Polnisches Infanterieregimernt 1808 in Kaiserslautern

Guten Tag Frau Hofrichter,

ich habe den Eintrag in der Chronik Erlenbach gelesen und bin der Meinung, dass der Autor oder die damiligen Autorit�ten die Benennung der Einheit nicht genau widergegeben haben. Die Benennung R�giment polano-italienne ist grammatikalisch falsch, denn r�giment ist masculinum, das Adjektiv italienne aber in der Femininform. Ausserdem gibt es polano nicht, aber polacco: Das kann verlesen worden sein. Polack ist ja in Deutschland bekannt als Schimpfwort f�r Polen und Osteurop�er.

Es sollte sich um diese Einheit handeln http://www.1789-1815.com/arfr3_lg_vistule.htm

Hier etwas aus dem Inhalt des Artikels:
Es handelt sich um die L�gion polacco-italienne, ab 1809 L�gion de la Vistule (= Weichsel).

Diese Legion wurde im April 1807 aus den polnischen Legionen in Italien zusammengestellt, die unter dem Befehl von K�nig Joseph Bonaparte standen. Diese Truppen wurden danach zun�chst in Schlesien (!) verwendet, anschliessend standen sie im Dienst des westf�lischen K�nigs J�r�me Bonaparte.
Anfang 1808 wurde die Legion direkt Frankreich unterstellt, sie hatte 3 Infanterieregimenter und 1 Regiment Lanciers (leichte Kavallerie). Der Aufenthalt in der Pfalz muss wirklich nur kurz gewesen sein, eigentlich nur ein Durschmarsch, denn die Legion kam sofort nach Spanien, wo sie an den K�mpfen um Saragossa, Tortosa, Tarragona und Valencia teilnahm.

D.h. Johannes HOFRICHTER kann durchaus in einem dieser Regimenter gedient haben. Heiraten waren nicht verboten, sondern sogar erw�nscht, weil Napoleon fand, dass das die Soldaten stabilisierte. Wenn J.H. nach 1808 in der Pfalz zur�ckgeblieben ist, braucht er nicht desertiert zu sein. Krankheit, die zur Dienstuntauglichkeit f�hrte kann es auch gewesen sein.
Oder er war ein Zivilist, der mit der Legion als H�ndler aus Schlesien hergekommen war. Die Versorgung an Nahrungsmitteln f�r Mensch und Tier und die Ausr�stung waren in der Hand von Armeelieferanten, die wiederum an kleinere H�ndler verkauften: Kaffee, Tabak, Taschenmesser, Geschirr usw. Auch Wagenf�hrer standen im Dienst der Armee/der Lieferanten, ohne Soldaten zu sein.

Ich hoffe, das hilft ein bisschen zum Verst�ndnis. Aber vielleicht war alles auch noch ganz anders...

Gruss aus Frankreich
Colette (Llorca)

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Sehr interessanter Beitrag, danke
Grüße
Reinhold (Uhl)