Ich glaube, viele haben Verwandte, die mit Ahnenforschung nichts zu tun haben wollen und andere, die erfreut und mit Interesse reagieren. Und offensichtlich sind die Probleme auch nicht neu.
Mein Zernecke-Verwandter, der 1900 ein Buch über seine Familie veröffentlichte schrieb über eine alte Tante: "Mitteilungen über ihren Vater, ihren Bruder, ihre Onkels usw. waren nicht von ihr zu erlangen. Trotzdem ich nur einmal, im Jahre 1880, sie um Auskunft gebeten hatte, eine Bitte die damals teilweise Erfolg hatte, wurde ein in den höflichsten Formen gehaltenes zweites Schreiben vom 7.Februar 1898 umgehend zurückgeschickt und in einem Anschreiben gesagt, dass ich sie "mit allen Schreiben verschonen" möge. Diese mir und meiner Arbeit wenig geneigte Gesinnung der Dame war recht bedauerlich. Aus Papieren ihres Vaters ist sie vielleicht imstande, sehr ausführliche Nachrichten über die jüngste Linie der Familie zu geben. Durch eine Unmenge Schreiberei habe ich freilich auch ohne ihre Hülfe einige Nachrichten über diese Linie der Familie erfahren können. Wie Herr Carl Ilisch [mein Großvater] mir mitteilte, besitzt sie eine mit Bildern versehene, geschriebene "Chronik der Familie Zernecke"."
Diesen Frust kann man schon nachvollziehen und so ist diese Bemerkung in dem Buch wohl auch eine kleine Rache. Die Tante starb dann zwei Jahre später in Breslau. Sie war unverheiratet und ich habe keine Ahnung, wer dann letztlich ihren Nachlass inclusive der Aufzeichnung bekommen hat.
Viele Grüße
Rotraud