Schweizer Einwanderer - Name Känel

Liebe Forscherkolleginnen,
liebe Forscherkollegen,

Schweizer Einwanderer nach Elsass/Lothringen

In "Pfälzishe Heimatblätter..." (siehe unten) habe ich folgende Info gefunden (vielleicht ist es für jemanden von Euch von Interesse):

...Bis heute ist der Name des Antonius von Känel in den Kirchenbüchern der zuständigen Ortschaften im Bezirk Reichenbach nicht gefunden worden. Ordnungsgemäß mussten sich die Auswanderer registrieren lassen, wofür sie eine Gebühr von 10 Prozent ihres Vermögens zahlen mussten. Da die Känel unbemittelt waren, ersparten sie sich die Gebühr. So wurden sie nicht registriert, was für unsere Forschung eine große Erschwerung bedeutet.

Darum ist es in den meisten Fällen unmöglich, solche Auswanderer "heimzuweisen", d.h. sie in den heimischen Kirchenbüchern aufzufinden, besonders wenn es sich um große Geschlechter und verbreitete Vornamen handelt. Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass begüterte Einwohner mit dem Namen Känel in Faltschen, Reichenbach oder Aeschi (siehe unten) nicht an Auswanderung dachten, da es ihnen ja in der bernischen Heimat wohl erging und sie die sichere Gegenwart nicht gegen eine ungewisse Zukunft tauschen wollten.

Ab und zu ließen sich die Auswanderer auch registrieren; so führt das Berner Staatsarchiv in seinem Schreiben vom 17.8.1960 im Register der "weggezogenen Mannrechte" (1694 - 1754) als Auswanderer auf:

Hans Caspar von Känel von Reichenbach, der in Trülling in der Grafschaft Nassau-Saarwerden eine neue Heimat fand, wird am 15.1.1725 aus der bernischen Staatsangehörigkeit entlassen. Seine Mittel, die er nunmehr wegziehen darf, betragen 50 Kronen (Fußnote 9: heutiger Wert etwa 2.500 DM = um 1962)...

Namensveränderungen: Kennel, Känel (Kaenel) Kändel, Kentel, Kentels, Kehner, Könnel (Koennel)

Aus „Pfälzische Heimatblätter“, unsere Beilage für Geschichte und Naturkunde, herausgegeben unter Mitwirkung der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, des Historischen Vereins der Pfalz, des Pfälzischen Vereins für Naturkunde und Naturschutz „Pollichia“, sowie der Arbeitsgemeinschaft für pfälzische Heimatgeschichte und anderer Heimatvereine, Nr. 9, Sept. 1962, Jahrgang 10:

Namensdeutung: Das Wort Känel bedeutet Wasserleitung, und zwar nicht aus Röhren bestehende, sondern eine solche aus hölzernen Rinnen, die aus der Länge nach halbierten Baumstämmen ausgehauen wurden. Ein in der Nähe solchen Känels stehendes Haus wurde „zum Känel“ oder kurzweg „Känel“ genannt; die Bewohner dieses Hauses hießen „von Känel“.

Erhebungen haben ergeben, dass die Känel heute noch die zahlreichste Familie im Gebiet um Reichenbach sind. Ursprünglich setzte sich dieses Geschlecht aus Bauern und Hirten zusammen, später stellte es auch Handwerker und einzelne gelangten zu öffentlichen Ämtern.

Mit Falschen, Fälschen oder Faltischen ist Faltschen gemeint, eine der Unterabteilungen der Gemeinde Reichenbach im Kandertal, Amtsbezirk Frutigen, Berner Oberland/Schweiz. Reichenbach bildete einst zusammen mit den Nachbargemeinden Aeschi und Kraftigen die Landschaft Aeschi, eine Unterabteilung der Landvogtei Frutigen.

Herzliche Grüße

Manfred (Schwab)