Rekronstruktion eines schlecht erkennbaren Fotos?

Hallo allerseits,

auf der Suche nach Daten meines Urgroßvaters, der im Zweiten Weltkrieg
verschollen blieb und von dem keine Fotos existierten, bekam ich vor einiger Zeit
doch ein Foto. Und zwar hat meine Großmutter, die leider vor meiner Geburt
starb, beim Deutschen Roten Kreuz einen Suchantrag gestellt, wo auch ein Bild
vorhanden war. Leider hat das s/w-Bild nur Passbild-Größe und ist recht
schlecht erkennbar, vor allem, wenn man es vergrößert.
Meine Frage wäre jetzt, ob man das irgendwie (digital) rekronstruieren kann?

Viele Grüße
Andreas

Hallo Andreas,

wenn Du mir das Bild mal schicken könntest, würde ich sehen was noch zu machen ist.
Solche speziellen Arbeiten intessieren mich!

Grüße von

Winfried

Hallo,

ich würde vorschlagen, dass Bild einzuscannen und eine Auflösung von 1200
dpi zu wählen. Allerdings kann es zu Streifenbildung kommen - je nach echter
Auflösung und Qualität des Scanners.

Die beste Qualität erzielt man mit der höchsten echten Auflösung des
Scanners.

Aber dann kann man sogar aus einem Passfoto sogar ein DIN A4 Bild mit
zumindest gleicher Bildqualität herausholen.

Gruß
Markus

Die beste Qualit�t erzielt man mit der h�chsten echten Aufl�sung des
Scanners.

Auch genannt optische Aufl�sung. Bei meinem Ger�t ist das 1200x600 dpi.
Bei aktuellen Ger�ten geht das hoch bis 4800 dpi. Noch h�here einstellbare
Werte sind, wie der Digitalzoom bei Kameras, Augenwischerei. Es kann sein,
da� der Computer bei so hohen Aufl�sungen z�h arbeitet, da gro�e Bilder
dann sehr viel Speicher brauchen. Ein 9x13 Foto braucht bei 24Bit und
4800 dpi satte 1,1 Gigabyte. Wenn das zu gro� ist, sollte man keine
krummen Aufl�sungen, wie z.B. 1259 dpi nehmen, sondern immer glatte
Teiler der optischen Aufl�sung.

Allerdings kann es zu Streifenbildung kommen - je nach echter
Aufl�sung und Qualit�t des Scanners.

Bei der echten Aufl�sung und chemisch entwickelten Fotos eben nicht,
au�er die Bilder sind gerastert (z.B. in Zeitungen) oder auf mattem,
gleichm��ig strukturiertem Papier (also Papier mit feinen Rillen).
Mattes Papier kann aber auch andere Probleme beim Scannen machen,
die sich in vielen kleinen hellen Punkten �u�ern. F�r solche F�lle
habe ich mir einen noch �lteren Scanner aufgehoben, bei dem das Licht
der Lampe in einem g�nstigeren Winkel auf die gescannte Stelle zu fallen
scheint.

Reinhard hat in seiner eMail zu diesem Thema auf seine Seite verwiesen,
von der ich dieses Bild hier mal als Beispiel nehmen will:

http://www.gross-wartenberg.de/orte/trembatschau/ak002.html

Das Papier ist vergilbt, die Bilder sind blass.
Beim Scannen sollte man bei solchen Bildern darauf achten, da� man den
Farbbereich vom urspr�nglichen Schwarz bis zum urspr�nglichen Wei� in
m�glichst vielen Abstufungen eingescannt bekommt ohne helle oder dunkle
Farben "abzuschneiden" (im Sinne von �berbelichten). Wenn das
Malprogramm es erlaubt, sollte man mit mehr als 256 Abstufungen pro
Farbkanal arbeiten (das entspricht 8 Bit pro Kanal, also 24 Bit
insgesammt). Wenn man mit dem Endergebnis zufrieden ist, kann man das ja
immernoch in die �blichen 8 Bit/Kanal umwandeln.

Zwischenergebnisse nicht als JPEG speichern. Das ver�ndert das Bild.
PNG ist besser. Das hauseigene Format des Malprogramms geht aber auch
(XCF = Gimp, PSD = Photoshop, PSP = Paint Shop Pro, CPT = Photopaint).

Wenn das Papier vergilbt ist und sich vom Farbton her noch vom Bild
abhebt, kann man versuchen durch zerlegen des Farbbildes in Rot-, Gr�n-
und Blauanteil (daf�r haben viele Malprogramme einen Men�punkt) die
farbigen Flecken wegzubekommen. H�tte das Bild Flecken in idealem Rot,
dann w�ren diese im Rotanteil des Bildes nicht zu erkennen. Schwarz
hingegen zeichnet sich in allen Farbanteilen ab. Manche Malprogramme
haben eine Funktion die sich "Farbraum drehen" nennt, mit der man z.B.
ein Orange auf Rot drehen kann.

Aber dann kann man sogar aus einem Passfoto sogar ein DIN A4 Bild mit
zumindest gleicher Bildqualit�t herausholen.

Soll hei�en: Man erkennt auf der A4 Seite nicht weniger als (gute Augen
vorausgesetzt) auf dem Passfoto.
Auf dem o.g. Bild wird man niemals die Gesichter der Personen vor den
H�usern erkennen k�nnen. Daran sind die damaligen Materialien und Optik
schuld.

Viele Gr��e

  Daniel

P.S.: Suche immernoch MILICH, KLUGE und KELLER im Kreis Militsch

Hallo,

eines sollte man sich aber immer vor Augen halten:
Kein Scanner kann ein Bild besser machen als es ist. Wenn irgendetwas auf
dem Bild schlecht erkennbar ist, kann man es mit einem
Bildbearbeitungsprogramm vielleicht etwas schärfer machen (damit man
Unterschiede etwas besser erkennt) aber besser wird das Bild dadurch nicht.

Viele Grüße

Klaus-Peter (Fitzner)