Hallo und einen schönen Donnerstagabend
Hallo Gerhard
Da hast Du Dir ja mit Deiner Erklärung echte Mühe gemacht.
Nun kann ich mich ja wieder beruhigt meinen Hufschmieden,
Bauern und Weichselschiffern widmen.
Auch den Rittergutsbesitzer Franz von Dombrowski zu Lensitz
lege ich wieder zu den Akten.
Ich habe - Neugier ist mein 2. Hobby - etwas herumgehorcht
und habe erfahren, dass ein ..... von Parzotka-Lipinski (mit o)
in Muelheim a.d. Ruhr wohnhaft ist. Den Vornamen möchte ich
nicht so einfach ohne Erlaubnis bekannt geben. Er ist ungefähr
5o-55 Jahre. Ist das ein näherer oder nur ein ganz weitläufiger
Verwandter?
Jetzt beginnt die Geisterstunde Gute Nacht Herta
Hallo Herta,
vielen Dank f�r Deine Antwort. Der Name Da,browski (poln. a mit H�kchen), eingedeutscht Dombrowski, ist aus dem Ortsnamen Da,browo* entstanden. In meinen Unterlagen kommt der Name
h�ufiger vor. Das sage ich aus der Erinnerung, denn gez�hlt habe ich die Vorkommen nicht. Bei fast 100.000 Kirchenbucheintr�gen, die ich bis jetzt erfa�t habe, mache ich mir diese M�he nur, wenn es jemandem n�tzt. Solltest Du also "meine Dabrowski" kennen lernen wollen, sag mir's an.
* Dabrowo liegt nicht in den von mir durchforschten Pfarrgemeinden. Aber die Altvorderen sind trotz ihrer Bodenst�ndigkeit auch au�erhalb der heimatlichen Pfarrgemeinden anzutreffen. Sieht man ja an Deinem Rittergutsbesitzer. Obwohl zu pr�fen w�re, ob der Franz v.D. nicht nur ein Anteilsbesitzer war. Die gro�en G�ter wurden n�mlich in sogenannte Gutsanteile "zerlegt" und so gab es f�r wirklich gro�e G�ter oft zahlreiche Besitzer. Und um die Adels-Privilegien zu behalten, wurden diese Gutsanteile bei Erbschaften wieder und wieder (meist unter den S�hnen) aufgeteilt, so da� am Ende Landst�ckchen �brig blieben, die eine Familie kaum noch ern�hren konnten (je nach Bodenqualit�t). Viele stellen sich unter dem Adel immer "etwas Besonderes" vor, aber das geht an den damaligen Realit�ten meist weit vorbei, denn die zahlreichen polnischen/kaschubischen Adelsleute waren nichts anderes als Bauern, manchmal nicht einmal das. Was glaubst Du, wie viele von ihnen als "hortulani" bezeichnet wurden? Dieser Begriff kennzeichnet "Besitzer" deren Landbesitz gerade mal so gro� war wie ein Garten. Na, das wirst Du alles schon wissen.
Sch�nen Tag noch . . .
Gerhard v.P.L.
Hallo Gerhard, Halo liebe Listenfreunde,
ich habe Tomaszewski, welcher nach seinen eigenen Angaben von der polnisch-adligen Familie �Tomaszewski� abstammt.
Der eignetliche Name soll "von Thoma" sein, une einer seiner Vorfahren von Kaiser geadelt worden sein und die Endung -ski verliehen bekommen haben.
Meiner Meinung nach eine sch�ne Geschichte, deren Wahrheitsgehalt aber sehr fragw�rdig ist. Familien "von Thoma, von Toma" gibt/gab es, deren Namen wurde meines Wissens aber nicht ge�ndert.
Viele Gr��e
R�diger
Hallo,
der Name Tomaszewski k�nnte aber auch vom polnischen Vornamen Tomasz
abgeleitet worden sein, beide sind in Polen durchaus gel�ufig, eine weitere
M�glichkeit ist eine Ableitung von einem Ortsnamen, wie z.B. Tomasz�w, somit
w�re der adelige der Herr auf und/oder in Tomasz�w, oder kurz und inzwischen
auch b�rgerlich Tomaszewski.
Die Tatsache, da� ein landadeliger Name an den Landbesitz r�ckgekoppelt
gewesen ist, liegt sehr lange zur�ck und es gibt einige
Erkl�rungsm�glichkeiten hierf�r, warum eine urspr�nglich nachweislich
landadelige Familie u.U. seit Generationen kein St�ck Land besitzt, aber den
Anspruch auf den Landadeltitel (�Nobilis�) kann man in den meisten F�llen in
vielen alten Standesamtsb�chern zur�ckverfolgen.
Liebe Gr��e,
Richard Czarnecki
Hallo R�diger,
allwissend bin ich nicht gerade, aber ich mir ist bekannt, da� nach 1569
(Lubliner Dekret) manche preu�ischen Besitzer ihren Familiennamen
polonisierten, um nicht als Ausl�nder zu gelten und um dadurch ihren in
polnischem Hoheitsgebiet liegenden Grundbesitz zu sch�tzen. Gelegentlich
wird es auch vorgekommen sein, da� Namen ziemlich willk�rlich ge�ndert
worden sich. Im Kirchenbuch von Borzyszkowo finden sich folgende Varianten
eines Namen, die teilweise f�r die gleiche Person benutzt wurden - je nach
Schreiber: Zoltk / Zioltk / Zoltek / Zioltek / Zioltkowski
Vielleicht ist tats�chlich ein Zweig der "v.Thoma" Tomaszewski genannt
worden. Da� "der Kaiser" den "-ski"-Namen verliehen haben soll, ist kaum
anzunehmen, da es in Polen nie einen Kaiser gab und diese Form ja "nur" das
Adjektiv eines Ortsnamens war, mit dem der eigentliche Familienname erg�nzt
wurde.
Und was Richard Czarnecki schreibt, da� der Familienname aus dem Vornamen
Thomas / Tomasz entstand, ist eine weitere durchaus m�gliche Erkl�rung.
Beste Gr��e
Gerhard v. Pazatka Lipinski
hallo Herr Gerhard v. Pazatka Lipinski,
nat�rlich lag Polen mehr als ein Jahrhundert lang im Herrschaftsgebiet
gleich (oder noch besser nacheinander) drei Kaiserreiche, n�mlich w�hrend
der polnischen Teilung und diese Herrscher haben u.a. auch flei�ig ihre
Untertanen nach Belieben geadelt, es ist mir zwar tats�chlich nicht bekannt,
da� z.B. ein Deutscher Kaiser egal ob in Preu�en oder in �sterreich einen
Polen in den Adelsstand dadurch erhoben h�tte, da� dieser die -ski oder -cki
(in egal welcher Schreibweise?) Endung verliehen bekam, sondern nat�rlich
nur durch den deutschen "von" oder durch die Vergabe eines Grafentitels (so
ist's u.a. auch einer landadeligen urspr�nglich polnischen Familie mit dem
Namen Czarnecki in der Gegen um Posen widerfahren, als dieses Gebiet nach
einer der drei Teilungen erst an das F�rstentum Brandenburg fiel und dadurch
sp�ter ein Bestandteil des Preu�ischen Reiches geworden ist) - nur was
passierte danach, z.B. nach dem I. WK? - als der neue Polnische Staat
wiederentstanden ist. Ich kann mir durchaus vorstellen, da� der eine oder
andere z.B. von Thoma sich sofort lieber Tomaszewski nennen wollt (m�sste!),
wenn er dort leben bleiben wollte, wo seine ganze Familie seit Jahrhunderten
zu Hause gewesen ist?
Den polnischen Landadeligen ist in dieser Hinsicht genau das selbe
widerfahren, was Sie vollkommen richtig �ber den Mechanismus der Anpassung
bei den deutschen Familien beschieben haben, die sich den wechselnden
geopolitischen Begebenheiten anpassen mussten. Die einen haben sich
polonisiert, die anderen eingedeutscht, der Mechanismus der Anpassung ist in
beiden F�llen identisch.
Liebe Gr��e aus Hamburg,
Richard Czarnecki
Guten Abend, Richard Czarnecki,
zugegeben, ich befand mich mit meiner �u�erung gedanklich etwas weiter in der Vergangenheit, in der polnischen "Adelsdemokratie", und habe an die "zeitnahe" Herrschaft Preu�ens weniger, eher gar nicht gedacht. Nach 1772 mag es wohl die eine und andere Standeserhebung kaiserlicherseits gegeben haben. - So weit ich das beurteilen kann, sind polnische Adlige immer als "nobili" bezeichnet worden. Erst nach 1772 wurde - gewisserma�en durch einen Verwaltungsakt - das preu�ische "von" den polnischen Namen hinzugef�gt (es soll um 1800 gewesen sein). Ich bin nicht allwissend, aber die "-ski"-Endung kann eigentlich nicht verliehen werden. Sie bedeutet ja nichts weiter als "der Ascheberger" oder "der Lohrer" oder "der Warendorfer" oder "der Hamburger" Richard Czarnecki und kennzeichnet den Wohnplatz der Person. Da aber fr�her nur Edelb�rtige Land besitzen konnten, konnten auch nur diese Personen dem echten Familiennamen einen Ortsnamen hinzuf�gen. as geschah ohne Extraerlaubnis der Obrigkeit. Das ist meines Wissens auch unabh�ngig von einer Standeserhebung zu sehen. Wurde also dem Richard Czarnecki ein Grundst�ck in Hamburg verliehen, konnte er sich danach benennen, aber er mu�te nicht. So habe ich das bisher aus der Literatur verstanden.
Nichts f�r ungut, da� ich als Beispiel Ihren Namen verwendet habe. In meinen Aufzeichnungen kommt Czarnecki mehrfach vor (vornehmlich kath. Pfarrgemeinde Niezabyszewo = Damsdorf, Kreis B�tow, und dort �berwiegend in Male Plotowo = Klein Platenheim, 46 Taufen). Wenn es n�tzt, stelle ich die Daten in einer ecxel-Tabelle f�r Sie zusammen.
Beste Gr��e
Gerhard v. Pazatka Lipinski