Dr. Matthias Waack, Langeskovweg 9, 24222 Schwentinental, 28.01.11
Liebe Listenmitglieder der Sachsen-Anhalt- Liste,
seit heute bin ich Mitglied, und ich möchte mich gleich an Sie wenden.
Seit 1901 sucht man in unserer Familie nach den Spuren des Oculisten-,
Stein- und Bruchschneiders Stefan von Zütphen. Stefan muss ca. 1550
geboren sein, soll in Danzig ausgebildet worden sein.
Stefan war der Stammvater einer Dynastie von Augenärzten.
Der Name soll aus den Niederlanden stammen, in Deutschland
wurde er in wunderlichsten Formen abgewandelt (Sütphen, Sitfen,
Silfen, Zytphen, Zitfen Sitefen uam.) Die Nachfahren sind der
zeitlichen Reihenfolge nach in Berlin, Mecklenburg, Dänemark
und Altona nachzuweisen, die Oculisten des 17. Jhd praktizierten
im gesamten bekannten Reich der damaligen Zeit, zum Beispiel
Stefans Enkel Christian auch in Strassburg/Elsass.
Ich selber suche seit 2006 mit dem Schwerpunkt Sachsen.
Das liegt daran, dass die Familie ab 1626 in Freiberg gut
dokumentiert ist. Alle Freiberger Akten besagen, dass Stefan
und seine Söhne Stefan und Johannes in Herzberg an der
schwarzen Elster (Herzberg in Meißen) gewohnt haben sollen.
Im Geburtsbrief seines Enkels Stefan (1601-1666) sind als Zeugen
Männer aus der Herzberger Stadtobrigkeit genannt :
Hans Waschler, Stefan Büthner und Hans Hayn, allesamt
aufrichtige Biedermänner".
Stefans (geboren ca. 1550) Schwiegertöchter hießen
Catharina Schlegel aus Wriezen an der alten Oder und
Ursula von Seehausen. Seine Frau Margaretha Theiler.
Nun hat Jemand für mich in dem Herzberger Kirchenbuch, das
ab 1600 geführt wird, geforscht. Dieser Herr betonte, er habe sich
schon ausführlich mit den Herzberger Ärzten beschäftigt, habe
noch niemals die Zütphens dort erwähnt gefunden. Herzberg sei
vielleicht zu klein für Oculisten gewesen, dort habe es lediglich
Bader gegeben. Er wies mich auf die Erwähnung zweier
weiterer Orte in den alten Akten hin: Erlbach (Zschadraß) und
Gorsdorf (Jessen). Die Landbesitzer zumindest in Gorsdorf
waren nach Wittenberg orientiert: 1577 Professor Dr. jur.
Michael Teuber aus Wittenberg, 1598 D. Andreas Rauchbar aus
Hembsendorf, verheiratet mit der Tochter (Witwe?) von Teuber.
Wenn ich mir nun vorstelle, dass ein international tätiger
Augenarzt sich im alten Sachsen niederlässt, kommen
eigentlich nur wenige Zentren in Frage. Eines dieser
Zentren ist ja wohl Wittenberg? Wo könnte ich alternativ
suchen? Im heutigen Sachsen kennt man auch in den
Geschichtsvereinen den Namen Sütphen nicht.
Gibt es im heutigen Sachsen-Anhalt Jemanden, der sich in
der Szene der Oculisten,- Stein- und Bruchschneider auskennt,
insbesondere um 1600 herum?
Herzliche Grüsse,
Matthias Waack
