PGV V. 4.xxx und Kompatibilität zu anderen Programmen

Liebe Programmierer,

als Anwender von PGV in der Version 4.1 beta 5 und PAF 5.2.18.0 hatte ich
das Problem, dass PGV aus der Erfassung von /Nachname/ Vorname in PAF und
anschlie�endem Export als gedcom 5.5 eine Interpretationsschwierigkeit
hatte. PGV liest an dieser Stelle NAME, SURNAME, FIRSTNAME aus was zu einer
Darstellung Vorname, Nachname, Vorname f�hrt. Da ich Gedtool nicht zur Hand
hatte habe ich einige andere Programme hinsichtlich gedcom 5.5 getestet.
Hier das Ergebnis, ohne Bewertung, sondern als Anregung, vielleicht an dem
ein oder anderen Programm Erg�nzungen vorzunehmen.

Ich sehe es vielleicht zu blau�ugig, aber gedcom als Standard sollte doch
bei allen Programmen zu einem gleichen Ergebnis f�hren, oder?

Die Testumgebung bestand aus: WIN 98, PAF 5.2.18.0, MySQL 4 und 5,
phpMyAdmin 2.5.6 sowie PC Ahnen 2006 (Stand: 1.2.2007), Ages 1.40,
Ahnenblatt 2.06, Familienbande 2.1.2007. Also alles kostenfreie Programme,
die im Internet zur Verf�gung stehen.

Zum Test wurde generell eine identische gedcom-Datei 5.5 aus PAF erzeugt in
UTF-8 genutzt.

PC Ahnen 2006

Hier wird beim Einpflegen der Daten in PGV auf ein abweichendes
Datums-Format aufmerksam gemacht.
Auch bestand keine M�glichkeit, zwischen den Datenformaten ANSI oder UTF-8
zu w�hlen, Konvertierung von ANSI nach UTF-8 geschieht durch PGV.

Die Auswertung der Quellen bringt doch einige Fehlermeldungen (zus�tzliche
Zeichen), siehe nachstehende Beispiele:

Quelle Geburtsdaten : @S145@
Quelle Beerdigungsdaten : @S63@ AHNENGEMEINSCHAFT:
1 SOUR @S145@ 2 DATA 3 TEXT 88 Benedix BRETSCHNEIDERS Erbkauff u
1 SOUR @S145@ 2 DATA 3 TEXT 40 Erbkauff Valtten ZSCHIMLERS
1 SOUR @S145@ 2 DATA 3 TEXT 122 Hans Grobe zur Oberfrone

Ahnenblatt 2.06

Hier fallen vorallem zus�tzliche Zeichen bei der Quellenverwaltung ins Auge:

AURICH, Jeremias,
Quellen: REPO AUTH Christian WinklerPUBL Internet
Ahnenliste Winkler

MARR.SOUR REPO NOTE Daten erhoben durch
MARR.SOUR.DATA.TEXT 1705 Nr. 4
MARR.SOUR.DATA.TEXT.CONT Johann Aurich, Juv.
MARR.SOUR.DATA.TEXT.CONT Martini Aurichs Fil.
MARR.SOUR.DATA.TEXT.CONT cum Rosina, Virgine
MARR.SOUR.DATA.TEXT.CONT copulatur Sermone
MARR.SOUR.DATA.TEXT.CONT [Anmerkung Frau ...

Familienbande

Weist am Anfang daraufhin, dass WIN 98 nicht unterst�tzt wird und zu
Abst�rzen f�hren kann. Beim Start des Programmes l�uft es trotzdem. Hier
f�llt auf, dass die Quellen nicht mit exportiert werden. Es kann vielf�ltige
Ursachen haben, Anwenderfehler meinerseits, WIN 98 oder, oder. Aus diesem
Grund wurde der Test an dieser Stelle abgebrochen.

Ages 1.40

Exportiert generell im ANSI-Code, keine Auswahlm�glichkeit vorhanden. PGV
kolportiert daraus wieder UTF-8.
Die Darstellung von gedcom "Bekannt als" erscheint als "a.k.a." wird also
nicht �bersetzt.
Die Darstellung von gedcom "Verheiratet" erscheint als "married", was jedoch
auch an der Darstellung in PGV liegen kann. Recherchen hierzu laufen noch.
Ansonsten werden vorallem die Quellen ordnungsgem�� �bertragen, was f�r die
Datenbank und deren Auswertung mir wichtig war. Aus diesem Grunde werde ich
zur Konvertierung (�bersetzungshilfe) zwischen PAF 5.2.18.0 und PGV 4.1 beta
5 Ages einsetzen.

Fazit:

F�r mich als reinen Endanwender ist es erstaunlich, wie der Standard! gedcom
5.5 interpretierbar ist bzw. von einzelnen Programmen
interpretiert/unterst�tzt wird.

Auch das verwendete Datenformat ist mir (auch nach der Diskussion in der
Liste) noch nicht 100 %ig klar. PAF stellt automatisch auf UTF-8, die
getesteten Programme verwenden meist automatisch ANSI.

Klar ist mir auch, dass es die eierlegende Wollmilchsau auf diesem Sektor
nicht geben wird. Interessant war der Test allemal. Ich hoffe, vielleicht
die ein oder andere Anregung f�r weitere Entwicklungsarbeiten gegeben zu
haben.

Ich stelle nochmals fest, dass eine Auswahl der getesteten Programme rein
willk�rlich meinerseits erfolgt ist und keine Bewertung einzelner Programme
darstellen soll! Ich finde es h�chst bemerkenswert und lobenswert, welche
Leistungen unsere Programmierer zur Unterst�tzung unseres gemeinsamen Hobbys
leisten.

Mit freundlichem Gru� aus Dresden

Ren�

Ren� Gr�nz
PF 280214
01142 Dresden
Funk: 0162/1 76 53 55

e-Mail: rgraenz@gmx.de
http://www.graenz.name

René Gränz wrote:

Ich sehe es vielleicht zu blauäugig, aber gedcom als Standard sollte doch
bei allen Programmen zu einem gleichen Ergebnis führen, oder?

Wäre wünschenswert. Leider halten sich nicht alle an die Vorgaben und Gedcom kennt z.B. keinen Rufnamen.

Weist am Anfang daraufhin, dass WIN 98 nicht unterstützt wird und zu
Abstürzen führen kann. Beim Start des Programmes läuft es trotzdem.

Ich habe aufgehört nach den Eigenheiten die REALbasic unter Win98 verursacht zu bereitigen. Mir sind überwiegend Darstellungsfehler aufgefallen, eine generell Funktion halte ich für gegeben und habe selst auch lange damit gearbeitet (hin und wieder nutze ich es mit einem alten Laptop, wenn ich mal im Kirchenkreis nutze). Ich möchte nur nicht noch weiter nach Fehlern suchen, die nur unter Win 98 auftreten, darum diese drastischen Worte.

Hier fällt auf, dass die Quellen nicht mit exportiert werden

Die notwendigen Routinen fehlen. Wird auch erwähnt.

Exportiert generell im ANSI-Code, keine Auswahlmöglichkeit vorhanden. PGV
kolportiert daraus wieder UTF-8.

Für solche Probleme kannst Du GEKo benutzen. Das konvertiert die Kodierung ohne die eigentlichen Daten oder die Gedcomstruktur zu verändern. <http://www.familienbande-genealogie.de/tool.htm&gt;

Für mich als reinen Endanwender ist es erstaunlich, wie der Standard! gedcom
5.5 interpretierbar ist bzw. von einzelnen Programmen
interpretiert/unterstützt wird.

Ich versuche das mal verständlich zu machen.
Wenn jemand ein Genealogieprogramm schreibt, das nur Namen, Geburts- Ehe- und Sterbedaten verwalten kann, dann baut der keine Importroutinen ein, die Tempelcodes importieren. Ebenso gilt das für den Export. Im Idealfall importiert ein Programm unbekannte Daten in eine Bemerkung, wenn Du Pech hast, werden die Daten kommentarlos unterschlagen.

Hat ein Programm z.B. alle Bemerkungen (Bemerkung zur Ehe, zur Taufe, zum Beruf, etc.) zu einer einzigen Bemerkung zusammengefasst, weil das Programm nur ein Bemerkungsfeld bietet, wird auch nur eine Bemerkung exportiert. Somit kannst DU die Daten nie wieder unterschiedlichen Ereignissen zuordnen. Jedenfalls nicht automatisch durch den Import.

Dann gibt es noch die Fälle, wo der Gedcomstandard nicht reicht. So gibt es diverse Varianten, einen Rufnamen als solchen zu kennzeichnen, ein Bild als primäres Bild für Ausgaben bestimmen oder die Erweiterung Gedcom 5.5EL für spezifischere Ortsangaben.
Das alles ist genaugenommen nicht im Gedcomstandard 5.5 vorgesehen. Somit ist auch ungewiss, ob und wie das unterstützt wird.

Für Familienbande kann ich nur sagen, ich versuche so flexibel wie möglich zu sein und irgendwann baue ich auch noch die fehlenden Bereiche für die Quellenangaben ein.

Auch das verwendete Datenformat ist mir (auch nach der Diskussion in der
Liste) noch nicht 100 %ig klar. PAF stellt automatisch auf UTF-8, die
getesteten Programme verwenden meist automatisch ANSI.

Gedcom 5.5 erlaubt nur ASCII, ANSEL, und UNICODE. Nach Gedcom 5.5.1 (draft) und Gedcom XML (draft) auch UTF-8. Alles andere ist nicht zulässig besonders erwähnt wurd in diesem Zusammenhang, dass ANSI nicht erlaubt ist: "Note:The IBMPC character set is not allowed. This character set cannot be interpreted properly without knowing which code page the sender was using."

MfG, Metti.

Moin Stefan Mettenbrink,

zur Mail vom Tue, 5 Jun 2007 18:09:25 +0200:

ANSI
nicht erlaubt ist: "Note:The IBMPC character set is not allowed.

�hm, IBM PC ^= DOS, ANSI ^= Windows, IIRC :open_mouth:

Gru�
Gerd (Schmerse)

Gerd Schmerse wrote:

ANSI nicht erlaubt ist: "Note:The IBMPC character set is not allowed.

ähm, IBM PC ^= DOS, ANSI ^= Windows, IIRC :open_mouth:

Egal, wie ANSI genau definiert ist. ANSI ist keine im Gedcomstandard als zulässig definierte Kodierung. Das meine ich, wenn ich sage, dass ANSI nicht erlaubt ist.

MfG, Metti.

Lieber Ren�,

ich antworte in Funktion als Programmierer von Ahnenblatt.

Ahnenblatt 2.06

Hier fallen vorallem zus�tzliche Zeichen bei der Quellenverwaltung ins Auge:

Na, dann wollen wir mal sehen ...

AURICH, Jeremias,
Quellen: REPO AUTH Christian WinklerPUBL Internet
Ahnenliste Winkler

Ist bis dahin schon "unnormal" ...?
Gibt f�r mich nicht viel Sinn, kann aber ja durchaus so in den Quellangaben gestanden haben.

MARR.SOUR REPO NOTE Daten erhoben durch
MARR.SOUR.DATA.TEXT 1705 Nr. 4
MARR.SOUR.DATA.TEXT.CONT Johann Aurich, Juv.
MARR.SOUR.DATA.TEXT.CONT Martini Aurichs Fil.
MARR.SOUR.DATA.TEXT.CONT cum Rosina, Virgine
MARR.SOUR.DATA.TEXT.CONT copulatur Sermone
MARR.SOUR.DATA.TEXT.CONT [Anmerkung Frau ...

Diese Zeilen werden von Ahnenblatt erzeugt.
Allerdings nur, wenn man unter "Extras / Optionen... / GEDCOM-Import" die Option "unbekannte GEDCOM-Quellinfos unter Quellen ablegen" anhakt.
Es gibt auch eine zweite Option "unbekannte GEDCOM-Texte unter Anmerkungen ablegen".
Standardm��ig sind diese beiden Optionen allerdings abgeschaltet (wurde somit vom Anwender aktiviert).
Ansonsten w�rden n�mlich diese Informationen beim Gedcom-Import ignoriert werden.
Als dritte Variante k�nnte man auch die Gedcom-Schl�sselworte durch eigene Texte ersetzen, z.B. ...

MARR.SOUR.DATA.TEXT=Anmerkung zur Hochzeit:
MARR.SOUR.DATA.TEXT.CONT=

Das erg�be dann ...

Anmerkung zur Hochzeit: 1705 Nr. 4
Johann Aurich, Juv.
Martini Aurichs Fil.

Fazit:
F�r mich als reinen Endanwender ist es erstaunlich, wie der Standard! gedcom
5.5 interpretierbar ist bzw. von einzelnen Programmen
interpretiert/unterst�tzt wird.

Und mich als Programmierer erstaunt es, dass das noch einen Anwender erstaunt ... :wink:

Gedcom kann Daten in beliebiger Tiefe verschachteln (ein Ereignis mit einer Anmerkung zu der es eine Quelle gibt mit einer Anmerkung und wiederum eine Quelle ...).
Mir ist kein Programm bekannt, das sich komplett auf die Gedcom-Struktur ausgerichtet h�tte und dementsprechend beliebig verschachtelte Dialoge bietet.

Vielmehr besitzt jedes Programm unterschiedliche Anzahl und Arten von Eingabefeldern.

Ahnenblatt hat z.B. pro Person nur ein einziges Feld f�r Quellangaben. Viele andere Programme bieten da mehr.

Was w�rde man bei einer manuellen �bertragung machen ...?

Daten ignorieren ...? Daten trotzdem �bernehmen ...? Oder umbenennen ...?
Kann man alles in Ahnenblatt machen (habe ich oben beschrieben).

Gedcom ist "nur" ein gut dokumentiertes Dateiformat zur Daten�bertragung - mehr nicht.

Ein Gedcom-Test sollte daher meiner Meinung nach eher so aussehen, dass man pr�ft, ob die Daten aus Programm A auch dort in Programm B ankommen (und zwar korrekt), wo ich sie bei manueller Eingabe erwarten w�rde.
Weiterhin noch "testw�rdig" wieviel Informationen "�ber Bord gehen", wenn ein Programm seinen eigenen Gedcom-Export reimportiert ...

Klar ist mir auch, dass es die eierlegende Wollmilchsau auf diesem Sektor
nicht geben wird. Interessant war der Test allemal. Ich hoffe, vielleicht
die ein oder andere Anregung f�r weitere Entwicklungsarbeiten gegeben zu
haben.

Man sollte hier die Erwartung etwas runterschrauben.
Was selbst bei einer manuellen Daten�bernahme zwischen zwei Programmen nicht m�glich ist, kann man auch nicht von Gedcom erwarten.

Ich finde es h�chst bemerkenswert und lobenswert, welche
Leistungen unsere Programmierer zur Unterst�tzung unseres gemeinsamen Hobbys
leisten.

Das ist doch mal ein vers�hnender Abschluss ... :wink:

Gru�, Dirk.

Dirk Böttcher wrote:

Man sollte hier die Erwartung etwas runterschrauben.
Was selbst bei einer manuellen Datenübernahme zwischen zwei Programmen nicht möglich ist, kann man auch nicht von Gedcom erwarten.

Eher weniger. Siehe mein Anmerkung, dass Gedcom z.B. keinen Rufnamen unterstützt.

MfG, Metti.