Verständnisfragen zu Niederdeutschen Dorfbauten

Liebe Listenteilnehmer,

In einer niederdeutschen Quelle aus dem 16. Jh ist

1) von <Bhoden un Dw��h�sern> die Rede, also von Buden/kleinen H�usern und Querh�usern, in denen das Brauen - wohl wegen der Feuergefahr - nicht erlaubt war. Konkret geht es um die Gemeinde Petersdorf auf Fehmarn.

Wie habe ich mir diese Dw��h�ser innerhalb der Dorfarchitektur vorzustellen?

2) Wegen der Brandgefahr, <schall ock nemandt syn F�erfack mit Korne edder Stro beleggen>, also in /auf (oben drauf?) seinem 'Feuerfach' Korn und Stroh lagern. Dieser Feuerraum war nach meiner Interpretation au�erhalb der Wohnr�ume, m�glicherweise sogar im Freien. Denn an anderer Stelle ist von <V�erfacke sampt Hoffreden>, also Feuerfach samt Einfriedung die Rede. Man soll auch sein <D�rntzenb�hn nicht gantz unde gahr mit Stro beleggen>, also wohl �ber der Decke der beheizbaren Stube kein Stroh lagern.

Nachdem ich hoffentlich die Sprache verstanden habe, bleibt eben meine Vorstellung von dem hier Beschriebenen so lange vage, bis ich die Architektur dieser Geb�ude verstanden habe.

3) Die H�chststrafe besteht nach der Dorfordnung immer aus drei Tonnen Bier. Wieviel fasste dieses Hohlma� in Schleswig in der 2. H�lfte des 16. Jahrhunderts?

Wer von euch hat Kenntnis zu den angesprochenen Fragen?

Viele Gr��e
Peter (Teuthorn)

Hallo Peter,

da machst Du ja einen Griff in das Ungewisse, die Vielstaaterei hatte auch eine gro�e Vielfalt von Ma�en zur Folge.

ich fand

das Quart = 1,0711 bayer. Ma� = 1,1450 Liter [1,145 Liter (Bier- und Weinma� bis 1871)]
1 Eimer = 60 Quart
1 Biertonne = 100 Quart
Quelle: http://home.fonline.de/fo0126//geschichte/groessen/mas7.htm

Ich hoffe, Du wirst weiter f�ndig, leider ist S.-H. nicht vermerkt.

Gru�

Klaus

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Klaus Riecken
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ORTE
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Moorh�rn, Moorsee, M�ringen, Neuhoff/Wittenburg, Nortorf, Ochsenkoppel, Oldenh�tten/ Nortorf, Pl�n, Preetz, Rumohr, Sch�nbek, Sch�lp, Schwerin, S�ren, Stampe/Gut Quarnbeck, Stocksee, Stoffsee/Bovenau, Stolpe, Timaspe,
Wankendorf, Zarrentin

Hallo Peter,
Nachlieferung:
gleiche Quelle: Videokonferenz | DSGVO-konform | SIMPLE MEETING
K�nigreich D�nemark 1 Biertonne = 2,0485 bayer. Schenkeimer = 131,39 Liter (mit ihr wird auch Butter, Fleisch etc. gemessen)

Gru�

Klaus

Hallo Peter,
wie Du siehst, waren die Ma�e in jeder Gegend anders.
Klaus-Joachim Lorenzen-Schmidt: Kleines Lexikon alter
schleswig-holsteinischer Gewichte, Ma�e und W�hrungseinheiten (Wachholz
Verlag Neum�nster 1990):
Tonne als Getr�nkehohlma�
Altona und Hamburg: 1 Tonne Bier ^= 173,89 Liter;
Itzehoe dagegen 115, 93 Liter (S. 72)
Gru� Gisela L.

Hallo Peter,

Das Programm Gentools 6 kennt f�r Schleswig-Holstein eine kleine Tonne Bier = 115,93 Liter und eine Gro�e Tonne Bier = 173,89 Liter

MfG
Thomas Ohlmeyer

Hallo Peter,

ich hätte eine Theorie.

Auf dem Hof gab es nahe dem Wohnhaus einen Platz für das Feuerholz, das
Fuerfack. Der Dörntzenböhn ist nach meinem Verständnis eine
Trockenvorrichtung, er soll nicht komplett mit Stroh und Getreide belegt
werden, da es sonst nicht richtig trocknet, sich Gase bilden und sich das
Stroh selbst entzündet.

Zu 2)
Dieser unglückliche hat sich vermutlich nicht an die Brandverordnung
gehalten und der Holzlagerplatz fing Feuer, welches auf die Einfriedung
übersprang.

Ganz weit aus dem Fenster gelehnt würde ich sagen, das Dwäßhüser
Gemeinschaftsgetreidelagerstätten waren.

In meinem Dialekt ist wäaß, das Wort für Weizen. Ob man auf Fehmarn einst
Weizen anbaute entzieht sich jedoch meiner Kenntnis.

Vielleicht hilfts.

MfG aus dem Westerwald

Petra Burbach

Hallo Peter,

Füerfack auch Vüerfak = Feuerfach (auch Flett genannt) ist das Fach, die
Abteilung, im Bauernhaus in dem der Feuerherd steht.
Wobei es sicherlich um ein offenes Feuer ohne Schornstein handelte.

Die Häuser wurden in Fach eingeteilt. Vorne die Döntz (Stuben) mit den Schlaf-Butzen,
danach das Flett (Feuerfach), danach der Teil (je nach Hausgröße 1, 2
oder mehr Fach) für das Vieh (Diele).

Über dem Wohnteil (Döntz u. Feuerfach) gab es den Boden (Dörntzenböhn),
abgedeckt mit Eichenbohlen, als Lager für Getreide und Stroh.
Wenn für das Brauen lange das Feuer brannte staute sich die Hitze
wahrscheinlich an der Decke zu dem darüberliegenden Boden.

Dwäßhüser, verstehe ich als ein quer zur allgemeinen Ausrichtung stehendes
Haus. Vielleicht noch mit einem, wegen der Brandgefahr, zu geringem
Sicherheitsabstand zu den benachbarten Gebäuden.

Viele Grüße
Heinz (Rehfinger)

"Peter TEUTHORN" <p@teu-net.de> schrieb:

Nachtrag,

schaut mal bei wikipedia unter Fachhallenhaus

Viele Grüße
Heinz

"Peter TEUTHORN" <p@teu-net.de> schrieb: