Suche in Herzberg

Hallo Forscherkolleginnen und -kollegen!
Ich bin Mitglied im AMF(Nr.2083) und dort im AK-Harz-Altmark.
Ich bin durch Zufall im Internet auf verschiedene Namen gesto�en die in
Herzberg am Harz forschen. Es wurden genannt: Ilse Ringeisen und Falk
Liebezeit. Ich suche in Herzberg nach St�rmer, Pfulendorf,Fulendorf oder
Faulendorf und Kyhne bzw.K�hne.
St�rmer und Pfulendorf sollen Gewehrfabrikanten gewesen sein.
W�rdet Ihr Euch melden? Habe einen toten Punkt .

Gru� J�rgen Schweimler

Dipl.-Ing.J�rgen Schweimler
Harnischstra�e 4
D-41515 Grevenbroich
Telefon: 02181/6 15 35
e-Mail:<schweimler@tiscali.de>

J�rgen Schweimler schrieb:

Liebe Familienforscher in Sachen Herzberg,

in Herzberg habe ich Ankn�pfungspunkte OELFFEN, Pastor
Oelffen

317 Lucia Catharina Oelffen,
aus Herzberg/Harz, get. Herzberg 20.7.1702, + 17.4.1757 in V�lksen (Q 42)
oo August Christian Erythropel

KINDER:
1 Dorothea Elisabeth, *26.10.1722, oo Heyermann, Amtmann
2 Charlotte Luise, * 7.8.1724, oo Saldern, Pastor
Q 42 : David Conrad Salder, Pastor in Suderbruch (Calenberg, Walsrode)
1747 - 1760, vorher Student, + 27.6.1760
3 David Albrecht, * 10.1.1729
4 Sophie Johanna, * 15.1.1730, ooI Woermann, Quatier-meister, ooII Einbeck,
Verwalter, ooIII Alpers, Sergeant
5 Regina Magdalena, * 9.2.1735, + 9.9.1736
6 Arnold Christian, * 13.5.1737
7 David Wilhelm, * 20.6.1739
8 Johann Friedrich Jacob, siehe AT.-Nr. 158
9 Luise Philippine, * 24.5.1744, oo Schulz, Kfm. in Minden(Q 51)

634 Johann Friedrich Oelffen, * um 1654 angeblich in G�ttingen, + 2.12.1735
in Herzberg 81 Jahre alt, Pastor in Herzberg auf der ersten Pfarrstelle, die
1643 eingerichtet wurde, von 1692 - 1735, zuvor Feldprediger (Q 46)
oo 21.2.1693 Dorothea Elisabeth Behling

"Der neue Pfarrer Johann Friedrich Oelffen ist am Fest Mari� Reinigung 1692
eingef�hrt. Er hatte vorher schon einige Zeit bei dem Prinzen Friedrich
August (geb. 1661) und Carl Philipp (geb. 1669) als Hofmeister und dann als
Feldprediger im Dienste gestanden. Im Jahre 1690 wurde er von Hannover aus
als Courier mit einer geheimen Botschaft nach Ungarn gesandt, und hat auch
sonst im Felde gestanden. Er stammte aus G�ttingen und verheiratete sich
1692 mit Tochter des Amtmanns Behling aus Rotenkirchen, Dorothea Elisabeth.
Sie hatte ihm eine ansehnliche Mitgift zugebracht, und er beteiligte sich
mit diesem Gelde an einem neuen Unternehmen. Es wurde n�mlich bei Herzberg
nach Erz gegraben und auch in dem "bekannten Silberhey" gefunden. Bei der
Herzberger S�gem�hle wurde eine Kupferh�tte angelegt. Anf�nglich schien die
Sache sich gut zu entwickeln, dann aber trat der Mangel an Erz zu Tage, und
die Interessenten b��ten ihr Geld fast ganz ein. Sie wandten sich nun nach
Lauterbach, nahmen die Grube Kupferrose auf und erhielten bis 1714 Freiheit
f�r dieselbe. Die Grube kam so in Aufnahme, da� bereits 1711 im Quartal
Crucis ein Kux 25 Speciesthaler und 1712 im Quartal Reminiscere sogar 30
Speciesthaler an Anbeute abwarf. Dann aber lie� sie nach, und abermals
erlitten die Interssenten einen schweren Schaden.
Im Oktober 1703 erhielt er ein Rescript, in dem ihm mitgeteilt wurde, da� er
bei der Einsenkung der Leiche des Prinzen Christian eine Kollekte zu singen
und den Segen zu sprechen habe. Derselbe hatte in Ungarn sein Leben
eingeb��t. Schon vorher, 1690, war Prinz Friedrich August, der heldenm�tige
Oberst, bei einem Angriff auf die T�rken gefallen und in Herzberg
beigesetzt. Der ehemalige Feldprediger hatte au�er diesen S�rgen noch eine
andere Erinnerung an den T�rkenkriege in Herzberg. Er hatte n�mlich einen
T�rken Mehemet Curta mitgebracht, der am 15. Januar 1694 in der
Bartholom�ikirche �ffentlich gepr�ft und getauft und Friedrich August
genannt wurde. Er hat dem Pastor 10 Jahre lang treu gedient, und ist dann in
die Schweiz gezogen, aber er hat sp�ter den Pastor einen anderthalbj�hrigen
Besuch gemacht und damit bewiesen, da� er sich bei ihm wohl gef�hlt habe.
Am 17. September 1727 hat Oelffen mit anderen zusammen dem K�nige Georg II.
den Treueid abgelegt.
Oelffen hatte viel an Podagra zu leiden und zwar derartig, da� seine beiden
Beine allm�hlich gel�hmt wurden und zur�ckwuchsen; er mu�te sich zu
Amtsverrichtungen jederzeit von zwei M�nnern tragen lassen Ein gro�er Stuhl
war f�r ihn zugerichtet und unten in der Kirche aufgestellt, und diesen
benutzte er beim Predigen. Vor dem Altar stand ein runder Stuhl, der sich
drehen lie�. Wenn ihm auch unter solchen Umst�nden sein Dienst sehr
beschwerlich war, so hatte die Gemeinde doch keinen Schaden davon, denn er
predigte erbaulich. Auf diese Art hatte er lange Zeit sein Amt versehen.
Endlich hielt er es doch f�r n�tig, da� er einen Adjunkt bekam. Ihm schien
dazu Magister Schmiedekind geeignet zu sein. Da nun K�nig Georg I. sich
damals in Pyrmont befand und Oelffen bei Seiner Majest�t noch immer in
gro�en Gnaden stand, so entschlo� er sich, dieser Sache wegen dahin zu
reisen. Im Juni 1719 machte er sich mit vier M�nnern, die ihn in einer
S�nfte tragen mu�ten, auf den beschwerlichen Weg. Der K�nig nahm ihn
freundlich auf und bewilligte seinen Wunsch. Magister Schmiedekind wurde im
Oktober 1719 eingef�hrt und erhielt als seine Arbeit besonders auch die
Leichenpredigten und die in der Tochtergemeinde Lonau vorkommenden F�lle.
Im Jahre 1726 erlebte Oelffen die Freude, da� seine Tochter Marie Justine
sich mit dem vornehmen Kaufmann Thomas in M�hlhausen verheiratete, und am 8.
Januar 1731 das herbe Leid, da� seine Ehefrau am Sonntag nach Neujahr
w�hrend der Predigt in ihrem Kirchenstande von einem Schlagfu� �berfallen
und tot nach Hause getragen wurde.
Oelffen starb am 2.Dezember 1735 im Alter von 81 Jahren. Seine 4 S�hne und 5
T�chter verheirateten sich s�mtlich.
...
Am 8. Dezember 1732 hat die Gemeinde Herzberg, da sie vorher mit dem
Pastoren Oelffen und Schmiedkind wegen des Brennholzes Zwistigkeiten gehabt
hatte, einen Vergleich getroffen, der sowohl die Genehmigung des k�niglichen
Bergamtes wie des k�niglichen Amtes zu Herzberg erhielt.
Als 1734 Visitation war, hat Oelffen wegen seiner Kr�nklichkeit nicht
gepredigt, sondern Schmiedekind �ber Evgl. Luc. 21, 36 von der
Beschaffenheit und Notwendigkeit der christlichen Wachsamkeit in
wohldisponierter und ausf�hrlicher, erbaulicher Predigt." (Q 63)

(17) Johann Friedrich Oelffen, aus G�ttingen geb�rtig, vorher Hofmeister und
Feldprediger bei den Prinzen von Herzog Ernst August, welche er auch wie
schon ............. auf ihren Feldz�gen in Ungarn begleitet, wurde nach
Abzug des Herrn Pastor Schmidts Anno 1692 2.Februarii als dessen Nachfolger
hierselbst introducirt.
Er heiratete kurz darauf eine Tochter des H. Amtmann Behlings zu
Rothenkirchen, mit welcher er eine ansehnliche Mitgabe erhielt. Doch
verschaffte ihm sein Verm�gen keinen sonderlichen Vortheil, weil er gro�e
Summen auf den Bergbau, welcher damals sowohl hier, auf dem noch davon
benahmten Silber..., als auch nachher zu Lauterberg auf der so genannten
............. betrieben wurde, .....und ohne erfolgten Nutzen zugesetzt
hatte.
Er war die letzte Zeit mit dem Podagra derma�en incommodirt, da� er viele
Jahre auf keinen Fu� treten k�nnen und sich daher immer nach der Kirche in
einem besonders dazu gemachten Stuhle mu�te tragen lassen. Es wurde dieser
Stuhl alsdann Sonntags Vormittags dahin gesetzt, wo jetzt die Taufe ist,
..... er sitzend predigte, auch ein eigener runder Stuhl diente ihm zur
Austheilung der Communion vor dem Altar. Weil aber bei diesen Umst�nden die
Verwaltung seines Dienstes mit vielen Beschwerden verbunden war, so lie� er
sich 1719 Ausgang October den Herrn Magister Heinrich Friedrich Schmiedekind
zum Geh�lfen adjungieren, welchem er von seinem Dienste, die ..... der .....
nebst den Leichenpredigten abtrat. Um dieses zu Stande zu bringen, lie� sich
H. Pastor Oelffen im Junio 1719 nach Pyrmont in einer Porte Chaise tragen
und brachte es bey dem damals sich allda aufhaltenden K�nige Georg den 1ten,
wobey er in gro�en Gnaden stand, dahin, da� gedachter H. Magister gleich
darauf vom k�nigl. Consistorio die Confirmation auf hiesige Adjunctur
erhielt. Anno 1730 den Sonntag nach Weihnachten, hatte H. Pastor Oelffen den
gro�en Schrecken, da� seine Eheliebste in der Kirche unter der Predigt mit
einem Schlagflu�e pl�tzlich befallen und todt nach Hause getragen wurde.
Anno 1735 d. 2ten December ist H. Pastor Oelffen hierselbst gestorben,
nachdem er 43 Jahre im Amte gewesen war.
In der Ehe hatte derselbe mit seiner Eheliebsten 4 S�hne und 5 T�chter
gezeuget, wovon der
eine Sohn Friedrich August Stadtschulze in �lzen
der 2te Conrad Georg Schichtmeister in Lauterberg
der 3te Johann Friedrich Ingenieur......
und der 4te Heinrich Albrecht, Kaufmann in Minden geworden
Die erste Tochter wurde zuerst an den Pastor ..... im braunschweigischen und
nach dessen Ableben an den Kaufmann Reichelt in G�ttingen
die 2te an den Kaufmann ...... in Osterode und nach dessen Ableben an den
Patricius und Erbla� H. V�lger zu Ricklingen
die 3te an den Kaufmann Thomas in M�hlhausen und zum 2ten mal an den
Kaufmann Heinen zu Osterode
die 4te an den Pastor Erytropel zu V�lksen und
die 5te an den H�ttenschreiber Meinberg zu Clausthal verheiratet.

Anno 1694 d. 15ten Januar ist ein T�rke von 16 Jahren, nahmens Mehmet Cirta,
welchen der H. Pastor Oelffen mit aus Ungarn gebracht, ..... er in Cippia
gefangen worden, allhier publire in der Kirche examiniert, getauft und
Friedrich August genannt worden. Es blieb derselbe nachher noch 10 Jahre als
Bediener bei seinem Wohlt�ter dem H. Pastor Oelffen, und ist nachher nach 10
Jahren in die Schweitz gezogen, ..... er sich h�uslich niedergelassen hat.
(Superintendentur Herzberg, Manuskript �ber die Prediger Herzbergs)

Sterberegister der Nicolai-Gemeinde Herzberg am Harz:
1735 S.236 die z.T.verblichene und unleserliche Eintragung: Den 2.xbr
(Dezember) Kgl.(?) Pastor �lfen in die 40 Jahr von 1692 bis 1735 gewesener
Past. allhier des abends begraben.

7 KINDER:
Sophie Magdalene oo Reinhold in G�ttingen
Conrad Georg, Schichtmeister in Herzberg
Philippine Dorothee oo Patrizier Volger, Ricklingen
Johann Friedrich, Kondukteur in Herzberg
Marie Justine oo Heine, M�hlhausen, 1 Tochter in Armut
Lucia Catharina oo Pastor Erythropel, V�lxen
Sophie Juliane oo H�ttenschreiber Neyenberg, Clausthal, 3 Kinder (Q 46)
Quellen
42 Meyer, Philipp, Die Pastoren der Landeskirche Hannover und Schaumburg -
Lippe seit der Reformation, Bd. 1 + 2 1941, Bd. 3 1953

46 Berner, Hans; Die Behlings in Hajen und Polle, Goldap 1925

63 Kleinschmidt, Hermann, weil., Pastor zu Herzberg, Chronik des Fleckens
Herzberg am Harz, neubearbeitet und bis zur Gegenwart fortgef�hrt von August
Eisfeldt, Herzberg a. H. 1929

Superintendentur Herzberg, Manuskript �ber die Prediger Herzbergs

Mit freundlichen Gr��en

Klaus Riecken
www.Riecken-online.de