Sonntag / Markmann / Kubowicz

Liebe Listenleser und lieber Hans-Jürgen,

wenn das mit der Namensgebung wirklich mal so schön
geordnet wäre, wie es so aufgeführt wird…

Ein Beispiel aus heutiger Zeit:
Ich habe für meine Tochter ZWEI Geburtsurkunden mit
unterschiedlichen Nachnamen. Und das aus dem Jahr 2002 !

Grund: ich habe zu Hause bei einer Sturzgeburt ohne Zeugen entbunden.
Danach kam ich in das nächstgelegene Krankenhaus und meine Tochter in
das nächste Kinderkrankenhaus. Dort wurde sie unter meinem Nachnamen
registriert, obwohl ich angegeben habe, dass sie den Namen ihres Vaters
haben soll. Ende vom Lied : nach zig Behördengängen und Aussagen von
Standesbeamten, dass es „dieses Kind für mich eigentlich gar nicht gibt“ –
dabei saß sie auf meinem Schoß - habe ich endlich Ende März (Geburt
war Anfang Januar) eine Geburtsurkunde für meine Tochter mit meinem
Nachnamen und erst im August eine Urkunde mit dem richtigen Nachnamen
erhalten.
Ich habe spaßeshalber mal Einsicht in den Eintrag des Geburtsregisters genommen:
Da läuft sie tatsächlich immer noch unter Andrea XY geb. ZZ.
Mein „Kampf“ mit den Behörden dauert also noch bis heute.

So, und nun frag ich mich mal, ob das bei unehelichen Kindern, bei denen der
Vater bekannt war, vor 10, 100 oder auch 200 Jahren nicht anders gewesen sein soll.
Man ist vom Wohlwollen oder auch dem Gegenteil des jeweilig Eintragenden
abhängig.

Liebe Grüße

Kirsten (Hoffmann)

Kirsten Hoffmann schrieb:

... Ein Beispiel aus heutiger Zeit: Ich habe f�r meine Tochter ZWEI Geburtsurkunden mit
unterschiedlichen Nachnamen. Und das aus dem Jahr 2002 !
... So, und nun frag ich mich mal, ob das bei unehelichen Kindern, bei denen der Vater bekannt war, vor 10, 100 oder auch 200 Jahren nicht anders gewesen sein soll.
Man ist vom Wohlwollen oder auch dem Gegenteil des jeweilig Eintragenden abh�ngig.
...

Hallo Kirsten,

vor den Eherechtsreformgesetzen der letzten rund 35 Jahre und den j�ngeren Reformen des Nichtehelichenrechts in dieser Form in der Tat schwerlich denkbar. In Zeiten davor war der Lauf der Dinge nicht nur einfach, sondern einfach stringenter.

Und wenn es zur Belustigung beitr�gt - meine Frau und ich haben au�erhalb Deutschlands geheiratet und zu einer Zeit, in der dies innerhalb Deutschlands noch nicht m�glich und zul�ssig war, bei der Eheschlie�ung bestimmt, dass wir keinen (!) gemeinsamen Ehenamen f�hren, sondern jeweils die Geburtsnamen beibehalten wollen.

Innerhalb Deutschlands konnten wir dies erst acht Jahre sp�ter - nach entsprechend langwierigen rechtlichen Auseinandersetzungen mit dem zust�ndigen Standesamt und einer unsere Auffassung letztendlich best�tigenden Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes in einem Parallelverfahren - durchsetzen.

Unser Sohn war bereits in der zweiten Klasse, als er endlich den Familiennamen f�hren durfte, den seine Eltern schon zum Zeitpunkt seiner Geburt bestimmt hatten. Die zun�chst gegen den Willen der Eltern anders verf�gten Registereintr�ge waren mithin nachtr�glich entsprechend zu korrigieren. :wink:

Entsprechend bunt lesen sich demgem�� die Original-Registereintr�ge in meinem engeren famili�ren Umfeld.

Hallo Listies:
Warum ist das alles so kompliziert in Deutschland? Ich bin auch unehelich geboren in Deutschland also habe ich bis mein 18. Lebensjahr den Namen meiner Mutter getragen, obwohl mein Vater auf der Geburtsurkunde mich annerkannt hatte. Meine Schwester ist ebenfalls unehelich geboren, aber hier in Argentinien, und sie bekam der Name von meinem Vater. Also war ich Regine Powarzynski, und meine Schwester Angelica Adam.

Hier in Argentinien ist es einfacher, wenn der Vater das Kind annerkennt, auch wenn die Eltern nicht verheiratet sind, tr�gt das Kind den namen des Vaters. Viel einfacher, nicht?
Viele Gr�sse aus Argentinien
Regine (Adam)