Lieber Bernd und alle Forscherfreunde, die sich dieser Diskusion angeschlossen haben,
ich habe diese Diskusion mit Interesse verfolgt und wie Ihr alle sehen könnt ist dies ein Thema, daß niemals ohne Emotionen geführt werden kann.
Es gibt Wutanfälle, Streit, beschwichtigende Beiträge und Informative solche 
Wenn man diese unterschiedlichen Reaktionen beachtet, wird deutlich, wie unterschiedlich alle Menschen sind.
Diese Unterschiede begründen sich durch soziales Umfeld, gemachte Erfahrungen, Bildungsstand, Erziehung und vielem Anderen. Einflüsse die jeden einzelnen Menschen prägen und zu dem machen was er ist 
Dazu kommt, daß auch die Sprache als Mittel der Kommunikation von jedem unterschiedlich gebraucht wird, dadurch Missverständnisse schafft, die ebenfalls zu unterschiedlichen Reaktionen führen kann - (Beispielausspruch: DAS HABE ICH SO NICHT GEMEINT)
Astrid fasste das vollkommen richtig zusammen :
"Es wird wohl unmöglich sein, geschichtliche Ereignisse so zu schildern, "wie sie wirklich waren", weil jeder Einzelne von uns sie wahrscheinlich unterschiedlich
erleben würde, wäre er selbst in der Situation, und somit auch auf
Erzählungen unterschiedlich reagiert."
Ein solch schwieriges und von seiner Natur aus sehr emotionales Thema kann nicht objektiv diskutiert werden (wie ihr alle sehen konntet) - wie sollte es daher möglich sein einen in sich vollkommen objektiven Bericht über dieses Thema zu schreiben, wenn man all diese Faktoren berücksichtigt ???
Kalte Statistiken sind ein weiterer Punkt - Sie sind unerlässlich um ein Thema abzurunden, zeigen aber wie Bernd schon sagte nicht die Schicksale die dahinter stehen.
Ich kann nur JEDEN dazu ermutigen Berichte über dieses Thema zu schreiben, der dazu etwas beizusteuern hat. Dabei ist es vollkommen egal wie Objektiv er sein mag (oder eben nicht), denn je mehr es davon gibt, desto eher kann sich der Einzelne ein klareres Bild von dem Thema machen.
Ich finde es gut hier im Forum über diese Thema zu lesen, wobei die Beiträge leider größtenteils sehr vage sind. Abgesehen davon, warum sollte im Forum nicht auch ein mal ein Streit entbrennen - solange er nicht allzu beleidigend wird. Ein sensibeles Thema erhitzt die Gemüter (was auch sehr Positiv ist - denn dadurch bleibt dieses Thema in Erinnerung) aber diese werden sich auch irgendwann wieder abkühlen 
In Gewissheit, daß auch ich mit größter Warscheinlichkeit falsch verstanden werde auch wenn dies nicht meine Absicht ist *lächel
möchte ich doch zu Bernds Beitrag etwas beisteuern.
Einen Ausspruch habe ICH nämlich in deinem Posting nicht richtig verstanden glaube ich:
Es bedarf nur einer Regierungspersönlichkeit, die eine Wannsee-Konferenz
abhält und Kommissarbefehle erteilt und schon finden sich Täter genug,
die quälen und morden.
Was genau meinst du damit?
Ich frage das bevor ich mich darüber auslasse und DU mir anschließend sagst : Das habe ich nicht so gemneint !!! *lach
weiter schreibst du am Schluß:
"Diese schreckliche Veranlagung liegt in der Natur des Menschen und darum
kann nur jeder Einzelne selbst dagegen ankämpfen. - Aber es muß darüber
geredet werden. Überall, bei jeder Gelegenheit und zu jeder Zeit, weil
sonst der nächsten Tätergeneration wieder der Boden für ihre Taten
bereitet werden würde! - Das muß verhindert werden!"
Richtig - es liegt in der Natur des Menschen.
Es liegt in der Natur des Menschen, Macht auszunutzen.
Und es liegt in der Natur des Krieges, die schlimmsten Eigenschaften des Menschen hervor zu rufen.
Hier gilt wie immer und überall: Nicht bei ALLEN, aber es reichen Einzelne.
Und es gibt auch viele, die die Macht haben andere zu beeinflussen, auch wenn diese, wären sie allein, nicht so handeln würden. Der berümte Gruppenzwang - auch dieser liegt in der Natur des Menschen.
"Das muß verhindert werden ! "
- JA, aber man kann es nicht verhindern, egal wie oft man darüber schreibt und diskutiert. Warum das so ist hast du selbst festgestellt: Es liegt in der Natur der Sache.
Weißt du auch was das Schreckliche an der Sache ist?
In der Wannseekonferenz war der Kurs schon vorgegeben - es war vollkommen egal welche Personen daran teil namen, es hätten auch Nachbar Schmitz und Schulz sein können. Darin gab es keine Echte diskusion der "Judenfrage" (ich hasse mich jetzt schon für dieses furchtbare Wort). Was im Endefekt mit ihnen geschehen sollte, war schon beschlossene Sache der SS - die sich ein Beispiel an der Vorgehensweise der Amerikaner genommen haben. (ich denke, Bernd, so hattest du das gemeint???)
Bei der Vertreibung / Flucht war es nicht anders.
Es gab diese Behandlung der Sieger über die Besiegten schon einmal und jeder neue Sieger wird genau so mit den Besiegten umgehen, wie andere es ihnen schon vorgemacht haben.
Denn sie sahen welche Konsequenzen es für die Vorgänger hatte - nämlich KEINE und bei den neuen Siegern wird es auch wieder keine Konsequenzen geben.
Das sieht man jetzt auch wieder und man wird es auch in Zukunft immer wieder sehen, so furchtbar es ist.
Ich habe schon ein paar Berichte im TV gesehen und als eine alte Dame aus ihren Erinnerungen erzählte, musste ich weinen, so furchtbar war das erlebte.
Sie erzählte, daß Sie, ihre Familie und ein paar Kinder von Soldaten der roten Armee eingesperrt wurden. Die Frauen UND jungen Mädchen wurden nacheinander hinaus gezerrt und von einer Gruppe von Soldaten vergewaltigt.
Diese verlohren nach einer weile alle hemmungen weil sie sich in der Gruppe gegenseitig anstachelten und gingen ins Haus um dort die kleine Schwester der Frau vor aller Augen zu vergewatigen. Die Frau schrie herzzerreißend, weil sie Ihre Schwester schützen wollte. Da erschossen die Soldaten die Schwester.
Anschließend erschossen sie nacheinander alle anderen im Raum. Bis auf ein kleines Baby in einem Kinderwagen (die Mutter hatte sich schützend über den Kinderwagen gebeugt als sie erschossen wurde) und die Frau.
Die Soldaten verließen den Raum bis auf einen.
Der Soldat richtete seinen Revolver auf die Frau und sie war vollkommen ruhig, sie wollte lieber sterben als mit dieser Erinnerung zu leben. Statt dessen erschoss er das hilflose Baby und ging.
Die Frau stellt sich noch heute die Frage warum er das Baby erschoss und nicht sie.
Diese quälende Frage begleitete sie ihr ganzes weiteres Leben.
Dieser ist wohl einer der schlimmsten Berichte aus der Zeit, aber ich weiß es gibt sehr viel mehr davon.
Meine Ur- Großeltern waren auch Vertriebene, sie wurden in ein Zwangsarbeiterlager geschafft
Sie kamen am 18. Jan 1947 mit einem Umsiedlungstransport aus dem Lager Niederoderwitz / Zittau nach Auerbach Vogtl. Dort erhielten sie eine Unterkunft.
Weiß villeicht jemand etwas über solche Umsiedlungstransporte oder über diese beiden Lager?
Wir alle sind auf solche Berichte angewiesen und je mehr es sind desto besser.
Villeicht wird es dann eines Tages echte Konsequenzen für diese Greueltaten geben.
herzliche Grüße
Jutta Arzdorf