Re: DNA-Datenbank bei Geneanet: in Europa,

Guten Tag,

der Beitrag von "reiner555" weist leider mehrere Fehler auf:

Auf Ahnenforschung.net stehen einige Beiträge über Erfahrungen mit
solchen Geschäftsfeldern. Und wie die erste Rechnung die folgenden nach
sich zieht.

DNA-Genealogie zieht in keiner Weise zwangsläufig weitere Rechnungen nach sich, wenn man einen Test für DNA-Genealogie macht. Wenn man natürlich weitere Tests bei anderen Anbietern macht oder weitere Verwandte für einen Test gewinnt, dann muss man dafür natürlich bezahlen.

Für uns Familienforscher ist es schmerzlich erkennen zu müssen, daß
irgendwo in der Vergangenheit plausible Unterlagen aufhören. Also auf
ins DNA-Geschäft.

Das ist ein ganz grundlegendes Missverständnis: Zunächst einmal setzt DNA-Genealogie voraus, dass es genügend historische Quellen gibt und dass man diese zur Genüge - am besten bis zum Beginn der Kirchenbücher - ausgewertet. Erst dann kann man auch erfolgreich DNA-Genealogie betreiben. Es braucht die traditionelle Forschung, um DNA-Treffer zuordnen zu können. Ohne geht es nicht.

Und auch dann, wenn ich einen unbekannten Vorfahren identifizieren will, müssen die anderen Linien gut erforscht sein. Nur dann kann sortieren: Welche Treffer gehören in welche Vorfahrenlinie.

Und dann kommt: Wo Wissen aufhört fängt der Glaube an.
Hier in Europa erfährt der Bezahler meist, daß "er indoeuropäische
Vorfahren hat". ...und dann gehts mit Fremdworten die mit x oder y
verbunden werden weiter zum nächsten kostenpflichtigen Tool.

Hier werden mehrere Dinge durcheinandergeworfen. Beim DNA-Matching geht es genau gar nicht um Glauben, sondern um Erweiterung des Wissens. Bei einem DNA-Treffer muss ich nachweisen, dass zwei Personen mit gemeinsamer DNA von einem gemeinsamen Vorfahren abstammen. Das ist nicht immer möglich - aus verschiedenen technischen und methodischen Gründen -, und solche Fälle landen unter "ungeklärt". Nicht unter "Glauben".

Ob jemand indoeuropäische Vorfahren hat oder nicht, ist keine sensationelle Erkenntnis. Fast alle Sprachen in Europa in indoeuropäische Sprachen und jeder mit Vorfahren in Europa wird auch indoeuropäische Vorfahren haben.

Gemeint ist vermutlich die Herkunftsschätzung. Die ist eine Schätzung, mit welchen Gruppen in Europa besondere Ähnlichkeit besteht. Das ist nett, aber relativ irrelevant für die Genealogie (zumindest heute), sondern man nur Vorfahren in Mitteleuropa hat.

Wenn man sich wundert, warum man dichte schwarze Haare hat, während der Rest der Familie blond ist - und dann (wie schon mehrfach geschehen) erfährt, dass man 12 % "native American" (= Indianer) unter seinen Vorfahren hat, dann hat man wohl einen US-Soldaten anno 1946 als Großvater (wie auch schon in der letzten Zeit mehrfach nachgewiesen). Und dann hat das mal wieder genau nichts zum Glauben zu tun.

UNd dass Fremdwörter eine Rolle spielen - nun, das ist wohl in jeder Wissenschaft und in jedem wissenschaftsnahen Hobby so. "Zivilstandsregister" und "Dispens" und "Dimission" sind auch Fremdwörter.

Viele Grüße

TK

Ich möchte Maik und Tobias danken. Es ist genau das richtige, was zu
DNA-Matches zu sagen ist. Natürlich versuchen die Portale damit Geld zu
machen und preisen die DNA-Forschung an. Aber wie Tobias richtig ausführt,
Sinn macht das wirklich erst, wenn man schon einen profunden Stammbaum hat
und zwar zufällig genau in dem Zweig, der mit dem DNA-Match zu verbinden
ist. Ich amüsiere mich immer über Familienseiten, die gerade mal 3 Vertreter
enthalten, aber dringend einen DNA-Test machen müssen. Das ist einigermaßen
sinnlos. Man findet nie die gemeinsamen Vorfahren über einen DNA-Match, wenn
da nicht mindesten einige hundert, besser tausend Vertreter schon im
Stammbaum sind. So habe ich über den DNA-Match meines Bruders nur solche
Cousins identifizieren können, die ich schon kannte. 3. - 7. Cousins, deren
DNA mit meiner zu 0,67 % übereinstimmen, findet man so gut wie nie. Es setzt
voraus, dass man genau den richtigen Stammbaum schon hat und dass der Cousin
ebenfalls einen sehr umfangreichen Stammbaum besitzt. Dann besteht eine
gewisse Chance den gemeinsamen Vorfahren zu finden. Also alle weiteren
Treffer, die ich ständig gemeldet bekomme, sind einigermaßen sinnlos und
uninteressant für mich, da keine Chance besteht, den Verzweigungspunkt zu
finden. Von dem Familiennamen, den ich erforsche, gibt es leider zu wenige
DNA-Proben. Und das ist die zweite Voraussetzung, will man Erfolg haben. Es
müssen genügend Cousins in der betreffenden Familie auch schon einen Test
gemacht haben. Beides. Die Erforschung der Familie und die Anzahl der
vorhandenen Tests sind heutzutage noch viel zu selten und rar, als dass es
einen wirklichen Erfolg haben könnte. Jeder Erfolg ist also eher ein
Zufallstreffer.

Ich habe auch Kontakt zu DNA-Cousins, mit denen ich sehr weitläufig
verschwägert bin, aber den gemeinsamen DNA-Vorfahren, also Blutsverwandten
oder genetischen Vorfahren, der per DNA-Match gemeldet wurde, finden wir
nicht. Dazu ist der Name zu häufig und unsere Kenntnis des Stammbaumes
dieses Namens sind zu gering, als dass man den gemeinsamen Vorfahren finden
würde. Immerhin wissen wir durch den Match, dass wir einen Vorfahren dieses
Namens haben sollten.

David

Hallo zusammen.
Ich habe in der Familie einen DNA Test von myheritage mit offensichtlichem Widerspruch: Einmal soll der Proband zu 25% italienische Vorfahren haben d.h. der Großvater müsste 100 % Italiener gewesen sein. Andererseits wird eine deutsche Verwandtschaft mit den Urgroßeltern eben dieses deutschen Großvaters angezeigt- diese stehen allerdings bei geneanet und sind so auch der Konkurrenz Heritage zugänglich. Obligatorisch aus Patriotismus o.ä. 1% galizische Juden in der mischpoke.
Gruß
lothar

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