
Schlesien 1927
* Die älteren Personenstandsregister Schlesiens 1938
* Kowallis: A genealogical guide and atlas of Silesia 1976
* Puschmann: Die noch vorhandenen Kirchenbücher Schlesiens und ihre
derzeitigen Lagerorte 1978

Könnte es Sinn machen, den Kirchenbuchbestand direkt in den
Ortsartikel einzupflegen?

Das wird schnell unübersichtlich, insbesondere wenn es am Ort mehrere Kirchen
gibt. Das eine Kirchengemeinde meist mehrere Orte umfaßt, die von der Seite
der Kirchengemeinde aus verknüpft sind, macht die Sache noch schwieriger.
Schließlich gibt es noch den Fall, daß zu einer Kirchengemeinde Kirchen in
verschiedenen Dörfern gehören.

Gruß,
Jesper

- --
Jesper Zedlitz E-Mail : jesper@zedlitz.de
                  Homepage : http://www.zedlitz.de
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Hallo Jesper,

Wollt ihr denn nur die ev. Gemeinden darstellen?

Nein, gerne auch die katholischen. Nur habe ich dazu bisher wenig Material
gefunden. Puschmann erwähnt leider nur 36 katholische Militärkirchenbücher.
Im Kowallis könnten auch katholische Kirchen stehen, da muß ich mal zu Hause
nachsehen.

Bei den katholischen Kb in Schlesien kenn ich mich etwas aus:

Erzdiözese Breslau:

Kb-Verzeichnis existiert und ist recht aktuell. (Hab ich auch zu
Hause.) Vgl. Józef Pater: Pfarrbücherverzeichnis für das Erzbistum
Breslau, Regensburg 1998
[[Pfarrbücherverzeichnis_für_das_Erzbistum_Breslau]]

Diözese Oppeln:

Vollständig verfilmt; wird auch nach meinen Informationen immer frisch
nachverfilmt, wenn neue Bücher auftauchen; also der FHL-Katalog, bzw.
das o.g. Verzeichnis von PATER. Hier und da sind aber ein paar Angaben
im Katalog nicht korrekt, aber das kann man nur angeben, wenn man die
Filme selbst in der Hand hatte.

Diözese Kattowitz:

Kein Verzeichnis, keine Verfilmung, kein Zugang zu den Kb. Hier habe
ich durch Befragungen und einige Fachaufsätze selbst eine kleine
Übersicht in Vorbereitung.

Diözese Olmütz (für Südwestoberschlesien):

Einzelne Kb von grenzübergreifenden Kirchspielen liegen im
Staatsarchiv Troppau, gedruckte Bestandsübersichten von Gundacker
liegen vor (www.ihff.at). Hier müssten allerdings noch die
Grenzkirchspiele mit der einschlägigen Literatur (WOLNY, HOFRICHTER)
auf solche Fälle überprüft werden. Für die Duplikate habe ich selbst
eine Übersicht erstellt: Stefan Guzy: Kirchenbuchzweitschriften der
Diözese Olmütz auf preußisch-schlesischem Gebiet. In: Ostdeutsche
Familienkunde XVIII, Insingen 2007, 85–87.

Diözese Krakau (für einen Teil Ostoberschlesiens):

Nicht verfilmt, Kb-Verzeichnis nicht bekannt.

Einige Zipfelchen könnten noch zur Diözese Tschenstochau gehören, aber
da müsste ich nochmal nachschauen. Auch bei Niederschlesien könnte es
in Grenzbereichen kleinere Überschneidungen mit anderen Bistümern
geben, da kenne ich mich nicht so gut aus.

Generell gibt es ja noch den KAPS ("Quellennachweis für ostdeutsche
Kirchenbücher..."), nur meine Erfahrung zu Oberschlesien zeigen, dass
dort viele Bücher als verlustig geführt werden, die schon längst
wieder angefunden bzw. verfilmt worden sind. Daher würde ich dieses
Verzeichnis nur in Ausnahmefällen verwenden.

Darüber hinaus sollte das Verzeichnis der Zentralstelle für Genealogie
für die schlesischen Gebiete (liegt im Druck vor) ausgewertet werden.
Die Leipziger Bestände sind zwar vollständig verfilmt, aber ich finde
einen Verweis auf dieses Verzeichnis inhaltlich sauberer.

Die jüdischen Register Oberschlesiens sind übrigens fast vollständig
von unserem Kollegen Roger Lustig bearbeitet worden und dem Jewish
Records Indexing Poland-Projekt zur Online-Abfrage zur Verfügung
gestellt worden. (JRI-Poland | Preserving Jewish Records of Poland) Ich habe ihm
selbst auch einige Register aus oberschlesischen Archiven besorgt,
daher weiss ich um seinen umfangreichen Bestand. Er hat sogar schonmal
hier und da etwas im GenWiki gefixt, soweit ich das gesehen habe.
Vielleicht kann man ihn ja zu einer aktiven Mitarbeit überreden.

[Kb-Informationen nur in Kirchspielartikeln]

Das könnte für Oberschlesien problematisch werden, denn dort wurden die z.B.
Duplikate für Filialkirchen extra angefertigt, auch wenn für das Kirchspiel
ein einheitliches Kirchenbuch geführt wurde.

Hm, noch eine Schwierigkeit, die bisher nicht bedacht wurde.

Hier könnte man aber auch die Duplikate in den Hauptartikel nehmen,
oder?

Grüße,

Stefan