Über den Holzhauserhof bei Türkismühle

heute in der Saarbrücker Zeitung, St. Wendeler Teil:

Historie aus der Hochwaldregion

Heimatgeschichtler Helmut Weiler schreibt über den Holzhauserhof bei
Türkismühle

In der Reihe „Hochwälder Hefte der Heimatgeschichte“ hat der Nonnweiler
Verein für Heimatgeschichte das 46. Heft herausgebracht. Es befasst sich mit
dem Holzhauserhof bei Türkismühle. Autor ist Helmut Weiler.

Von SZ-Mitarbeiter Gerhard Tröster

Türkismühle. „Holtzhausen. Dies Dorf liegt nicht weit von Gondersweiler,
wäre vor Zeiten in die Pfarr Bliederdinge gehörig und bis zur Veränderung
der Religion, ist an jetzo ruinos.“ Mit „Gondersweiler“ war Gonnesweiler
gemeint, mit „Bliederdinge“ der Ort Bleiderdingen bei Birkenfeld. Dieser
Eintrag in das Salbuch der Abtei Tholey im Jahre 1707 erinnert an die alte
Siedlung gleichen Namens, die vermutlich während des Dreißigjährigen Krieges
(1618 – 1648) verlassen worden ist und später wieder auflebte. Hier liegen
die Ursprünge des heutigen Holzhauserhofes, der das älteste noch existierende
Gebäude der Gemeinde Nohfelden aus der Zweibrücker Zeit ist, die von 1477
bis 1797 dauerte.

Helmut Weiler aus Türkismühle ist in dem kürzlich herausgekommenen Buch
der reichen Geschichte des Hofes, der einst aus mehreren Häusern bestanden
hat, nachgegangen. Ausgehend von den geschichtlichen Zusammenhängen schildert
er ausführlich die Bedeutung des Hofes unter Herzog Christian IV. (1735 –
1775) und unter Herzog Carl August II. (1775 – 1795). In der Ansiedlung
wohnten im 18. Jahrhundert verhältnismäßig viele Menschen, was aus dem
Verzeichnis der Haushalte hervorgeht. Da ist ein Heinrich Göbel, Kohlenbrenner und
Bergmann genannt, ein Johann Marion, Gestütemeister, und ein Ölmüller
Johann Türkis. Um ein Mehrfaches angewachsen war die Einwohnerzahl zur
Oldenburger Zeit im 19. Jahrhundert.
Mit vielen weiteren Themen beschäftigt sich Helmut Weiler auf den über 150
Seiten des Buches, zum Beispiel mit der französischen Zeit (1797 – 1806),
als Heinrich Hollinger Verwalter des Hofes war, sowie mit Beispielen zu
Verpachtungen und Versteigerungen. Der Autor nimmt auch die neuere Zeit des
Holzhauserhofes unter die Lupe geht unter anderem auf die Geschichte des
Forstamtes Türkismühle und auf die Neugliederung der Forstverwaltung ein. Sehr
genau hat er recherchiert, wer ab etwa 1830 die Bewohner des Hofes waren,
angefangen von dem Revierförster Hoffmann bis zum Büro von Forstdirektor
Werner Feldkamp seit 2005. Was das Buch auszeichnet ist eine – soweit es die
Archive zuließen und entsprechend aussagekräftig waren – sehr genau
beschriebene Geschichte, die nicht allzu viele Lücken aufweist. Es ergänzt und
bereichert das Wissen, was über das Leben in der Hochwaldregion bisher schon
geschrieben wurde.

„Der Holzhauserhof und seine Geschichte“, 13 Euro, erhältlich beim Verein
für Heimatgeschichte Nonnweiler, Telefon (06873) 77 16, in der
Buchhandlung Bernardon, Türkismühle, in den Rathäusern Nohfelden und Nonnweiler und im
Buchhandel in St. Wendel, Birkenfeld und Wadern.