"Gerald Gräfe" <gerald.graefe@t-online.de> schrieb:
Simone,
da bin ich sehr gespannt. Zumal die Familie Kirk auch immer auf ihre
angeblich schottische Herkunft pocht, ohne das bislang aber belegen zu
können...
Hallo Gerald,
vielleicht kann ich bei der schottischen Herkunft deiner Vorfahren etwas behilflich sein.
Bei einzelnen Familien mögen die Vorfahren tatsächlich aus Schottland gekommen sein, denn schon zur Zeit der Hanse wurde über die "Schotten" geklagt, aber wahrscheinlicher ist, dass die Vorfahren Hausierer oder herumziehende Krämer waren.
Dazu aus dem "Preussischen Wörterbuch" von H. Frischbier von 1883:
Schotte, Schottenkrämer, m., Hausierer, herumziehender Krämer, der mit seinen Waren namentlich die Jahrmärkte in kleinen Städten besucht. Ebenso in Pommern, in der Neumark, in Bayern, Tyrol. Lit. szátas Hausierer, wandernder Krämer, russ. szatàjus, szatàt`sja umherlaufen, sich umhertreiben, szatùn Umherläufer, Vagabund. Bei Danzig Dorf Schottland, von dem Henning, 244, den Namen dieser Hausierer irrtümlich ableitet; wahrscheinlicher ist's, daß die dort ansäßigen Hausierer (Schotten) dem Orte den Namen gegeben. Auch im Kr. Königsberg, bei Neuhausen, giebt es ein Etablissement Schottland, und an der Weichsel im Kr. Marienburg, desgl. im Kr. Kulm einen Schottenkrug. Dähn., 412b. Schmeller III, 416. Nsslm. Forsch. 3; Th., 167. Hirsch, 230, erwähnt die Schotten neben den Nürnbergern und Spaniern als sogenannte Landfahrer unter den mit Danzig handeltreibenden Fremden. Wir wollen, die fremden Krämer, desgleichen Schotten, die allhie im Lande saszhaftig, so sie in eine Stadt ankommen, nach Gelegenheit der fürnehmen Märkte, wie es in der Stadt gebräuchlich, ihre Waaren öffentlich und ungehindert feil haben sollen und mögen, mit diesem Bescheide, dasz sie über solche Zeit auszerhalb der geordneten Jahrmärkte, in derselbigen Stadt keinen öffentlichen Markt halten sollen. Im Oberland aber und nach der Masaw soll den Schotten ihre Waaren allenthalben feil zu haben unverboten sein. Landesordnung von 1640.
Warte, bis die Schotten kommen, d. h. bis es Gelegenheit giebt. Op em Såmer op em Sinndag, wenn de Schotte kåme. Samland. Sprw. I, 3532. Morgen kommen die Schotten, als Trost, aber auch als Aufmunterung, das Heute zu genieszen.
In der Landesordnung wurde als extra unterschieden zwischen ausländischen (fremden) Händlern und Schotten (Hausierer).
Die Ansicht von Bodo Koglin kann ich nur unterstützen.
Natürlich gibt es auch einzelne Ausnahmen.
Viele Grüße
Heinz (Muhsal)