Siedlungen Ungarn/Schlesien und umgekehrt

Liebe Listenmitglieder,

schon wieder sind mir in Ungarn und Schlesien Namensgleichheiten meiner Vorfahren aufgefallen.

Das durch das Habsburger Reich viele Ungarn nach Schlesien gekommen sein können ist naheliegend.
Gab es auch umgekehrte geschichtlich bekannte Besiedlungen von Schlesien nach Ungarn?
Sind Siedlungen in den ungarischen Raum aus dem süddeutschen Raum bekannt?
Waren die Siedler, die nach Ungarn kamen evtl. auch evangelisch?
Leider bin ich geschichtlich nicht so bewandert, könnte mir aber vorstellen, dass durch das Habsburger Reich
viele Süddeutsche auch nach Ungarn ausgewandert sind (dann aber wohl meist Katholiken?).
Vielleicht kommt ja dadurch auch die Namensgleichheit in Schlesien und Ungarn zustande.

Viele Grüße aus Bremen,
Thomas Oszinda

Ich suche weltweit die Namen OSCENDA, OSZENDA, OSCINDA, OSZINDA
AUßERDEM:
OSENDA, OZENDA (hauptsächliches Vorkommen in den französischen Mittelmeeralpen)
OSCSENDA (hauptsächliches Vorkommen in Ungarn)
OSZCZEDA (hauptsächliches Vorkommen in Polen)

Meine hauptsächliche Namenssuche in den Kreisen ÖLS, GROß-WARTENBERG und
SCHILDBERG:
OSCENDA, OSCINDA, OSZINDA
BUCHWALD, BUHL, KRUPPA, KURSAWE, SOWA, THEU

Weitere Namen: Drigale, Drygalla, Dugass, Ernst, Franz, Golik, Kawelke,
Klitsch, Kogut, Krupa, Latz, Marek, Paternoga, Peter, Post, Reitzig,
Sachschal(e), Schön, Seidel, Skrubeln, Swora, Zachciady, Zachciate.
Meine Ahnenhomepage: www.genealogy.com - site search: oszinda oder
www.google.de - Suche: oscinda

Lieber Thomas,

das Vorkommen desselben Namens sowohl in Ungarn als auch in Schlesien kann
in einigen F�llen durch die Einwanderung von S�dwestdeutschen in beide
Gebiete entstanden sein. Es gibt zur Einwanderung von S�dwestdeutschen nach
Ungarn eine Vielzahl von Internetseiten, als erstes k�nntest Du Dir diese
ansehen:
http://www.genealogienetz.de/reg/ESE/dschwaben.html

Es gibt eigene Mailinglisten zu diesem Thema, zum Beispiel:
BANAT-L-request@rootsweb.com
donauschwaben-L-request@genealogy.net

Interessant sind weiter die Seiten des Instituts f�r donauschw�bische
Geschichte und Landeskunde in T�bingen
http://www.uni-tuebingen.de/uni/yxg01 oder der Landsmannschaft der Banater
Schwaben
landsmannschaft@banater-schwaben.de
Start

F�r Genealogie weiterhin interessant z.B.
Arbeitskreis donauschw�bischer Familienforscher
http://www2.genealogy.net/gene/vereine/AKdFF/akdff-de.html

oder die ausf�hrliche Linkseite

Ich mu� aber gleich noch dazu sagen, dass es beim Vorkommen desselben Namens
in Schlesien und in Ungarn viel wahrscheinlicher ist, dass der Name
slawischer Herkunft ist. �ber 1000 Jahre haben vor allem die Slowaken, aber
auch die Kroaten mit den Ungarn zusammengelebt und durcheinander gesiedelt.
Die Slowaken hatten vor 1918 nie einen eigenen Staat. Nicht nur in der
heutigen Slowakei haben Ungarn mit Slowaken zusammengewohnt, auch �ber ganz
Ungarn verstreut bis hin zu einem gr��eren zusammenh�ngenden Siedlungsgebiet
im S�den Ungarns bei B�k�scsaba lebten Slowaken. Die Slowaken sind wie die
Polen ein westslawisches Volk. Aus einem �hnlichen slowakischen Wort wie dem
polnischen Wort oszczedny = sparsam kann auch ein slowakischer Name
entstanden sein. Zum Beispiel ist der dritth�ufigste Name in Ungarn der Name
Kov�cs. Dieser Name war in der ehemaligen Tschechoslowakei der achth�ufigste
Name (Kov�c, der Name bedeutet Schmied) und entspricht dem polnischen Kowal,
mit den beiden h�ufigen polnischen Ableitungen Kowalczyk (achth�ufigster
Name in Polen) und Kowalski (zweith�ufigster Name in Polen). Auch der
vierth�ufigste Name in Ungarn, der Name Horv�th, kommt in genau derselben
Form in der Slowakei vor (in der ehemaligen Tschechoslowakei war es der
neunth�ufigste Name, er bedeutet Kroate). Und nicht umsonst ist der
h�ufigste Name in Ungarn der Name T�th, denn er bedeutet - Slowake !

Viele liebe Gr��e von Peter Ebenfeld