Suche nach Informationen zu den Familien Holste und Klingenberg in Haddessen

Sehr geehrte Damen und Herren,

während meiner ersten Schritte auf dem Gebiet der Ahnenforschung bin ich nun
auf die ersten Probleme gestoßen.
Mein Urgroßvater wurde am 10. Juni 1863 in der Leibzucht Nr. 12 in Haddessen
als Kind der ledigen Mutter Sophie Caroline Charlotte Holste geboren.
Getauft wurde er auf den Namen Heinrich Wilhelm Holste im Pfarrhaus von
Haddessen am 27. Juni 1863.
Später hat seine Mutter einen Herrn Klingenberg geheiratet, der auch meinen
Urgroßvater adoptiert hat. Seitdem ist unser Familienname Klingenberg, und
nicht Holste.
Leider weiß ich nicht, wer der leibliche Vater meines Urgroßvaters gewesen
ist. Das wird sich sicherlich auch nicht mehr feststellen lassen, so dass sich
hier nur Raum für Spekulationen bietet.
Ich möchte daher zunächst die Vorfahren jener oben erwähnten Sophie Caroline
Charlotte Holste ausfindig machen.
Ich bin nun aber ein absoluter Neuling auf dem Gebiete der Ahnenforschung.
In den im Internet veröffentlichten Heiratsprotokollen des Amtes Schaumburg
finden sich in Haddessen und der umliegenden Region bis 1764 viele Personen
mit dem Namen Holste.
Leider weiß ich nicht, wie ich die Lücke zwischen diesem Zeitraum und dem
Jahr 1863 schließen kann. Vielleicht ist jemand so freundlich, und kann mir bei
den folgenden Fragen weiterhelfen:
1. Welche Kirchenbücher bzw. Dokumente staatlicher Behörden sind für die
Klärung dieses Problems hilfreich (evtl. Fischbeck?)?
2. Ist jemand bei seinen Nachforschungen auf Personen mit dem Namen Holste
in Haddessen und umliegender Region gestoßen?

Ich danke Ihnen für Ihre Hilfsbereitschaft.

MfG
Torsten Klingenberg

Hallo Torsten Klingenberg!
Ich kann ihnen etwas zur Namengebung ihres Urgro�vaters sagen.Bis 1867 galt in deutschen L�ndern das sogenannte Heimatrecht.
Heimatrecht,ein vererbliches, durch Geburt, Heirat, Verleihung oder Ersitzung erworbenes Gemeindeb�rgerrecht, das in Deutschland f�r die Stammes- oder Staatszugeh�rigkeit bis ins 19.�Jahrhundert (1867 Gesetz �ber die Freiz�gigkeit, Indigenat) bestimmend war

Das bedeutet, da� die Gemeinde f�r einen solchen B�rger, auch im Falle der Not aufzukommen hatte. Uneheliche Kinder hatten das Heimatrecht in der Gemeinde der Mutter, sofern der Vater nicht bekannt war.

Nun waren Familien mit unehelichen Kindern nat�rlich sozusagen potentielle "Sozialf�lle", die man sich gerne vom Halse schaffte. Das ging aber nur, wenn der Vater bekannt war, entweder in dem dieser sich zu dem Kind bekannte, er die Mutter heiratete oder die Frau den Vater benannte.In diesem Falle waren die Pastoren angewiesen, das uneheliche Kind auf den Namen des Vaters zu taufen, was vor Einf�hrung der standesamtlichen Zivilstandsregister 1876, eine amtliche Handlung war.Auf die ledige Mutter wurde deshalb erheblicher Druck ausge�bt. So waren die Hebammen angewiesen, die W�chnerinnen unter allen Umst�nden zur Preisgabe des Namens des Kindsvaters anzuhalten.Meist gelang das, deswegen hatten fr�her sehr h�ufig auch uneheliche Kinder nicht den Namen der Mutter.

Gelegentlich gab die Mutter den Namen aber nicht preis, aus welchen Gr�nden auch immer, Abh�ngigkeitsverh�ltnis, Vergewaltigung, usw., oder sie wu�te ihn vielleicht garnicht..Da erhielt das Kind den Namen der Mutter.

Sie k�nnen sich denken, da� unter diesen Umst�nden die Suche nach dem leiblichen Vater aussichtslos ist.

Freundliche Gr��e

J�rgen Schweimler

Dipl.- Ing.J�rgen Schweimler
Harnischstra�e 4
41515 Grevenbroich
Telefon: 02181/6 15 35
e-mail: < schweimler@tiscali.de>
-----Urspr�ngliche Nachricht-----

<ToKlingenberg@aol.com> schrieb:

In den im Internet veröffentlichten Heiratsprotokollen des Amtes Schaumburg
finden sich in Haddessen und der umliegenden Region bis 1764 viele Personen
mit dem Namen Holste.
Leider weiß ich nicht, wie ich die Lücke zwischen diesem Zeitraum und dem
Jahr 1863 schließen kann. Vielleicht ist jemand so freundlich, und kann mir bei
den folgenden Fragen weiterhelfen:
1. Welche Kirchenbücher bzw. Dokumente staatlicher Behörden sind für die
Klärung dieses Problems hilfreich (evtl. Fischbeck?)?

Hallo Herr Klingenberg,

Haddessen ist Außenort der Kirchgemeinde Fischbeck. Eigene Kirchenbücher für Haddessen existieren erst seit 1833. Bis dahin sind die Eintragungen in den Kirchenbüchern von Fischbeck.

Im Prinzip lagern die Kirchenbücher der Ev. Landeskirche Hannovers im Stadtkirchenbuchamt Hannover verfilmt als Microfiches. Dort sind sie einsehbar und man kann auch Kopien bekommen. URL http://www.kirche-hannover.de/kirchenbuchamt/

Leider sind die Kirchenbücher von Fischbeck allerdings nur bis 1832 verfilmt, so daß immer noch die Lücke von 1832 bis 1863 bleibt. Da hilft wohl zunächst nur eine Anfrage bei der Kirchengemeinde Fischbeck weiter, denn Standesämter gibt es ja dort zu der Zeit noch nicht.
Ev.-luth. Kirchengemeinde Fischbeck, Helmburgisplatz 6, 31840 Hess. Oldendorf,
Tel.: 05152/8580, Fax: 05152/98342, Dienststunden: Di-Fr 10-12.
Dort um die Geburtsurkunde der Mutter bitten, und dann Schritt für Schritt weiter ...

Ich wünsche viel Erfolg und schöne Ostertage

Mit freundlichen Grüßen
Wilfried Petersen

Hallo Torsten Klingenberg,

zu Fischbeck gibt es auch gedruckte Kirchenbuchabschriften wie folgt:

Kr�ger, Adolf: Kirchenb�cher Fischbeck :
Trauungen von 1607-1637, 1677-1738, 1749-1832. -
Wehrbergen, 1998. - [70] S.
K 0132-01

Kr�ger, Adolf: Kirchenb�cher Fischbeck : Taufen
von 1607-1637, 1677-1738, 1749-1832. -
Wehrbergen, 1998. - 48, 21, 17 S.
K 0132-02

Kr�ger, Adolf: Kirchenb�cher Fischbeck :
Bestattungen von 1607-1637, 1677-1738, 1749-
1832. - Wehrbergen, 1998. - 42, 17 S.
K 0132-03

Kr�ger, Adolf: Kirchenb�cher Fischbeck :
Trauungen, Bestattungen, Taufen von 1833 bis 1870.
- Wehrbergen, 1998. - [100] S.
K 0132-04

Die entsprechenden Ordner kann man im Staatsarchiv B�ckeburg, im Stadtkirchenbuchamt Hannover und in der Bibliothek des Nieders�chsischen Landesvereins f�r Familienkunde in Hannover einsehen. Wahrscheinlich auch in der Kirchengemeinde in Fischbeck.

Die Register erleichtern die Recherche ungemein.

Beste Gr��e,

Bj�rn Sassenberg