Suche in Striegau

Liebe Listies,
Im Februar 1945 soll in Striegau ein Angriff mit Phosporbomben auf den Bahnhof ver�bt worden sein, bei dem es ca. 200 nicht indentifizirbare Tote gab, die in ein Massengrab gelegt worden sind.
Mein Gro�vater, Carl WIEDERMANN, geb. 1867 in Gleinau, auf der Evakuierungsfahrt von Breslau mit Halt in Striegau, soll dabei umgekommen sein.(Er wurde 1946 f�r tot erkl�rt).
Wer kann davon berichten und wei� ob und wo dieses Grab ist.?
Ferner suche ich aus Striegau:
Herman? SCHOBER, Friseurgesch�ft
Ehefrau Martha geb. ROTHER, ebendort
Anna ROTHER
Bertha ROTHER geb. 1876
LUCAS ROTHER, geb. 1846 + 1917
Ehefrau Anna, geb. BEESEN geb. 1847 + 1917
alle aus Striegau.
Danke f�r jeden Tipp
Es gr��t eine Mitforschende und -suchende
Eleonore G�bel

Hallo Eleonore,

Im Februar 1945 soll in Striegau ein Angriff
mit Phosporbomben auf den Bahnhof ver�bt worden
sein, bei dem es ca. 200 nicht indentifizirbare
Tote gab,....

das stimmt so nicht. Am 13. Februar wurde Striegau, die Stadt war nicht
evakuiert worden, von den Russen erobert. Starke Beschie�ungen oder
Bombartierungen gab es vorher nicht, abgesehen von der �blichen
Artillerieunterst�tzung, welche auch den Bahnhof traf. Noch am 13.2. hat
um 8.00 Uhr der letzte Fluchtzug den Bahnhof verlassen.

Am 13. M�rz konnte die Stadt wieder zur�ckerobert und bis Kriegsende
gehalten werden. Es wurden alle aufgefundenen Opfer auf dem Hedwigfriedhof
in Einzelgr�bern (ohne S�rge) beerdigt. Insgesamt gab es an die 200 Opfer,
welche aber nur zum Teil identifiziert werden konnten. Teilweise hat man
das nach Kriegsende auch noch versucht. Eine Liste der identifizierten
Personen lag in der Friedhofsverwaltung. Die Polen werden sie wohl nicht
aufgehoben haben.

und tschuess...
                ...Volker

Hallo Eleonore,

hier ein *Auszug *aus dem Buch "Die Flucht", Niederschlesien 1945, nach Aussagen von Beteiligten.
Vielleicht kann es Dir die damalige "Lage" etwas vermitteln!?

In Striegau, nach Schweidnitz mit 15 900 Einwohnern die gr��te Stadt des Kreises, m�ssen sie das aufs grauenhafteste erleben. Striegau liegt in Richtung der
Zangenbewegung der Roten Armee, die damit Breslau einschlie�t. Der sch�tzende Schleier der deutschen Truppen kann nicht standhalten. Er mu� sechs Kilometer hinter die Stadt zur�ckweichen, ganze sechs Kilometer, eine Stunde Fu�weg.
Am 12.Febr. gegen Mittag bricht das Verh�ngnis �ber Striegau herein, �ber eine kaum ger�umte Stadt, denn: "Am Tage der Besetzung war Striegau fr�hmorgens ein einziger Ameisenhaufen verst�rter Menschen", berichtete Gustav Helmke. "Die Stadtverwaltung hatte am Abend zuvor bekanntgegeben, da� am n�chsten Morgen Fl�chtlingsscheine abgeholt werden sollten, aber in der Nacht waren Stadtverwaltung und Polizei und Partei weg . . ."
"Die Parteileitung hatte eine Evakuierung der Stadt verhindert", urteilt Josef Karasch noch deutlicher. "So hatte nur eine verh�ltnism��ig kleine Zahl Striegau rechtzeitig verlassen k�nnen. Die Masse der Einwohner fl�chtete Hals �ber Kopf unmittelbar vor dem Einmarsch der Russen. Mehrere tausend aber sind geblieben, sie wollten ihre Heimat nicht preisgeben. Einige Tage nach der sowietischen Besetzungkonnte der Polizei-Oberleutnant Fuchs mit dem Polizeimeister B. vom Kreuzberg aus beobachten, wie die Bev�lkerung von den Russen auf der Chaussee nach J�rischau verschleppt wurde."
Genau einen Monat bleibt Striegau in sowietischer Hand oder besser Faust. Vom 9.M�rz an beginnt der Angriff der 208. brandenburgischen Division, am 12. M�rz st�rmen deutsche Truppen durch die einstmals so ruhigen Stra�en, k�mpfen Haus um Haus, Block um Block frei
Werner B�nsch, durch viele andere Zeugen best�tigt, berichtet dar�ber:" . . Von den rund 6000 in der Stadt verbliebenen Menschen fanden wir nach der Wiedereroberung noch 65 lebend vor. Der Gro�teil der anderen war wie Vieh nach Osten weggetrieben worden. 148 Menschen fanden wir ermordet.
Tats�chlich wird die Zahl der Ermordeten weit h�her gewesen sein. Da bei der Wiedereroberung aber viele H�user abbrannten, konnten wir die Toten darin nicht mehr feststellen. Unter den ermordeten waren nur sechs M�nner - alle durch Genickschu� get�tet - und vier oder f�nf Kinder, denen die K�pfe abgetrennt waren.
- - - - - - - - - - - - .
MfG

Winfried