Auch heute wieder: Alfred Grosser - der, der immer "Grossähr" genannt
wird - in einem Interview, das man in der Mediathek des Deutschlandfunks
(Schneller finden, besser hören - Neue Programmseite ersetzt Mediathek)
nachhören kann:
"Die deutschen Städte waren 1918 unversehrt. Es gab keine Flüchtlinge, es
gab keine Vertriebene ..."
Von der Journalistin kein Einwand dazu, also genau das, was man von
deutschen Journalisten mit ihrem Geschichtswissen erwarten kann. Recht
breit wird auf die Aktivitäten der Deutschen in Belgien hingewiesen,
wobei unschwer die französische Propaganda des Ersten Weltkrieges zu
erkennen ist, doch kein Wort zu Ostpreußen im Ersten Weltkrieg.
Während und nach dem Ersten Weltkrieg gab es mehrere Durchgangs- und
Flüchtlingslager in Deutschland. Ich habe ein Foto aus einem solchen in
Meschede aus dem Jahre 1920. Meine Großmutter war 1914 mit ihrer Familie
als Kind an das Frische Haff und dann bis nach Westpreußen geflohen, wie
so viele Menschen in dieser Zeit. Schon Anfang 1915 begann in Ostpreußen
dann mit Hilfe des Reiches der großartige Wiederaufbau, der das Land
richtig hübsch gemacht hat.
Abgesehen davon ist die Frage, ob die Städte und ihre Bevölkerung in
Lothringen (v.a. Mülhausen) und im Elsass, die den Kampfhandlungen
unterworfen waren, nun nicht doch deutsche Städte waren.
Mit freundlichen Grüßen
Th. Salein