Hallo Ihr Wissenden und Hilfsbereiten,
als ich meine Anfrage zum "Militär in Schweidnitz um 1817" startete, hatte
ich ja die Hoffnung, dass mir jemand helfen kann.
Von der Vielzahl und Qualität eurer Antworten bin ich aber so überrascht,
dass es mich glatt umhaut.
Ich danke euch ganz herzlich: Wolfgang Müller (Stockholm), Klaus Liwowsky,
Ernst Hoffmann, Volker Zimmer.
Eure Beiträge haben mich z.T. bestätigt, z.B. die Vermutung, dass der
Kutscher in 1817 bereits Zivilist war, mich aber auch weitergehend aufgeklärt. Dazu
gehören auch ganz besonders die Literaturhinweise über die Landwehr, die
Befreiungskriege und Schweidnitz als Garnison.
Da werde ich versuchen, das eine oder andere noch vertiefend nachzulesen.
Erklären möchte ich noch, dass ich unter der Obhut der West-Alliierten in
Berlin aufgewachsen bin und deshalb von der Wehrpflicht verschont blieb. Dadurch
fehlen mir aus eigener Erfahrung militärinterne Kenntnisse. Auch später habe
ich mich nie sonderlich dafür interessiert. Erst jetzt komme ich über die
Familienforschung mit diesem Bereich der deutschen Geschichte in Berührung und habe
deshalb eine Menge nachzuholen.
Ich möchte hier, nach meinem bisherigen Verständnis, meine Überlegungen
veröffentlichen und hoffe, dass ihr mir wohlgesonnen seid und mich auf Fehler oder
voreilige Schlüsse aufmerksam macht.
Im "Geheimen Staatsarchiv Preussischer Kulturbesitz" (GStPK) in Berlin-Dahlem
werden tatsächlich viele Preussische Akten verwahrt, ob darunter aber auch
Material über die Schlesischen Regimenter zu finden ist, werde ich erfragen.
Bisher dachte ich, dass sämtliche Unterlagen bei einem Bombenangriff auf Potsdam
verloren gingen.
Das 9. Schles. Landw.Inf.Reg. gehörte zum II. Armeekorps Kleist und bestand
aus 4 Batallionen.
Wie groß war die Mannschaftsstärke und was bedeutet der Hinweis auf "1.
Companie" in diesem Zusammenhang? Ohne Kenntnis des Batallions nützt mir die
Kompanie wohl gar nichts oder?
Klaus schrieb, dass eine Einheit (welche?) zum sogen. 7. Res.Inf.Reg. gehörte
und als II. Bat. in Schweidnitz stationiert war.
Erstens muß ich jetzt wohl noch genauer die Zugehörigkeit zum Batallion
feststellen, aber andererseits muß der Gediente ja gar nicht in Schweidnitz
stationiert gewesen sein. Er war ja nur in 1817 als Kutscher beim Rittmeister in
Schweidnitz.
Ich gehe aber davon aus, dass der Kutscher den Rittmeister Lieres bereits
beim Militär kennen gelernt haben muß, denn solch eine Stellung wurde bestimmt
nicht öffentlich ausgeschrieben.
Außerdem schrieb Ernst, dass dieser (wahrscheinlich) Friedrich von Lieres um
1816 beim 9. Schles.Landw.Cav.Reg. diente. Da könnte doch die Verbindung zu
finden sein.
Kann man etwas über einen konkreten Einsatz dieses 9. Schles.Landw.Inf.Reg.
im II. Armeekorps Kleist in den Befreiungskriegen erfahren?
Ernst schrieb, dass es sich bei der Landwehr um Miliz handelte, also
Freiwillige?
1817 war der Kutscher bei der Heirat 24 Jahre alt, also bei Aufstellung des
Regiments in 1813 war er 20 Jahre alt. Mit 20 ging man doch üblicherweise zum
Wehrdienst? Das war doch Pflicht oder etwa freiwillig?
Hat es eine Bedeutung, dass der hier Besprochene der älteste Sohn der Familie
war?
Wie gesagt, ich werde versuchen, einige von den empfohlenen Buchtiteln zu
besorgen.
An Volker:
Kannst du bitte noch einmal nach den fehlenden Seiten schauen:
(natürlich genau die mit der Zeit der Befreiungskriege)
Schulze, Walter "Schweidnitz als Festung und Garnison" Schweidnitz 1937
Ich danke nochmals für eure Aufmerksamkeit.
Gruß
Oliver