Todesdatum 28. August 1942

Gru� an alle Interessierten der "unseeligen" Kriegsgeschichte,

ich befasse mit z.Zt. mit dem Todesfall eines poln. Zwangsarbeiters
---> http://wiki-de.genealogy.net/Georg_Zielinski_(1916-1942)

Dabei bin ich u.a. durch ein Gespr�ch mit Frau Dr. Gisela Schwarze aus
M�nster darauf gesto�en,
dass am 28. August 1942 "Hinrichtungen polnischer Zwangsarbeiter" durch
die Gestapo von
h�herer Stelle im Reich in gr��erem Stil veranlasst wurden.

Mich w�rde es interessieren, ob unter diesem Datum andernorts �hnlich
gelagerte F�lle bekannt sind,
bzw. noch zu finden sind. Ich m�chte dies konkret so sehen, dass "aktive
Vereinsmitglieder" bei Zugang
der nun f�r jedermann offenen Sterberegister einmal bewu�t ein Auge
darauf werfen
und w�rde mich sehr dar�ber freuen, wenn dieses h�ufig noch
totgeschwiegene Thema von einer breiteren
Gemeinschaft angegangen w�rde. Ich habe zu oft geh�rt: "Nun lass doch
die alten Geschichten ruhen!"

Mit freundlichem Gru� aus dem sonnigen Rheinland

Hallo Klaus,

  1. Wenn Frau Dr. SCHWARZE eine derartige Aussage gemacht, würde ich doch sie als erstes einmal fragen, aus welchen Quellen sie ihre Kenntnisse schöpft !

  2. Der von Dir angegebene Link ist nicht sonderlich aufschlussreich, denn er enthält nichts außer der Überschrift !

  3. Folgende Textstelle hat eine Bekannte von mir im Zusammenhang mit dem von Dir angegebenen Datum gefunden:

"Tilitzki „Alltag in Ostpreußen - Die geheimen Lageberichte der Königsberger Justiz – Rautenberg – ISBN 3-7921-0478-4“

  • . . .
  • Seite 217/220/221 - 37. Bericht des Generalstaatsanwalts (i. V. : OStA Capeller) vom 12. Oktober 1942

Über die Tätigkeit der in der Zwischenzeit im Regierungsbezirk Zichenau einge-
führten Standgerichte hat der Oberstaatsanwalt in Zichenau folgende Ausfüh-
rungen gemacht:4

„Am 18. 9. 1942 sind im Kreise Schröttersburg 40 Polen im Auftrage der Ge-
heimen Staatspolizei erhängt worden, davon 13 Polen auf einem öffentlichen
Platz in Schröttersburg, die restlichen Polen in Hohenburg und Sporwitten. In al-
len Fällen erfolgte die Erhängung auf Grund eines standgerichtlichen Urteils we-
gen Betätigung in der Widerstandsbewegung. Unmittelbar vor der Erhängung
wurde ihnen vom Leiter der hiesigen Staatspolizeistelle mit Hilfe eines Dolmet-
schers die Entscheidung des Standgerichts bekanntgegeben. Mehrere Verurteilte
antworteten in polnischer Sprache: ,Polen soll leben.’ Der Vollstreckung wohn-
ten in Schröttersburg zahlreiche zu diesem Zwecke zusammengetriebene Polen
sowie Teile der deutschen Bevölkerung bei. Nach Mitteilung eines Gendarmerieof-
fiziers ist damit zu rechnen, daß demnächst weitere 200 Polen im Auftrage der
hiesigen Staatspolizeistelle erhängt werden."

  • . . . "

Gruß und schönes Wochenende !
Rudolf (KINZINGER)

„Klaus Erdmann“ <mailto:info@erdmann-roki.de> schrieb: