Suche GROSSELTERN BÜTTNER / MATTHÄUS

Hallo Hans,
hier noch eine kleine Pikanterie zum Vornamen 'Cech (mit Häkchen über dem C;
die Schreibweise Czech ist polnisch):

Am 16.9.1817 findet Václav Hanka im Turm der Kirche zu Königinhof an der Elbe
(Dvur Kralové) unter Kartoffelsäcken eine scheinbar mittelalterliche
tschechische Handschrift. 1818 kommt im Museum des Königreichs Böhmen in Prag
die sogenannte Grünberger Handschrift ("Libussas Gericht") mit der Post an.
Bereits kurz nach ihrem Auftauchen entsteht ein heftiger Streit über die
Echtheit der Schriften. 1886 beginnt der spätere erste Präsident der
Tschechoslowakischen Republik, Prof. T.G. Masaryk, den Kampf gegen den
Glauben an die Echtheit der Handschriften, und kann sogar nachweisen, dass
Hanka ihr Autor gewesen ist (er hat sich mit den senkrecht zu lesenden
lateinischen Worten "HANCA FECIT" = "Hanka hat es gemacht" selbst verewigt).
1967-74 werden die Schriften im Kriminalistischen Institut in Prag unter
Aufsicht des Innenministeriums untersucht. Das Forscherteam versucht zu
beweisen, dass die Handschriften Palimpseste (spätere Neubeschreibungen
radierter alter Pergamente) sind. Der Schluss: Weder K.H. noch G.H. sind
mittelalterlichen Ursprungs.

In den Versen der "Grünberger Handschrift" wird 'Cech als Stammvater des
Tschechischen Volkes bezeichnet: So lautet ein Vers (Übersetzung):

Auf stand Radowan von Kameny-Most.
Und begann der Stimmen Zahl zu prüfen,
Und die Mehrheit allem Volk zu künden,
Allem Volk, zum Rechtsding herberufen:
Beide eig'ne Brüder, Klenowice,
Alten Stamms von Tetwa, dem Popelsohn,
Der mit 'Cech's Geschwadern ist gekommen
Durch drei Ström' in diese Segenslande,
Beide eint ihr so euch um das Erbgut
Beide sollt gemeinsam sein ihr walten.

Verständlicherweise erlebte der Vorname 'Cech in der Folge der "Auffindungen"
von 1817 und 1818 in der tschechischen Nationalbewegung eine Blüte, die erst
mit Masaryks endgültigem Verdikt von 1886 ihr Ende fand.

Grüße aus Hilden,
Günther Böhm