Patenbriefe

Hallo, Listenleser,

ich m�chte mich bei allen bedanken, die mir auf die Fragen zur Formulierung
"unter der Haube" geholfen haben.

Schon wieder habe ich ein Thema aus dem Ordner "christliches Brauchtum,
Hintergrundwissen". Ich habe aus einem Dachbodenfund einige sogenannte
Patenbriefe oder Gevatterbriefe aus dem Raum Anhalt-K�then, Anhalt Dessau um
1800. Ich h�nge einen Beispieltext an. Die Briefe in sch�ner Schrift mit
aufwendigen Initialen geschrieben. Auff�llig ist, da� sie in den
Formulierungen immer dem gleichen Muster folgen.

Meine Fragen sind nun:
1. Sind solche Patenbriefe �berall in Deutschland versendet worden oder ist
es f�r Anhalt typisch?
2. Ist dieses Textmuster �berall so verwendet worden?
3. Haben die Bauern damals sich die Zeit f�r Kalligrafie nehmen k�nnen oder
hat das jemand anders (vielleicht der Pastor) f�r sie gemacht?

Mich interessiert alles zum Thema Brauchtum in Bezug auf Geburt, Hichzeit,
Bestattung. Insbesondere Literaturhinweise.

Nun los, ich bin gespannt, was man alles dazu wei�.

Mit freundl. Gru�
G,. Kleinau

Guten Tag, G.(..) Kleinau,

der Text erinnert mich vom Stil her sehr an ein Dictierbuch, welches um 1835
in der einklassigen Dorfschule in 04860 Mockritz entstanden ist. Da wurden
der Dorfjugend Formulierungen f�r alle m�glichen Wechself�lle des Lebens
diktiert, vom Mietkontrakt und Einspruch gegen den Einkommensteuerbescheid
�ber Meldung eines Leichenfundes zur Petition an den K�nig (wegen der
Ehrenpatenschaft f�r den 7. Sohn).

In meiner Familie hat sich dieses Dictierbuch �ber rd 150 Jahre erhalten,
bis es auf mich gekommen ist. An der Schrift k�nnten sich meine beiden S�hne
mit ihrer Sauklaue ein Beispiel nehmen: Das war keine Kalligraphie - so
sorgf�ltig wurde damals geschreiben. Unsere heutige Handschrift ist meistens
durch den Kugelschreibergebrauch v�llig verdorben.

Als Literaturhinweis jedenfalls f�r Sachsen k�nnte ich empfehlen:

Wuttke, Robert: S�chsische Volkskunde. Leipzig 1903. Reprint Frankfurt 1981.

F�r Anhalt lassen sich sicherlich �hnliche B�cher ermitteln.

Freundliche Gr��e

J�rgen Wagner

Hallo, Leser dieser Liste,
Im folgenden Angaben zu den Patenbriefen, die ich besitze.
Ich w�rde sehr gern wissen, wie die jeweiligen T�uflinge hei�en und was
sonst �ber sie bekannt ist. Da ich in der n�chsten Zeit kaum die M�glichkeit
habe, in Reupzig in die Kirchenb�cher zu schauen, wo alle diese Geburten
verzeichnet sein sollten, versuche ich es auf diesem Wege.
Sollte jemand die genannten Personen in seiner Ahnenliste finden, w�re ich
�ber eine Mitteilung sehr erfreut. Gern sende ich per eMail auf Anfrage die
Fotokopien.

Mit freundlichem Gru�
G�nter Kleinau

1794 Patenbrief Vater Gottfried Paasch , Meilendorf
an Patin Rosina Sophia Fasshauerin. Storkau
T�ufling Sohn namens ???

                           geb.: 8.10.1794
get.:14.10.1794

1796 Patenbrief Vater Joh. Gottfried WENDEL , Friedrichsdorf
an Patin Rosina Sophia Fasshauerin, Storkau
T�ufling: Tochter namens ???
geb.:vor 16.5.1796
get.: 19.5.1796

1797 Patenbrief von Vater Joh. George Samuel BERGER, Storkau
an Patin Rosina Sophia Fa�haurin
T�ufling Tochter namens ???
geb: vor 24.6.1797
get: 26.6.1797

1801 Patenbrief Vater Johann George Paasch, Storkau
an Patin Rosina Sophia Fa�haurin
T�ufling Tochter namens ???
geb: vor 28.6.1801
get: 1.7.1801

1804 Patenbrief Vater Christian FA�HAUER , Quellendorf
an Pate Christoph Barsch (Paasch), Storkau
T�ufling Sohn namens ???
geb: 17.2.1804
get: 19.2.1804

1810 Patenbrief Vater Christian HAHN; Reupzig
an Pate Christoph Paasch
T�ufling Tochter namens ???
geb:5. 4.1810
get: (noch bestimmen: k�nftigen Montag)

1813 Patenbrief von Vater Christian FA�AUER , Quellendorf
an Pate Christoph Paasch
T�ufling Tochter namens ???
geb: 29.1.1813
get: 31.1.1813

1814 Patenbrief Vater Christian WENDLER , Storkau
an Patin Johanne Rosine Paasch, Storkau

T�ufling Tochter namens ???
geb:
get:

1817 Patenbrief Vater David K�NIG , Storkau
Patin Rosine Sophie Paasch
T�ufling
geb: 16.2.1817
get:

1819 Patenbrief von Vater Friedr. FL�GEL, Friedrichsdorf
Patin Rosine Sophie Paasch
T�ufling Tochter namens ???
geb: 11.4.1819
get: 13.4.1819

1820 Patenbrief Vater Gottfried KNOF, Storkau
an Patin Susanne Sophie Paasch
T�ufling Tochter namens ???
geb: 25.(12).1820
get: 25.(12).1820

1827 Patenbrief Vater Christoph WALTHER, Storkau
an Patin Susanne Sophie Paasch
T�ufling Sohn namens ???
geb:11.9.1827
get:15.9.1827

1829 Patenbrief Mutter Luise STREUBERn , Klein Zehmigkau
an Pate Christian Paasch
T�ufling Tochter namens ???
geb: 30.5.1829
get:30. oder 31.5.1829

1831 Patenbrief Vater Christoph WALTHER, Storkau
an Pate Christian Paasch
T�ufling Sohn namens ???
geb: 9.3 1831
get: 11.3.1831

1831 Patenbrief Vater David JAHRSCHECK (Jahnschick) , Storkau
an Christian Paasch
T�ufling Tochter namens ???
geb: 29.5.1831
get:

1834 Patenbrief Vater Christoph WALTHER , Storkau
an Patin Sophie Elisabeth Paasch (geb. Gieseler)
T�ufling Tochter ???
geb: 3.12.1834
get: 9.12.1934

1835 Patenbrief Vater von Gottfr. HAMMER , Storkau
an Pate Christian Paasch
T�ufling Tochter namens ???
geb: 30.12.1835
get:

1838 Patenbrief Vater Gottfried PAASCH , Storkau
an Pate Christian Paasch, Storkau
T�ufling Sohn namens ???
geb:7.2.1838
get:11.2.1838

1840 Patenbrief Vater Christoph K�NIG , Storkau
an Patin Sophie Elisabeth Paasch (geb. GIESELER)
T�ufling Tochter namens ???
geb:1.8.1840
get: 5.8.1840

1841 Patenbrief Vater Chr. K�NIG , Storkau
Patin Susanne Sophie Paasch
T�ufling Tochter namens ???
geb: 5.12.1841
get: 15.12.1841

1843 Patenbrief Vater Christoph K�NIG , Storkau
an Pate Christian Paasch
T�ufling Tochter namens ???
geb: 21.6.1843
get: (2.7.)1843

1844 Patenbrief Vater Christoph WALTHER , Storkau
an Pate Christian Paasch
T�ufling Tochter
geb: (22.1.)1844
get: (26.1.) 1844

1847 Patenbrief Vater Wilhelm SCHULZE Gro� Badegast
an Pate Christian Paasch
T�ufling Tochter namens ???
geb: 22.4. 1847
get: 9.5.1847

1854 Patenbrief Vater Gottfried GIESELER ,Meilendorf
an seine Schwester (Sophie Elisabeth Paasch)
T�ufling Tochter
geb:15.1.1857
get:

Neujahrsgr��e von Emilie K�NIG (ohne Jahresangabe)

Hallo G�nter, unter unseren Vorfahren ist Johann Christian Fasshauer, der
nicht aus dem Kirchspiel Bobbau stammte und in Siebenhausen nur in der Zeit
von 1761 bis 1774 kirchenbuchm��ig erfasst ist. Er �berlebte seine Frau Anna
Elisabeth Keltsch aus Zschornewitz, die 1800 in Siebenhausen starb. Seine
Tochter Johanna Elisabeth oo Siebenhausen 1790 Johann Friedrich K�nig. Unter
ihren Geschwistern ist ein Johann Christian, * 05.09.1774 und eine Maria
Sophia, * 16.01.1763. Neben den Namen spricht die r�umliche N�he f�r eine
Verwandtschaft. Hast Du noch weitere Daten ? Falls sich Storkau als
Herkunftsort meiner Fasshauer herausstellen sollte, werde ich das dortige
Pfarramt um Auskunft bitten und dabei gerne die von Dir aufgeworfenen Fragen
mit kl�ren lassen.
Mit freundlichen Gr��en
Hans- Dieter

Hallo, Hans-Dieter,

idh denke, wir sollten unser Wissen �ber die Fasshauers gegenseitig
abgleichen. Bitte melde dich mal unter gundi.kleinau@t-online.de . Ich sende
Dir dann mein gesammeltes Wissen zu.

G�nter Kleinau