Hallo in die Runde,
wie schon in dieser Liste geschrieben, habe ich den Schäfer Hinrich Gerdes
in Alt-Panstorf, Gorschendorf und Wüstenfelde nachweisen können. Jetzt habe
ich ihn auch in Röckwitz (Gützkow) gefunden. Er wurde dort Holländer und
dann Verwalter der Meierei Adamshof. Er wurde für damalige Verhältnisse mit
75 Jahren ziemlich alt, d.h. er wurde 1720 geboren. Wenn man sich die Orte
auf der Karte ansieht, dann stimmt es schon, dass die Schäfer ganz schön in
der Gegend herumreisten.
Nun habe ich aber das Problem den Anschluss an ihn zu finden. Er hatte in
Gorschendorf einen Sohn, nämlich einen Joachim Heinrich, der 1746 geboren
wurde. Exakt 1746 soll mein Vorfahr geboren worden sein, der im
nahegelegenen Neukalen gelebt hat. Er hieß jedoch nicht Joachim Heinrich
sondern Johann Joachim. Aus Erfahrung in Niedersachsen weiß ich, dass dort
auf die Vornamen überhaupt kein Verlass war, besonders wenn bei Eintragungen
die Pfarre wechselte. War das in Mecklenburg ähnlich, d.h. konnte aus einem
Joachim Heinrich bei der Geburt ein Johann Joachim im Sterbeeintrag werden?
Beste Grüße
Bernd Görtz
Hallo Bernd,
ich denke, auch in Mecklenburg war die Situation nicht grunds�tzlich anders als in Niedersachsen (dabei steht mir immer noch das Bild der meckl. Pastorenfrau vor Augen, die einmal im Jahr durch's Dorf rannte und festzustellen versuchte, wo �berall in den zur�ckliegenden Monaten Kinder geboren und von ihrem Mann getauft worden waren, um die dann im Kirchenbuch nachzutragen). Ich hatte schon �fter mal f�r eindeutig erkennbar identische Personen einen bunten Strau� von Namensvarianten in den Kirchenbucheintr�gen. Besonders die Auswahl (im Sinne von Rufnamen) und Reihung der Taufnamen einer Person war mitunter sehr Variantenreich. Hinzu kamen Feinheiten der Vornamensschreibung (Heinrich-Hinrich; Johann-Johannes-Hans; Joachim-Achim etc. etc.)
In Deinem konkreten Fall w�rde ich es grunds�tzlich nicht f�r unm�glich halten, wenn Joachim Heinrich XXX und Johann Joachim XXX dieselbe Person namens Johann Joachim Heinrich XXX abbilden w�rden. Stutzig machen k�nnte mich da eher das Lebensalter, wobei auch das durchaus noch im Toleranzbereich der damaligen Zeit lag. Statistische Angaben zur durchschnittlichen Lebenserwartung in fr�heren Jahrhunderten werden durch die damals swehr hohe S�uglings- und Kindersterblichkeit stark verzerrt.
In Familiengeschichten trifft man �brigens mitunter auf Aussagen, wie "er hie� Joachim Heinrich, wir nannten ihn aber stets Johann Joachim". Gr�nde f�r dergleichen, i.d.R. nicht-aktenkundige Umbenennungen werden wohl nur die Betroffenen selbst gekannt haben.
Gru�, Peter Starsy
----- B e z u g: Empfangene Nachricht -----
Guten Abend Peter,
da hast Du sicherlich recht, vielen Dank für die Beispiele, die ich ähnlich
auch in anderen Regionen gefunden habe. Ich glaube jetzt, nachdem ich das KB
Röckwitz immer intensiver ausgewertet habe, dass diese Namensverschiebung
tatsächlich stattgefunden hat. Der Schäfer Hinrich Gerdes ist definitiv von
Gorschendorf nach Klein Markow, dann nach Wüstenfelde und zuletzt nach
Gützkow bei Röckwitz gezogen. Im Röckwitzer KB steht bei seiner zweiten
Heirat der Hinweis auf Wüstenfelde. Es gibt jedoch ein Klein- und ein
Groß-Wüstenfelde und letzteres gehörte zum KSP Belitz (muss ich noch
auswerten). Dort muss seine erste Frau Maria Sophia Jäger gestorben sein.
Seine Kinder hat er natürlich nach Röckwitz mitgenommen und da taucht dann
tatsächlich ein "Johann" auf, d.h. der Joachim Hinrich scheint tatsächlich
ein Johann Joachim geworden zu sein. Sein Erscheinen im Geburtsregister ist
zwar "unrühmlich", denn er wird als unehelicher Vater genannt, aber mir ist
es eine große Freude. Wenn ich also in Wüstenfelde keinen anderen Sohn
namens Johann finde, dann habe ich den Anschluss wohl gefunden. Alles noch
etwas wackelig aber doch sehr wahrscheinlich, denn der Johann zog von
Röckwitz weg, d.h. er hat dort weder geheiratet noch ist er dort gestorben.
Nochmals vielen Dank
Bernd