Polnisch Marchwitz / Groß Marchwitz im Kreis Namslau

Hallo Joachim,

Ich glaube, dass ich die Gründe für die Umbennenung von
Polnisch Marchwitz in Groß Marchwitz im Kreis Namslau
aus der Umbennenung von Polnisch Wartenberg in Groß Wartenberg
herausgefunden habe.

Auf der Seite von Rolf (http://www.gross-wartenberg.sytes.net/)
ist zu lesen, dass die Kreise Wartenberg, Öls und Namslau
je einen Abgeordneten im Preusischen Abgeordneten stellete.

Unter den Abgeordneten war aus Namslau auch der Hauptmann bzw. Major Guido von Busse.
Dieser war seit 1850 der Besitzer des Ritterguts Polnisch Marchwitz.

Da er an den Hebeln der Regierung saß kann ich mir vorstellen, dass er für sein
Rittergut sich der Umbennenung von Polnisch Wartenberg in Groß Wartenberg (1888)
anschloss.
Polnisch Marchwitz wurde nämlich erst 1898 in Groß Marchwitz umbenannt.

Die Hintergründe waren hier wohl die Gleichen wie in Wartenberg:

"... die seit Ende des 17. Jahrhunderts im postalischen Interesse üblich gewordene
Bezeichnung unserer Stadt mit "Polnisch" Wartenberg, durch welche sie bei Fremden
in ein falsches, wenig günstiges Licht gekommen war, abzuschaffen."

Man wollte also nicht, dass die Vorbezeichnung "Polnisch" bei den "westlichen" Einwohnern
im Deutschen Reich den Eindruck erweckt, dass die jeweilige Stadt nur aus einer
polnischen Bevölkerung besteht. Vielleicht hatten diese Städte Nachteile zu befürchten oder ich denke,
dass sie sehr stolz auf Ihre deutsche Herkunft waren. Ich denke, dass aus diesem Stolz auch die polnisch klingenden Orte wie z.B. von Dir genannt ebenfalls umbenannt wurden.

Die Vorbezeichnungen "Deutsch" waren allerdings schon vergeben, (siehe Deutsch Wartenberg und Deutsch Marchwitz).
Also hat man die Bezeichnung "Groß" gewählt, vermutlich an die Anlehnung "Groß Deutsches Reich".

Gruß

Roman Neugebauer

Ich glaube nicht, dass ein Hauptmann oder Major an den Hebeln der Regierung
sa�; wenn er das t�te, w�re er Oberst oder General und m�sste sich nicht um
die Verwaltung seines ererbten Rittergutes k�mmern. M�glicherweise hatte er
bereits seinen Abschied genommen (jedenfalls war das damals h�ufig so, wenn
die Staats-/Milit�r-Karriere ausblieb.) Als Mitglied des preu�ische
Abgeordnetenhauses war er von den "Hebeln der Regierung" noch recht weit
entfernt.

F.Windeck
bei Berlin

-----Urspr�ngliche Nachricht-----