Sterbeeintrag und WASt

Liebe Mitforscher, vielleicht kann jemand folgenden Fall erklären:
Im KB Sterbefälle Garbsen, OT Schloß Ricklingen wird unter Nr. 11 am 8.4.1945 ein Unteroffizier Karl BRAND genannt, der am 8.4.1945 in Schloß Ricklingen verstorben ist, Todesursache: Kopfschuß durch Feindeinwirkung.
In einem Schreiben der WASt vom 28.11.1957 an das Standesamt Schloß Ricklingen heist es dann:
Betr.: Karl BRAND, Uffz.
Gem. § 28(1) der Personenstandsverordnung .... für den o. G. wie folgt zu berichtigen bzw. zu ergänzen:
Ziffer: Dienstgrad: SS-Uscha.
        Truppenteil: 3./SS-Panz.Rgt. 5 (5. SS-Div.)
        Vorname: Peter
        Familienname: CRAMES
....
Vater: Benedikt CRAMES
Mutter: Anna CRAMES geb. KEIL
beide wohnhaft in Metternich, Krs. Bitburg
Im Voraus vielen Dank für jede Information
Viele Grüße aus Garbsen
Bolko KNUST

Kontakte:
Bolko KNUST
D-30823 Garbsen bei Hannover
Röddinger Straße 43
Fon 0172-8019116
bolko.knust@t-online.de
www.familienkun.de

Familienforschung: Ich sammle Zufallsfunde und genealogische Links. Gerne sende ich meine Liste zu.

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Guten Tag,

kann jemand Erg�nzungen zu

WENNEBORG, "Friederike" Auguste Renate
geboren am: 11.02.1893 in Aurich
gestorben 1926 in Zielenzig Kreis Oststernberg
verheiratet am 25.11.1919 in Heisingen (Stadt Essen/Ruhr)
BORRIS, Arthur Bruno "Walther"

Tochter von:
WENNEBORG, Johannes Daniel Theodor "Fritz" und
Brandt, Anna Dorothea Charlotte

liefern?

Mit freundlichen Gr��en
J�rgen Eichler

Moin Bolko,

sofern es die WASt-Auskunft betrifft, bedeutet deren Berichtigung / Ergänzung an das StA offenbar folgendes:

Der zuvor eingetragene Name des Gefallenen war wohl falsch - nicht BRAND, sondern CRAMES (verwechselt? Tarnung als Wehrmachtsangehöriger anstatt als SS-Soldat, aus welchem Grund auch immer?). Aufgeklärt wurde die Identität dann sicher aufgrund der Beschriftung der Erkennungsmarke des Gefallenen.

Die Berichtigung bezieht sich zweitens auf den Dienstgrad. Peter CRAMES war "SS-Unterscharführer". SS-Unterscharführer war ein Dienstgrad der Waffen-SS, der dem Unteroffizier der Wehrmacht entsprach. Die Abzeichen auf den Schulterklappen beider Dienstgrade waren identisch, aber die Kragenspiegel unterschieden sich ganz deutlich. Vielleicht waren sie entfernt worden? Dagegen spricht aber frühe Zeitpunkt mit einem Monat vor Kriegsende (eine solche Manipulation der Uniform hätte für ihn sicher Standgericht bedeutet). Vielleicht hatte man ihm im Reservelazarett (Vermutung s. u.) bei der Entlassung aber auch nur eine passende Uniformjacke eines Uffz gegeben, da seine aufgrund der Verwundung sicher zerfetzt war. Oder vielleicht wurde der SS-Dienstgrad auch nur von Zivilisten wegen der gleichen Schulterklappen mit dem des Unterofffiziers verwechselt. Der Punkt wird aber nicht mehr zu klären sein ...

Ergänzend wird von der WASt angegeben, daß CRAMES' Truppenteil die 3. Kompanie des *SS-Panzer-Regiments 5 "Wiking"* war (<http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/PanzerregimenterSS/PzRegSS5.htm&gt;\), das der*5. SS-Panzer-Division "Wiking"* (<http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/PanzerdivisionenSS/5SSPD-R.htm&gt;\) unterstellt war, die zum IV. SS-Korps der 6. Armee der Heeresgruppe Süd gehörte.

Aus dieser Truppenzugehörigkeit ergeben sich aber weitere Fragen zum Einsatz von CRAMES im Raum Garbsen, bei dem er am 08.04.1945 durch "Kopfschuß durch Feindeinwirkung" fiel, denn die 5. SS-Panzer-Division "Wiking" kämpfte damals (Anfang Jan. - April 1945) in *Ungarn* und zog sich im April mit anderen dt. Truppenteilen in Richtung Österreich zurück, wo sie im Mai im Raum Graz vor der US-Army kapitulierte.

Möglicherweise befand sich CRAMES daher vor seinem Tod am 08.04.1945, nach einer bei den schweren Abwehrkämpfen in Ungarn erlittenen Verwundung (so vielleicht beim Ausbruch seines Regiments am 22. März 1945 aus dem von der Roten Armee geschlossenen Kessel von Stuhlweißenburg), in einem Reservelazarett in Hannover, im Raum Garbsen oder in Garbsen selbst, und wurde dort noch während oder unmittelbar nach seiner Genesung in einer eilends zusammengestellten (zusammengewürfelten) Alarmeinheit zur Verteidigung gegen die anrückende US-Army eingesetzt. Das müßte am 08.04.1945 gewesen sein.

Über die 5. SS-Panzer-Division "Wiking" bzw. deren 5. SS-Panzer-Regiment "Wiking"gibt es zahlreiche Literatur, s. Link.

Ich hoffe, ich konnte Dir etwas weiterhelfen.

Viele Grüße,
Jürgen

Guten Abend Herr Fritsche,
da Sie sehr sachkundig sind in Bezug auf die WAST des 2. Weltkrieges, habe
ich die Hoffnung, daß Sir helfen können mit einem Hinweis auf Kriegstote des
1. Weltkrieges.
Folgendes von diesem Vorfahren habe ich:

1.
Sterbeurkunde 1918/86 von der Gemeinde Apen bei Bad Zwischenahn:
Die 2. Ersatz Abteilung des Thorner Feld Artillerie Regimants Nr.81 (82??)
in Thorn (Westpreußen) hat mitgeteilt, daß der Gefreite Gerhard Schulz,
Former 44 Jahre alt evangelischer Religion, wohnhaft in Augustfehn, geboren
zu Norden Kreis Aurich, verheiratet mit Elisabeth geb. Haaren Sohn der
unverehelichten Trintje geborene Schulz zu Spezerfehn Kreis Aurich, zu
Siedlee (Siectlee??) am 20.8.1918 mittags um 3 Uhr verstorben sei.

2.
Apen (Kirche), Landkreis Ammerland, Niedersachsen auf
dem Denkmal in der Kirche in Apen ist ein Gerhard Schulz aus Augustfehn
verzeichnet. Allerdings soll er im Oktober 1918 gefallen sein.

Gibt es auch für den 1. Weltkrieg eine solche Auskunftstelle?
Ich würde gerne den Ort und das genaue Datum des Todes von Gerhard Schulz in
Erfahrung bringen.

Mit freundlichem Gruß

K. Tietje

Guten Abend, Herr Dr. Tietze,

leider kann ich Ihnen bei Ihrer Frage nicht besonders weiterhelfen.

Für den 1. WK gab / gibt es eine solche Auskunftsstelle nicht. Die WASt wurde erst zum Beginn des 2. WK eingerichtet. Dort sind allerdings auch Unterlagen aus dem 1. WK vorhanden(Zitat von <http://www.dd-wast.de/archives.htm&gt;\):

    Folgende Bestände und Unterlagen sind in der /Deutschen Dienststelle
    (WASt)/ vorhanden:

     1. Eine alphabetisch geordnete *Zentralkartei* mit über 18.000.000
        Karteikarten von Teilnehmern des II. Weltkrieges
        (Wehrmachtsoldaten und Angehörige anderer militärischer bzw.
        militärähnlicher Verbände).
     2. Über 100.000.000 namentliche Meldungen in den
        *Erkennungsmarkenverzeichnissen* und
        *Personalveränderungslisten* der einzelnen Wehrmachttruppenteile
        aus der Zeit des II. Weltkrieges.
     3. Über 150.000.000 personenbezogene Meldungen in den
        *Verlustunterlagen* der einzelnen Wehrmachttruppenteile, sowie
        anderer militärischer Verbände des II. Weltkrieges.
     4. Über 2.100.000 *Personalunterlagen der deutschen Marine*
        (Kaiserlich-Deutsche Marine, vorläufige Reichsmarine,
        Reichsmarine, Kriegsmarine, deutscher Minenräumdienst und
        dienstverpflichtete Handelsseeleute) für die Zeit von 1871 bis 1947.
     5. Über 1.000.000 *Personalunterlagen der deutschen Wehrmacht*
        (Heeres- und Luftwaffenangehörige) wie z.B. Wehrstammbücher,
        Wehrpässe, Soldbücher etc.
     6. Über 15.000.000 *Unterlagen über* deutsche, österreichische und
        verbündete Teilnehmer des II. Weltkrieges in alliierter
        *Kriegsgefangenschaft* (hauptsächlich französisches,
        amerikanisches und britisches Gewahrsam), sowie
        Entlassungsunterlagen über Transporte aus östlichem Gewahrsam.
     7. Rund 1.500.000 *Unterlagen* (Restbestände) *über fremdländische
        Kriegsgefangene* in deutschem Gewahrsam.
     8. *Zentralgräberkartei* über Kriegssterbefälle mit 900.000
        personenbezogenen Meldungen für den I. Weltkrieg und mit
        3.100.000 Meldungen für den II. Weltkrieg.
     9. Diverse *Einzel- und Sammelunterlagen* wie z.B. Ranglistenkartei
        für Heeres- und Luftwaffenoffiziere, Ordenverleihungsnachweise etc.

Vielleicht ist bei 8. etwas für Sie dabei ...

Eine Anfrage würde ich auf jeden Fall mal starten, zunächst einfach mal anrufen.

Bitte beachten Sie aber, daß de WASt nur an direkte Verwandte Auskunft gibt.
1. Alternative: "Bei Gefallenen oder Verstorbenen ist dagegen eine Auskunftserteilung nur *mit Zustimmung der nächsten Angehörigen* möglich" (<http://www.dd-wast.de/responsi.htm&gt;\).
2. Alternative: Nachweis, daß der Gefallene keine Nachfahren hatte oder haben konnte (zu jung, unverheiratet).

Sicher kann Ihnen zum 1. WK die Militaer-L weiterhelfen.

Viele Grüße,
Jürgen Fritsche

Hallo Herr Dr. Tietje,

laut Online-Gr�bersuche des Volksbundes Deutsche Kriegsgr�berf�rsorge
ist der *Unteroffizier* Gerhard SCHULZ auf der Kriegsgr�berst�tte
Langemark in Belgien in einem Kameradengrab bestattet worden. Als
Todesdatum ist der 10.10.1918 angegeben. Der Todesort ist nicht
verzeichnet. Ob es sich um den von Ihnen Gesuchten handelt, kann ich
nat�rlich nicht sagen. F�r das Todesjahr 1918 wird jedenfalls der Name
nur einmal ausgegeben.

Mit freundlichen Gr��en
Wilfried Petersen

"Dr. Klaus Tietje" <klaus.tietje@t-online.de> schrieb:

Hallo Herr Tietje,

es gibt die M�glichkeit bei der Gro�polnischen Digitalen Bibliothek die Verlustlisten f�r 1918 online einzusehen.
Leider gibt es bei den Verlustlisten 1918 keine Sterbedaten und keine Regimentsangaben (im Gegensatz zu 1914 und 1915)
Daf�r sind die Personen alphabetisch sortiert und vom Geburtsdatum Tag und Monat angegeben. Weiterhin ist der Geburtsort angegeben und das Ereignis (verwundet, gefallen, Gefangenschaft)

Hier der Link zu der Datenbank:

Um sie einsehen zu k�nnen, mu� man den DjVu Viewer runterladen. Dann k�nnen sie die einzelnen Verlustlisten einsehen.

Bedenken mu� man noch, da� die Meldungen ca. 4 - 6 Wochen nach dem Ereignis in die Listen aufgenommen wurden. Aber ich w�rde trotzdem beim 20.8.1918 anfangen. Bei der alphabetischen Sortierung
d�rfte es eigentlich kein gro�es Problem sein.

Gru�

Martin (Huth)