Re: [westfalen-l] Familie Meyer Kutenhausen (Ksp. Minden St. Marien) 18. Jahrhundert

Einen Gruss in die Runde,

also zumindest im Kirchspiel Frille tritt Friedrich Wilhelm Meier lediglich als Einlieger (Heuerling) auf Hofstätten in Frille selber, eingangs sogar auf dem "Wietersheimer Thurm", in Erscheinung. Über eigenen Grundbesitz desselben kann in diesem Kirchspiel kein Nachweis erbracht werden.

Wie bereits erwähnt heißt "aus Cuthenhausen" bei seiner Eheschließung auch in keinem Falle zwingend, daß er dort geboren wurde.

(Sie werden gesehen haben, daß im KB Frille zeitgleich z.B. auch Meier aus Päpinghausen und Aminghausen in Erscheinung treten.)

Von der Vornamengebung der Kinder Rückschlüsse auf "etwaig passende Großeltern" zu ziehen, ist stets mit ganz großer Vorsicht zu behandeln. Aber das haben Sie ja bereits selber eingeräumt.

Sollte er tatsächlich aus Kutenhausen oder umliegenden Orten stammen, so befinden sich dieselben aus "Friller Sicht" auf "genne Kante" - sprich auf dem anderen Weserufer und zudem jenachdem wo in Frille an sich befindet (in preussisch Frille oder in schaumburgisch Frille) im Zweifel auch noch in einem anderen Hoheitsgebiet. Das heißt: man reist nicht mal eben anläßlich einer Taufe im 18. Jahrhundert an.
Das mag ein Grund dafür sein, daß als Taufpaten bei den Kindstaufen dieser Familie Meier -wie ausgeführt wurde- keine Personen "aus Kutenhausen" in Erscheinung treten.
Wenn ich das noch richtig im Kopf habe, gibt es überhaupt bei sämtlichen Kindstaufen immer denselben, einzigen Taufpaten, Anton Hinrich Rösener.

Haben Sie im Detail geprüft, seit wann Friedrich Wilhelm Meier im KB Frille überhaupt in Erscheinung tritt? Ggfls. ergeben sich daraus weitere Anhaltspunkte.

Wenn man davon ausgeht, daß er 1803 in Frille im Alter von 74 Jahren stirbt und somit ca. 1728/1729 geboren wurde, dann war er bei der hier infragestehenden Heirat im November 1760 ca. 31/32 Jahre alt.
Haben Sie geprüft, ob dies seine 1. Heirat gewesen ist? (Im KB Frille des 18. Jahrhunderts geht nicht zwingend in jedem Fall aus den Heiratseinträgen hervor, ob insbesondere ein Bräutigam zum Zeitpunkt der Eheschließung noch Junggeselle war.)

In jedem Fall eine nicht einfach zu lösende familiäre Situation.

Besten Gruß,
Vera (Nagel)

Liebe Vera Nagel,
Sie stoßen in einige Wespenlöcher. Es sind Aspekte, die mich auch schon
beschäftigten - und auf die ich bisher keine Antworten fand.
Bezüglich Kutenhausen bin ich mittlerweile der Ansicht, dass es nur sein
letzter Wohnort vor der Hochzeit mit der Baals in Frille war. Diem
Heuerlingsstelle lag übrigens im schaumburgischen Teil Frilles.
Sie regten die Fragestellung, wie lange er vor seiner Hochzeit in Frille
ansässig war. Leider kenne ich keine Quellen diesbezüglicher Art. Sind Ihnen
welche bekannt?
Sie haben recht mit Ihrer Feststellung, dass die Lösung der familiären
Situation sehr schwierig, wenn nicht gar unmöglich sein wird.
Haben Sie Dank für Ihre Anregungen.
Mit freundlichen Grüßen
Jürgen E.W. Meyer