Hallo zusammen!
Heute habe ich mal eine ganz allgemein Frage. Gab es in Ostpreußen im 18. und 19. Jhdt. eigentlich auch Scheidungen oder geht man grundsätzlich vom Tod eines Partners aus, wenn der andere Partner zum 2. mal heiratet?
Hintergrund:
Heirat Christian Librux
oo Catharina Wickel
1 Tochter Elisabeth, geb. 1850
Sterbefall Catharina Librucks 1888
Heirat Christian Lieberuks
oo Elisabeth Guddat 1869, da war er bereits 40 Jahre alt aber noch Junggeselle und Catharina lebte noch!
1 Sohn August
Könnte es sein, dass Christian und Catharina sich haben scheiden lassen, und wenn ja, wurde solch ein Akt auch irgendwo verzeichnet?
Viele Grüße
Holger (Liebrucks)
Hallo Holger,
also Scheidungen gab es nat�rlich. So habe ich - auch erst durch intensive Forschungen - herausgefunden, dass sich meine Urgro�eltern um 1880 geschieden wurden. (http://www.ahnen-gesucht.de/ahnenspuren/stammbaeume/loseries/carl-loseries-1842.html/index.html)
Auch habe ich von vielen anderen Scheidungen geh�rt. Eine Scheidung war bei den Protestanten sowieso einfacher als bei den Katholiken.
Wo dies vermerkt wurde vor der Zeit der Personenstandsregister kann ich Dir allerdings auch nicht sagen. Sicherlich kann es in dem einen oder anderen Kirchspiel auch im Heirats-Kirchenbuch vermerkt worden sein. Dies hing aber von dem jeweiligen Pfarrer ab.
Was mich in dem Zusammenhang selbst interessieren w�rde, ist die Frage, wo die Personenstandsregister in Ostpreu�en gef�hrt wurden. Da dies eine Amtshandlung ist, vermute ich mal, dass dies im Sitz des Amtsbezirks und davor vielleicht bei den Justiz�mtern geregelt wurde. Das ist aber Spekulation von mir und ich w�rde mich freuen hierzu Gewi�heit zu erlangen.
Was die Angabe betrifft, dass Christian Junggeselle bei der Heirat 1869 gewesen sein sollte, unterliegt entweder der Annahme einer Falschaussage von Christian, der Schludrigkeit des Pfarrers oder der M�glichkeit, dass es sich um einen anderen Christian handelt. Vielleicht musst Du hier noch einiges an Forschung betreiben. Ich selbst habe auch nur durch Zufall herausgefunden, dass sich meine Urgro�eltern geschieden waren.
Herzliche Gr��e,
Fritz (Loseries)
Ich weiß nicht, wie es allgemein üblich oder richtig war.
Mir liegt jedenfalls aus dem Bergischen Land eine Urkunden-Kopie aus dem
Jahr 1811 vor, in der man ganz einfach im Heiratsbuch eine Seite
"umgebastelt" hat zur Scheidungsurkunde. Die Personalien sind eingesetzt wie
bei der Trauung, die Heirat betreffende Zeilen sind gestrichen und auf die
Scheidung umgeschrieben.
Freundliche Grüße
Dagmar Faust
Hallo zusammen!
Vielen Dank f�r Eure Antworten!
Sicher ist noch einiges an Forschungsarbeit n�tig, um die beiden Christians als eine Person zu indentifizieren, wof�r es aber schon einige Hinweise gibt.
Das ich nun wei�, dass offizielle Scheidungen tats�chlich durchaus m�glich waren und auch durchgef�hrt wurden, wird mir vielleicht bei diesem Teil des Puzzles ein wenig helfen!
Nochmals Danke und viele Gr��e!
Holger
Hallo Holger,
im GStA PK gibt es im Etatsministerium
XX.HA. EM Abt. 40b4
folgende Akten:
Nr. 3 Eheh�ndel und Scheidungen Band 1, 1547-1682
Nr. 3 Eheh�ndel und Scheidungen Band 2, 1683-1795
Leider habe ich keinen Folgeband gesehen. Da das EM auch nicht weiter fort bestand muss man die Scheidung wohl bei einem Amtsgericht suchen, eventuell kommen auch Notariatsakten in Frage. In den Kirchenakten wurden teilweise Dokumente zu den Heiraten gesammelt (Aufgebote in anderen Kirchen, Scheidungsurteile) oder es gibt Hinweise in den Kirchenbucheintragungen oder Einwohnerlisten auf geschiedene (oder abgeschiedene) Personen. Im Standesamt wurden diese Dokumente in den Nebenregistern gesammelt (nur zur Vollst�ndigkeit).
Die jeweilige Aktenlage h�ngt halt vom gesuchtem Ort und Zeitraum ab, und von der Systematik der zust�ndigen �mtern und Personen.
Wenn jemand aus der Runde die obigen Akten mal einsehen sollte, bitte ich um einen "Erfahrungsbericht"!
Mit den besten Gr��en,
Marc Plessa
Liebe Ortelsburger Nachkommen,
ich m�chte alle, die den Heimatboten (noch) nicht beziehen, auf folgende Veranstaltung hinweisen:
Das 3. Heimatseminar der Kreisgemeinschaft Ortelsburg findet vom 26.02.-28.02.2010 in Bad Pyrmont statt.
Interessenbekundungen aus der Nachkriegsgeneration bitte bei:
Hans Napierski, Heinrichstr. 52, 45701 Herten
h.naperski@kreis-ortelsburg.de
Mit den besten Gr��en,
Marc Plessa
Hallo Herr Plessa,
bei der E-Mail-Adresse von Hans Napierski ist ein kleiner Fehler drin.
Richtig sollte sie lauten:
h.napierski@kreis-ortelsburg.de
Herzliche Gr��e
Marita Lichtenstein
-----Urspr�ngliche Nachricht-----
Liebe Ortelsburger Nachkommen,
an dieser Stelle m�chte ich auf die Heimatstube des Kreises Ortelsburg hinweisen. Die bisherigen �ffnungszeiten w�hrend der Woche (Dienstags 10:00 bis 15:00 Uhr) waren f�r Berufst�tige kaum wahrnehmbar.
Um auch j�ngeren Leuten die Heimatstube zu �ffnen, wird die Heimatstube im Jahr 2010 zus�tzlich an folgenden Samstagen von 10:00 bis 15:00 Uhr ge�ffnet: 6. Februar, 6. M�rz, 3. April, 5. Juni und 3. Juli.
Mit den besten Gr��en,
Marc Plessa