Thalheim, Kreis Neidenburg

Hallo Hans,

in dem Buch von „Max Meyhöfer: Die Landgemeinden des Kreises Neidenburg,
Landshut 1969“ auf Seite 330-331 steht zu Steintal das folgende:

Landgemeinde Steintal (Adlig Kamiontken)

Der Name deutet auf den Steinreichtum hin. Umbenennung in Steintal am 8.
Oktober 1932. Amtsbezirk: Groß Schläfken

Standesamt Thalheim

Evang. Kirche in Thalheim, katholische Kirche in Thurau

Flächengröße: 1910: 677,4 ha

Einwohnerzahl: 1910: 200, 1939: 225

Berufszugehörige

a) zur Wirtschaftsabteilung:

                Landwirtschaft: 184

                Industrie und Handwerk: 17

                Handel und Verkehr: 2

b) nach der Stellung im Beruf:

                Selbständige: 96

                Mithelfende Familienangehörige: 60

                Beamte und Angestellte: 5

                Arbeiter: 53

Letzter Bürgermeister August Menski

Ergebnis der Volksabstimmung am 11. Juli 1920: 139 Einwohner stimmten für
Deutschland. Für Polen wurden 20 Stimmen abgegeben.

Ausbauhöfe:

                1) Robert Jobski

                2) Günther (Besitzer), Verwalter Otto Klatt

                3) Emil Krucksche Erben

                4) Fritz Lockstädt

                5) Emil Gunia

Aus Geschichte, Wirtschaft und Kultur

„Camionky“ ist am 25. März 1371 von Hochmeister Willrich von Kniprode
gegründet. Die Dorfschaft erhielt 24 Hufen zu culmischem Recht, hatte zwei
Plattendienste zu stellen und von jedem Pfluge einen Scheffel Weizen, einen
Scheffel Roggen und zur Bekenntnis der Herrschaft ein Pfund Wachs und einen
kölmischen Pfennig an das Amt abzuführen (Ostpreuß. Foliant 121, 453). Im
Jahre 1661 bewirtschafteten 9 Kölmer im „kölmischen Frei- und
Scharwerksdorf“ 24 Hufen (Ostpr. Fol. 15643, 177). Die gleiche Zahl von
Kölmern, auch dieselbe Größe der Dorfgemarkung sind in den
Hufenschoßprotokollen 2 1717 und in den Amtsrechnungen 1756, 1780 und 1820
angegeben. In dem Ostpr. Fol. 15689 sind 1838 12 Adlige und sieben Kölmer
verzeichnet. Die Gemeindeauseinandersetzung ist in Adl. Kamiontken am 11.
April 1856 zum Abschluß gebracht (Prästationstab. 21). Durch Besitzteilungen
erhöhte sich die Zahl der Besitzer. 1939 gab es in Steintal 34
landwirtschaftliche Betriebe: 4: 0,5 - unter 5 ha, 10: 5 - unter 10 ha, 6:
10 - unter 20 ha, 4: 20 - unter 100 ha. Seit 1897 besaß Adl. Kamiontken eine
eigene Schule. Letzter Schulleiter: Paul Moschenski. Das Handwerk war im
Dorf durch einen Schmied, 2 Tischler, 1 Maurer, 1 Schneider, 1 Schuster
vertreten.

                Über das Schicksal der Landgemeinde am Ende des Zweiten
Weltkrieges berichtet Fritz Lockstädt: „Tag der Räumung: 18. Januar 1945.
Bei der Besetzung des Orles wurde Bauer Kasperowski von Russen erschossen.
Neun Männer sind im Dienst der Wehrmacht gefallen.“

Dieses Buch ist damals unter anderem durch Befragung der entsprechenden
Bevölkerung entstanden.

Mit freundlichen Grüßen aus Kassel

Helmut (Bernert)

Hallo Hans,

ich habe beim

http://baza.archiwa.gov.pl/sezam/?l=en&mode=search&word=steintal&operator=and&word2=

viele Einträge über Steintal gefunden, vielleicht ist ja etwas für Dich dabei.

Liebe Grüsse

Susanne (Wischhöfer)

Danke, Helmut für die ausführliche Beschreibung.

Unsere Vorfahren waren kath. und haben auf einem Gut in der Gegend um Steintal
gearbeitet, bevor sie ins Ruhrgebiet ausgewandert sind.
Allerdings sind sie in den 1920er Jahren wieder heimgekehrt und haben einen kleinen
Bauernhof ebenfalls in der Gegend gekauft oder gepachtet. Ihre kath. Kirche war in
Thurau.

Viele Grüße auch aus Kassel

Hans (Schäfer)

Guten Abend, Susanne,

herzlichen Dank für die Grundbuch - Info aus dem Staatsarchiv Allenstein. Ich habe
meine Suchnamen KOMOGOWSKI - SZPOK - KOLECKI eingegeben, aber leider keinen
Treffer erzielt. Unsere Vorfahren gehörten offensichtlich nicht zu den Grundbesitzern.

Viele Grüße

Hans (Schäfer)