Wie sich herausgestellt hat, war hier ja wohl der der grosse Klabautermann beteiltigt
oder wie w. mett schrieb:
.......tja, Marcus! Das war der berühmte Satz mit X.
Also will ich mall die Antwort auch ueber die Liste geben, falls es ebendoch jemanden interessiert oder wenigstens
amuesiert......
Hallo Ernst!
Am Mittwoch, 24. April 2002 um 15:13 schrubst Du:
Markus!
Also, der ganz richtige Spezialist fuer Marinefragen bin ich
eigentlich
nicht (Ich mag keinen Fisch! <sm>
Du sagst nicht welchen Dienstgrad dein Grossvater hatte, in der
Rangliste 1945 stehen zwei Krolls
...
Erst mal vielen herzlichen Dank für diese ausführliche Antwort!
Hat mir schon sehr weitergeholfen.
Die Informationen der wlb-stuttgart seite hatte ich bereits gefunden und
und auf meinem Heimcomputer gespeichert. Und just heute kamen meine
ersteigerten 4 Bände "Die deutsche Kriegsmarine 1935 - 1945",
2 ebenfalls ersteigerte Landser-Hefte zum Thema Narvik sowie das bei
Amazon gekaufte Buch "Brennpunkt Erzhafen Narvik" an. Habe also
reichlich Stoff zum durchforsten.
Lieber Marcus!
viel Spass beim Lesen.... wie sagte schon mein alter Lehrer: Leis mal wieder, lesen bueldet.
Über Dein Wissen kann ich nur staunen (und mich mörderisch freuen). Wo
hast Du das her? Hast Du beruflich damit zu tun?
Na ja, 37 Jahre Luftwaffe, das zehrt und in der Zeit war ich dann wohl auch mal das eine oder andere mal BadeGAST
bei der seefahrenden Bevoelkerung... <sm>
Vielleicht darf ich ja nochmal genauer nachfragen.
Habe mal den gesamten Wortlaut der WASt aufgeführt:
__________ Alfred Wilhelm Kroll * 06.04.1916 Kieleschka __________
Zeit: Kommando, Standort; Verwendung:
01.07.36 - 20.09.36 1./IV. Marineartillerieabteilung, Cuxhaven;
Rekrut
1.Kompanie/ IV. Marineartillerieabteilung
Gruender der deutschen Marine war zwar 1848 der beruehmte Admiral Brommy, aber Schoepfer der preussischen Marine, aus der die kaiserliche Marine wurde und danach die Kriegsmarine war Adalbert Prinz von Preussen (1811-1873) ein Vetter Kaiser Wilhelm I. Der eigentliche Lehrmeister der Marine war allerdings der Großadmiral v. Hans Ludwig Raimund v. Köster (1844-1924). Er war es der das erste Schulschießen der Marineartillerie ansetzte, durchführt und selbs beobachtete, Er war in Schwerin in Mecklenburg geboren und den Mecklenburgern sagt man ja eine ausgesprochene Wortgewandheit und Eloquenz nach. Besagtes Schießen fand in der Kieler Bucht statt und anschließend traf sich alles was Rang und Namen und einen blauen Rock trug auf dem Flottenflagschiff zur "Kritik". JEDER hatte etwas zu sagen und man war sich nach ausgiebiger Diskussion einig: Das Schießen war ein kolossaler Erfolg gewesen, die Ausbildung hatte sich ausgezahlt und es war alles "streng nach dem Verfahren" abgelaufen. Zum Abschluß erhob sich der Herr Flottenchef damals noch Generaladmiral und sagte nur einen Satz: " Meine Herren, es waere mir lieber gewesen, sie haetten nicht nach dem Verfahren sondern nach der Scheibe geschossen".
Er war eben ein honoriger Herr von dem behauptet wurde, er sei schon auf der Arche Noah als Schiffsjunge gefahren..
21.09.36 - 07.07.37 Ausbildungsabteilung der 2. Zerstörerdivision,
Wilhelmshaven; Matrose
Aus dem Rekruten war ein richtiger Matrose geworden, bei der Ausbildungsbateilung wurde der GASTen Lehrgang durchgeführt. (das war die Spezialausbildung) . Irgendwo habe ich mal gehoert GAST sei eine der beliebten Abkuerzungen: naemlich fuer Ganz Ausgebildeter Stamm-Matrose, dafuer will ich mich aber nicht verbuergen. Auf jeden Fall bezeichnet GAST bei der Marine den voll ausgebildeten Matrosen und wird in Zusammenhang mit seinem Fachgebiet gebraucht: also Signalgast, Artilleriegast, Kuttergast.
08.07.37 - 29.10.38 Zerstörer "Paul Jacobi", Kuttergast an Deck
"an Deck" = gehoerte zur Seemannschaft
Paul Jacobi, kaiserlocher Korvettenkapitän *14.7.1878 Crew 4/97 = Eintritt als Offz Anwaerter in die Marine. Patent 22.3.1914 P. War bis Februar 1915 Chef d. 8, Torpedoboot-Halbflotille und xl am 12. Feb 1915 mit Torpedoboot "V 25" in der Nordsee
30.10.38 - 05.12.38 4./8. Zerstörerdivision, Wilhelmshaven; Front
4. Kompanie/ 8. Zerstörerflotille. Front= Seedienst
06.12.38 - 13.04.40 Zerstörer "Bernd von Arnim"; Front
Bernd von Arnim, kaiserlicher Kapitänleutnant, * 12.4.1885 Crew 4/03 Patent 18.11.1914 D. Fuhr auf den Torpedobooten "S 168", "V 161", Kommandant: "G 42", x 21.4.17 bei Hoofden mit Torpedoboot "G 42"
14.04.40 - 29.06.40 Kompanie Hafengruppe Narvik; nicht vermerkt
Diese Einheit war in der Organisation der Marine eigentlich nicht vorgesehen, aber nachdem die Zerstoerer unter Kommodore Bonte sich in Narvik mit der Royal Navy angelegt hatten und entweder versenkt waren oder sich selbst versenkt hatten nachdem ein akuter Mangel an Munition und Betriebsstoffen aufgetreten war, mussten die Herrn "Lords" ja nun irgendwie beschaeftigt werden.
30.06.40 - 09.08.40 Zerstörerstabsabteilung, Wilhelmshaven-Altengroden;
Durchgang
Die Antwort der Marine auf die klassische Frage: "Was nun"
10.08.40 - 10.10.41 Schwimmende Flakbatterie "Medusa",
Marineflakabteilung 222; Front
Irgendeiner in der Marine hatte eine brillante Idee
11.10.41 - 25.08.42 4./4. Schiffsstammabteilung, Wilhelmshaven;
Wachzug
4. Kompanie/4. Schiffsstammabteilung : "Wir produzieren Sicherheit" oder "Erwandere dir deinen Standort"
26.08.42 - 07.09.43 1. Marineflakabteilung 282, Schillig;
Front 10,5cm Flak Schiffskanone C32
Das Gelände gehoerte noch 1988 der Standortverwaltung Wilhelmshaven. Von den Bunkern standen zwar nur noch die Rueckwaende (der Rest war gesprengt worden) und das Wachgebaeude war auch schon ziemlich herutergekommen, aber man konnte dort immer noch ueben, auf das Fahrwasser der Jade und die Insel Wangeooge schauen und meisens hoffen, dass das Wasser nach der Ebbe irgendwann mal wieder kommen wuerde.
08.09.43 - 26.11.44 6. Sperrbrecherflottille;
10,5cm Flak Schiffskanone C32
Schon wieder eine Idee bei der Marine: Man koennte ja das Lazarettschiff "Rostock" in eine richtiges Kriegsschiff umwandeln.... also ab damit in die Werft und dann nennen wir es Sperrbrecher und geben ihm eine schoene Nummer "S 19". Na ja: "Minensuchen (die Hauptaufgabe der Sperrbrecher) allein ist langweilig fuer die viele Freizeit koennten wir ihnen ja noch ein wenig Flak (Flugabwehrkanonen) geben." "Ja das machen wir, aber wir geben ihnen VIEL Flak"
27.11.44 - 09.05.45 Marineartillerieabteilung 264, Festung Lorient;
Geschützbedienung
"Herr Kapitaen, der Matrosenobergefreite Kroll hat schon wieder ein Schiff auf Land gesetzt, was machen wir denn jetzt nur mit dem Kerl". "Da passt gerade noch eine Festung auf die Lagekarte und an Land kann er ja wohl nicht viel Schaden anrichten"
10.05.45 - 25.06.47 französische Gefangenschaft
Offensichtlich war der 25.Juni 1947 ein Markstein in der Geschichte der "franzoesischen Republkik". Der Kriegsgefangene Kroll wurde aus Frankreich in ein sicheres Drittland ueberstellt.
Beförderungen:
01.07.37 Obermatrose
01.04.38 Matrosengefreiter (Umernennung)
01.07.38 Matrosenobergefreiter
26.06.41 Matrosenobergefreiter d.R. (Umernennung)
Umernennung meitn eigentlich nur: Er erhaelt keine Befoerdrung sondern nur einen anderen Status. (mit anderer Bezeichnung)
Orden/Ehrenzeichen:
29.11.39 Eisernes Kreuz 2. Klasse
Vom 21 Nov. 1939 an untenehmen die Schlachtschiffe Gneisenau und Scharnhorst einen Vorstoß in den Nordatlantik gegen die englische Flotte. Bis zum 22.11. werden sie dabei von den Aufklaerungsschiffen begleitet (dabei auch der Zerstörer Bernd von Arnim
19.10.40 Zerstörer-Kriegsabzeichen
10.11.40 Der Narvik-Schild
11.12.43 Kriegsabzeichen für Minensuch-, U-Bootsjagd-
und Sicherungsverbände
__________ __________
- Sind hier noch mehr pikante Details (zwischen den Zeilen)
versteckt?
- Was genau tut ein Kuttergast (Kutter = Beiboot/ Gast = Hiwi für
bestimmte Aufgaben)?
Kutter: eine der Traditionen die die Marine so liebenswert macht: Ein Inspekteur wurde auch noch vor einigen Jahren von seinen Admiral im Kutter in den Ruhestand "gepullt". Die Trafdition geht allerding weit in die Geschichte zurück und laesst sich schon bei den alten Roemern als Galeeren-Gast nachweisen. <sm>. Die roemischen Galeeren waren allerdings leichter, beweglicher und schneller als die traditionellen Marinekutter. Beiboot ist eigentlich ein Euphemismus. Vor der Erfindung des Motorbootes war es das "Schiff" der Marine, das bei jeder passenden Gelegenheit im Hafen, auf hoher See und im Gefecht genutzt wurde und unverzichtbar bar. Zur Segelschiffzeit konnte man mit einem Kutter "leicht" ein Linienschiff ueber den Atlantik schleppen und Kutterrennen gehoerten zu den beliebtesten Vergnuegungen der Seeoffiziere,
- Was bedeutet "Durchgang"?
Na ja das war eben der uebergang von einer Verwendung in die naechste.
- Wieso ist in der oben aufgeführten Liste der WASt die "Rostock"
nicht verzeichnet (dass er auf der "Rostock" war, interpretiere
ich aus alten Fotos)?
Na ja, wahrscheinlich hat er das schoene Schiff schon in die Werft begleitet.
- Auf welchem Schiff war der Bordhund Jonny stationiert (Foto des
Hundes liegt mir ebenfalls vor)?
Dazu muesste ich das Foto sehen um das Muetzenband zu identifizieren. Vermutlich war es aber Aufgabe der Decksgaeste (also der Kuttergaeste) sich um hochstehende Angehoerige der Marine zu kuemmern , was dann auf Paul Jacobi deutet, aber..... die groesseren Schiffe waren alle irgendwie auf den Hund gekommen.
- Sind bei der WASt mehr Daten/Fakten gespeichert, als die, die
mir mitgeteilt wurden?
Nee, im Kriege herrschte Papierknappheit und es wurden nur die wichtigsten Dinge aufgezeichnet.... und eingeweihte wussten ja sowieso
- Was ist die "Rangliste 1945"? Heisst der anderere dort
vermerkte Kroll eventuell Georg Anton (*1912)?.
Die Rangliste ist die Liste der Offiziere, aber es gibt einen OLt zS. Hermann Kroll Crew 4/1937 Patent 1.9.1941 Nr 275 (mit Horchausbildung) und einen OLt (Ing) Edmund Kroll Crew 10/1937 Patent 1.10.1942 Nr 6
- Wie oft und wie lange hatte ein solcher Soldat Urlaub? (ca. März
1940 müsste mein Grossvater mit meiner Grossmutter meinen Vater
gezeugt haben)
Wenn er sich nihts zu schulden kommen ließ, etwa 18 Arbeitstage im Jahr (Mannschaftsdienstgrad)
- Wie heisst die (wie auch immer bürokratisch geartete) französiche
Instutition, die die Gefangenen-Akten entstaubt? Gibt sie Auskunft?
- Wieso Kassel?
Die Adresse des Verteidigugsministeriums ist:
MinistŹre de la Défense
14 rue St Dominique
00452 ARMEES
die allgemeine elektrische Mail Adresse ist
courrier_defense@defense.gouv.fr
aber: Frankreich ist eine gebildete Nation: da sprechen schon ganz kleine Kinder franzoesisch <sm>
Es gibt in Frankreich uebrigens auch ein Datenschutzgesetz:
Auf der home-page des Ministeriums steht dazu:
"Vous pouvez accéder aux informations que vous avez données et faire procéder ⁄ des rectifications, (loi "informatique et libertés" du 6 janvier 1978). " Was da nun allerdings drin steht ???. Wie sagte mein Lehrer: "in der Beschraenkung liegt die Kraft"
Noch eine letzte Frage für heute: Hast Du eventuell auch Zugriff auf
Daten bzw. Lebensläufe der Fremdenlegion (ein anderer Verwandter...)?
Auch die Legion hat eine e-mail Adresse:
dcirle@comle.terre.defense.gouv.fr
und eine offizielle Web-Site:
http://www.legionetrangere.fr/sommaire.htm
Der Besuch lohnt sich, und franzoesisch kann man lernen!
ABER; die Legion hat bei der Rekrutierung keine Fragn gestellt und auch nicht nach Papieren gefragt. Man konnte dort also relativ einfach einen neuen Namen und eine neue Identitaet annehmen. Unter diesem Namen erhielt man bei der ehrenhaften Entlassung auch seine franzoesische Staatsangehoerigkeit und seine Papiere. Der bekannte Schrieftsteller und Pour le merite Ritter Ernst Juenger hiess z.B. in seiner kurzen Legionaerskarriere 1912/13 beim 1. Regiment: Legionaer Berger
Aber: Wie der von mir schon mehrfach zitierte Lehrer sagte: "Versuch macht kluch"
Und noch eine allerletzte Frage: Seit Juli 2001 bin ich Mitglied
dieser Liste; Deine Beiträge (seit Oktober 2001) sind ausschliesslich
Antworten auf Anfragen/Beiträge anderer. Wieso?
Ich beschaeftige mich noch nicht lange mit Genealogie (erst ab 1956) und traue mich nicht so richtig, da ich bisher nur magere Erfolge hatte und ueber die bisher identifizierten 7373 Vorfahren nicht hinauszukommen scheine. Die boese Luecke in meiner Vorgahrenliste ist der Pachthofmann Johann Gottlieb Hoffmann (Maternhof Ksp Arnau) * ca 1768 und + 1828 in Maternhof und seine Ehefrau Caroline Louise Herrmann * ca 1800 + nach 1848 Bei ihrem Sohn dem Lehrer Carl Eduard Hoffmann in Willkowen bei Angerburg. Da hat doch vor 180 Jahren mal irgendjemand die Kirche in Neuhausen angesteckt und bei den Namen ist der Heuhaufen eben enorm gross.