-ski Adel?

Hallo und einen schönen späten Abend
   Gerhard, Du machst mir Angst. Von meinen allernächsten Angehörigen
   bis hin zu den Ahnen ab ca. 16oo wimmelt es so von -ski bei den
   Familiennamen.
   Salewski aus Dirschau/Westpreußen mit allen Angeheirateten.
   Dumalski aus Peterswalde. Brokowski aus Liebstadt.
   Dabrowski-Dombrowski aus Krs. Stuhm. Schindowski, Borowski, Koslowski
   kommen auch noch dazu.
   Meine -ski- Sammlung vergrößert sich ständig, dabei suche ich doch nur nach
   * Pasquald aus Liebstadt.
   Ich wünsche eine angenehme Nachtruhe Herta

Hallo Herta und alle Interessierten,
es war hier zwar schon mehrfach Thema, aber es gibt ja auch laufend neue
Listenmitglieder:
Zwar bedeutet ein -ski als Endung nicht automatisch die Zugeh�rigkeit zum
polnischen Adel, es ist aber wohl Voraussetzung. Jedenfalls entspricht das
-ski dem deutschen "von". Es kann aber auch nur eine Herkunftsbezeichnung
sein. Allerdings sollte man wissen, dass ca. 25 % der polnischen Bev�lkerung
zum Adel z�hlten, was die Sache relativiert. Es gab in Polen D�rfer, in
denen praktisch nur Adelige lebten und zwar als normale Bauern.
Im mittelalterlichen Polen galten alle Waffentr�ger (Ritter, heute w�rde man
sagen Soldaten) als adelig.
Diese Darstellung ist nat�rlich verk�rzt, beschreibt aber aus meiner Sicht
den Kern der Fragestellung.
Viele Gr��e
Ralf

F�r die am Thema interessierten:
Was Ralf Wenn schreibt ist richtig. Ich will dazu erg�nzen. . .
In fr�heren Zeiten konnte nur der Adel Land besitzen. Seine Privilegien waren an Grundbesitz gebunden. Ohne Landbesitz verlor er diese Vorrechte.
Die Entstehung der "-ski-Namen" soll folgendes Beispiel erkl�ren:
Jan Janta hatte im Dorf Liepnitz Grundbesitz. Er nannte sich dementsprechend "Jan Janta z Liepnitz" = "Jan Janta aus Lipnitz" - sp�ter wurde er im allgemeinen Sprachgebrauch "der Liepnitzer Jan Janta" genannt. Aus dem Nomen "Liepnitz" war das Adjektiv "Liepnitzer" geworden, welches in der polnischen/kaschubischen Sprache "Lipinski" lautete. Da nur der Adel Land besitzen konnte, konnten sich auch nur Adlige (zus�tzlich zum Familiennamen) nach dem Ort ihres Besitzes benennen.
In der Folgezeit verzichteten manche Familien wieder auf den zweiteiligen Namen. Die einen kehrten zu ihren urspr�nglichen Familiennamen (z.B. Janta) zur�ck, die anderen behielten nur den Beinamen (z.B. Lipinski) bei, andere f�hrten den zweiteiligen Namen weiter bin in die heutige Zeit.
Gerhard v.P.L.

Hallo,
ich muss wirklich mal danken f�r die tolle Aufkl�rung, auch wenn ich vorerst
keine "Betroffene" bin. Es ist immer wieder spannend.

Gr��e an alle
Margitta

Suche: Bargel - Mex - Spitzmacher - Hohendorf (OP)
            und in Mitteldeutschland Voigt - Dannehl - Briest

Hallo Herta,
ich habe "gesehen", wie Du mit den Augen gezwinkert hast, als Du schriebst,
ich mache Dir Angst.
Man mu� sich vor Augen halten, von wem Pommern bis an die Elbe und im
Ordensgebiet besiedelt war. Es waren Slawen mit ihren typischen Namen, die
vielfach keine Leibeigenen waren. Aus der Gruppe dieser "Freien" ist der
"Panen-Adel" hervorgegangen. Pan = Herr = freier Herr. Vielfach hat der
Deutsche Orden (bzw. seine Beauftragten) zum Siedeln eingeladen. Man kann
dabei an die Geschichte des Rattenf�ngers von Hameln denken, der sicherlich
keine Kinder - allenfalls Kinder der Stadt (leistungsf�hige junge Leute) -
wegf�hrte. Entweder warb er f�rs Milit�r oder f�r das Siedeln in einer
"neuen Heimat". Dort erhielten sie Land. Damit waren die Grundprinzipien des
sp�ter privilegierten Standes geschaffen: Frei geborene Bauersleute im
Besitz von Land. Wie es zum "-ski" in den Namen kam, ist sicherlich bekannt.
Ich habe es kurz in meiner Reaktion auf das mail von Herrn Wenn erl�utert.
Und nun der Vorteil Deiner vielen "-ski"-Namen:
Grundbesitzer sind nicht nur in den B�chern der Kirchen und St�mter zu
finden, sondern in vielen anderen Unterlagen, z.B. in Grundakten,
Hypothekenb�chern, Testamenten, Vertr�gen, Gerichtsakten usw. usw. und auch
im Geh. Staatsarchiv Preu�. Kulturbesitz in Berlin, denn . . .
Das damalige Deutsche Herlodsamt hat um 1903 - 1910 gepr�ft, welche
polnischen/kaschubischen "-ski"-Familien zum Adel geh�ren und das preu�ische
"von" im Namen f�hren d�rfen. Wenn die dabei entstandenen Dossiers die
beiden Weltkriege �berstanden haben, lagern sie heute in Berlin und k�nnen
von jedermann kostenlos eingesehen werden. Als Beispiel: Die Akte meiner
Familie umfa�t etwa 150 Seiten. Das hat mich ziemlich vorw�rts gebracht.
Wenn auch nicht alles stimmte, wie ich sp�ter festellen konnte.
Genug davon und keine Agnst vor den "Adligen"
Gerhard v. Pazatka Lipinski