Tote im Rußlandfeldzug in Oggelsbeuren

Hallo,

beim Stöbern im KB Oggelsbeuren habe eine Liste mit 7 für tot erklärte Soldaten aus dem Rußlandfeldzug 1812-1813 entdeckt.

Ich habe das hier dokumentiert:

Passt vielleicht ganz gut zu Karfreitag - da ist ja auch das Gedenken an einen Verstorbenen, oder alle Verstorbene.

Viele Grüße

Steffi (Schosser)

Eintrag des Pfarrers:

„Die nachfolgenden Soldaten, welche in den Jahren 1812 und 1813 in dem Feldzuge in Rußland, wo sie in allen Vorhergehenden Feldzügen gedient haben, und seitdem vermißt worden sind, und welche bis zum 2ten Febr. 1817 nicht zurück gekommen sind, ohne kein glaubhafte Nachricht von sich gegeben haben, von den auf Allerhöchsten Befehl vom 2ten Febr 1817 Staats und Regierungsblatt Nro. 14. Pag. 109 als todt erklärt. Es wurde daher am 3ten Nov. hier zu ds Todtenzeichen geläutet.“

  1. Johann Michael Liebhart, Soldat sonst ein brafer Mann, ohngefähr 23 Jahre, Im Feldzuge
  2. Johannes Laub, Soldat, ohngefähr 24 Jahre, Im Feldzuge
  3. Roman Pappelau, Soldat, ohngefähr 30 Jahre, Im Feldzuge
  4. Johann Baptis Schmid, Soldat, ohngefähr 31 Jahre, Im Feldzuge
  5. Anton Schmid, Soldat, ohngefähr 27 Jahre, Im Feldzuge
  6. Michael Fischbach, Soldat, ohngefähr 43 Jahre, Im Feldzuge
  7. Valentin Fischbach, Soldat, ohngefähr 35 Jahre, Im Feldzuge (Bruder von Michael Fischbach)

Hallo Steffi,

bei dem Johann Michael Liebhart, Soldat sonst ein brafer Mann, ohngefähr 23 Jahre, Im Feldzuge könntest du noch vermerken:

    1. September 1791 in Oggelsbeuren
      Vater ist Liebhart, Dominik, * 3. August 1751 in Oggelsbeuren

Liebe Grüße

Kurt

Hallo Steffi,

einen höchst wertvollen Eintrag, den Du hier entdeckt hast und in die Runde gibst. Das HStA Stuttgart hat für den Rußlandfeldzug und überhaupt für die letzte Phase der Napoleonischen Kriege nur wenige Akten „ad personam“ wie Rekrutierungslisten, Regiments-Grundbücher und Militärmatrikel. Auch Kriegerdenkmäler gibt es hierfür äusserst wenige. Umso wichtiger sind solche Funde!

In einem Hof-Übergabeprotokoll aka Inventarium fand ich den Franz Josef Geser/Göser, geboren in Diepoldshofen 27.03.1778, als „33jährig verstorben 1817 und gewester Kgl.Würtembergischer Soldat“ - er ist jedoch im SterbeRegister Diepoldshofen verzeichnet als am 27.07.1817, 8Uhr beerdigt worden. Bei der Todesursache „Lungenentzündung“ würde ich mal tippen, dass er sich diese ebenfalls wohl beim Rußlandfeldzug geholt haben dürfte. Jedenfalls weder im Inventarium noch im Sterberegister irgendein Hinweis auf den Rußlandfeldzug!

Ab etwa 1810 konnte das neue Königreich Württemberg in den oberschwäbischen Landen Rekruten ausheben. Das wiederum läßt vermuten, dass es sich um Soldaten der ehemaligen Graf- und Herrschaften Oberschwabens handelte, die von Württemberg „übernommen“ wurden, denn die Oggelsbeurer Soldaten wie auch mein Verwandter sind bestimmt vor 1810 ausgehoben und rekrutiert worden.

Oberschwäbische Grüsse, Rudolf (der Kißlegger)

-----Original-Nachricht-----

Hallo,

hab noch die Kopien aus dem Sterberegister in den Beitrag eingefügt. Und den Link zu den KB Duplikaten in Ludwigsburg.

Aufgrund von "Allerhöchsten Befehl vom 2ten Febr 1817 Staats und Regierungsblatt Nro. 14. Pag. 109 " würde ich mal vermuten das gibt es in vielen Gemeinden. Also an alle Mitforscher, im Jahre 1817/1818 die Augen offenhalten. Wenn es Fundstellen gibt dürft Ihr die gerne vermelden, das wird dann übernommen.

@Daniel, wäre dann ja auch was für unsere FGO Website?

Ich habe jetzt auch mal noch in Seekirch geschaut. In den KB Duplikaten sieht man dort auch solche Einträge.

Ab 1817/Nr. 8, Bild 49- Bild 51 kommen hier die Einträge die tot erklärten Soldaten. Gesamt 19 Soldaten, ein Kommentar des Pfarrers am Ende. Da sind einige Verwandte von mir dabei.

Im Zusammenspiel mit den KB Duplikaten könnte man das sehr schön sichtbar gestalten.

Viele Grüße

Steffi (Schosser)