Liebe Listenleser,
in der Sache bekam ich folgenden Hinweis:
"habe als Geburtsort Remlingen/Wolfenbüttel und als Eltern.
Conrad OELFFEN und Margaretha NOITMANN (Gv.: Bernd O., begr. Hannover
08.08.1636)."
Wer kennt sich in den Gegebenheiten dieses Landstriches aus und kann weiterhelfen?
634 Johann Friedrich Oelffen, * um 1654 angeblich in Göttingen -> Nach obigen Angaben falsch
+ 2.12.1735 in Herzberg 81 Jahre alt, Pastor in Herzberg auf der ersten
Pfarrstelle, die 1643 eingerichtet wurde, von 1692-1735, zuvor Feldprediger
Kirchenbuchauszug :
1735 Seite 236 (verblichen und unleserlich)
" den 2. xbr Kgl. Pastor Ölfen in die 40 Jahr gewesener Past: allhier des
abends begraben."
In der Zeitung "Zwischen Elbe und Weser" 9/1935 wird folgender Artikel
veröffentlicht:
Regimentschirurgus Johann Friedrich Jakob Erythropel, der erste Arzt in
Basbeck (Lebenslauf des genannten)
In einer Fußnote Nr. 9 steht:
Über den Pastor Oelfen, der als Feldprediger des hannoverschen Heeres mit in
den Türkenkrieg zog, und über diesen Türkenkrieg selbst berichtet, berichtet
"Niedersachsen", 1911, Nr 2, ausführlich.
DIESE ANGABE IST FALSCH! Dort ist der Bericht nicht zu finden. Hat jemand
Kenntnisse über diesen Bericht des Pastors Oelfen?
"Der neue Pfarrer Johann Friedrich Oelffen ist am Fest Mariä Reinigung 1692
eingeführt. Er hatte vorher schon einige Zeit bei dem Prinzen Friedrich
August (geb. 1661) und Carl Philipp (geb. 1669) als Hofmeister und dann als
Feldprediger im Dienste gestanden. Im Jahre 1690 wurde er von Hannover aus
als Courier mit einer geheimen Botschaft nach Ungarn gesandt, und hat auch
sonst im Felde gestanden. Er stammte aus Göttingen und verheiratete sich
1692 mit Tochter des Amtmanns Behling aus Rotenkirchen, Dorothea Elisabeth.
Sie hatte ihm eine ansehnliche Mitgift zugebracht, und er beteiligte sich
mit diesem Gelde an einem neuen Unternehmen. Es wurde nämlich bei Herzberg
nach Erz gegraben und auch in dem "bekannten Silberhey" gefunden. Bei der
Herzberger Sägemühle wurde eine Kupferhütte angelegt. Anfänglich schien die
Sache sich gut zu entwickeln, dann aber trat der Mangel an Erz zu Tage, und
die Interessenten büßten ihr Geld fast ganz ein. Sie wandten sich nun nach
Lauterbach, nahmen die Grube Kupferrose auf und erhielten bis 1714 Freiheit
für dieselbe. Die Grube kam so in Aufnahme, daß bereits 1711 im Quartal
Crucis ein Kux 25 Speciesthaler und 1712 im Quartal Reminiscere sogar 30
Speciesthaler an Anbeute abwarf. Dann aber ließ sie nach, und abermals
erlitten die Interessenten einen schweren Schaden.
Im Oktober 1703 erhielt er ein Reskript, in dem ihm mitgeteilt wurde, daß er
bei der Einsenkung der Leiche des Prinzen Christian eine Kollekte zu singen
und den Segen zu sprechen habe. Derselbe hatte in Ungarn sein Leben
eingebüßt. Schon vorher, 1690, war Prinz Friedrich August, der heldenmütige
Oberst, bei einem Angriff auf die Türken gefallen und in Herzberg
beigesetzt. Der ehemalige Feldprediger hatte außer diesen Särgen noch eine
andere Erinnerung an den Türkenkriege in Herzberg. Er hatte nämlich einen
Türken Mehemet Curta mitgebracht, der am 15. Januar 1694 in der
Bartholomäikirche öffentlich geprüft und getauft und Friedrich August
genannt wurde. Er hat dem Pastor 10 Jahre lang treu gedient, und ist dann in
die Schweiz gezogen, aber er hat später den Pastor einen anderthalbjährigen
Besuch gemacht und damit bewiesen, daß er sich bei ihm wohl gefühlt habe.
Am 17. September 1727 hat Oelffen mit anderen zusammen dem Könige Georg II.
den Treueid abgelegt.
Oelffen hatte viel an Podagra zu leiden und zwar derartig, daß seine beiden
Beine allmählich gelähmt wurden und zurückwuchsen; er mußte sich zu
Amtsverrichtungen jederzeit von zwei Männern tragen lassen Ein großer Stuhl
war für ihn zugerichtet und unten in der Kirche aufgestellt, und diesen
benutzte er beim Predigen. Vor dem Altar stand ein runder Stuhl, der sich
drehen ließ. Wenn ihm auch unter solchen Umständen sein Dienst sehr
beschwerlich war, so hatte die Gemeinde doch keinen Schaden davon, denn er
predigte erbaulich. Auf diese Art hatte er lange Zeit sein Amt versehen.
Endlich hielt er es doch für nötig, daß er einen Adjunkt bekam. Ihm schien
dazu Magister Schmiedekind geeignet zu sein. Da nun König Georg I. sich
damals in Pyrmont befand und Oelffen bei Seiner Majestät noch immer in
großen Gnaden stand, so entschloß er sich, dieser Sache wegen dahin zu
reisen. Im Juni 1719 machte er sich mit vier Männern, die ihn in einer
Sänfte tragen mußten, auf den beschwerlichen Weg. Der König nahm ihn
freundlich auf und bewilligte seinen Wunsch. Magister Schmiedekind wurde im
Oktober 1719 eingeführt und erhielt als seine Arbeit besonders auch die
Leichenpredigten und die in der Tochtergemeinde Lonau vorkommenden Fälle.
Im Jahre 1726 erlebte Oelffen die Freude, daß seine Tochter Marie Justine
sich mit dem vornehmen Kaufmann Thomas in Mühlhausen verheiratete, und am 8.
Januar 1731 das herbe Leid, daß seine Ehefrau am Sonntag nach Neujahr
während der Predigt in ihrem Kirchenstande von einem Schlagfuß überfallen
und tot nach Hause getragen wurde.
Oelffen starb am 2. Dezember 1735 im Alter von 81 Jahren. Seine 4 Söhne und
5 Töchter verheirateten sich sämtlich.
...
Am 8. Dezember 1732 hat die Gemeinde Herzberg, da sie vorher mit dem
Pastoren Oelffen und Schmiedkind wegen des Brennholzes Zwistigkeiten gehabt
hatte, einen Vergleich getroffen, der sowohl die Genehmigung des
königlichen Bergamtes wie des königlichen Amtes zu Herzberg erhielt.
Als 1734 Visitation war, hat Oelffen wegen seiner Kränklichkeit nicht
gepredigt, sondern Schmiedekind über Evgl. Luc. 21, 36 von der
Beschaffenheit und Notwendigkeit der christlichen Wachsamkeit in
wohldisponierter und ausführlicher, erbaulicher Predigt." (Q 63)
(17) Johann Friedrich Oelffen, aus Göttingen gebürtig, vorher Hofmeister
und Feldprediger bei den Prinzen von Herzog Ernst August, welche er auch
wie schon ............. auf ihren Feldzügen in Ungarn begleitet, wurde nach
Abzug des Herrn Pastor Schmidts Anno 1692 2. Februarii als dessen Nachfolger
hierselbst introducirt.
Er heiratete kurz darauf eine Tochter des H. Amtmann Behlings zu
Rothenkirchen, mit welcher er eine ansehnliche Mitgabe erhielt. Doch
verschaffte ihm sein Vermögen keinen sonderlichen Vortheil, weil er große
Summen auf den Bergbau, welcher damals sowohl hier, auf dem noch davon
benannten Silber..., als auch nachher zu Lauterberg auf der so genannten
............. betrieben wurde, .....und ohne erfolgten Nutzen zugesetzt
hatte.
Er war die letzte Zeit mit dem Podagra dermaßen incommodirt, daß er viele
Jahre auf keinen Fuß treten können und sich daher immer nach der Kirche in
einem besonders dazu gemachten Stuhle mußte tragen lassen. Es wurde dieser
Stuhl alsdann Sonntags Vormittags dahin gesetzt, wo jetzt die Taufe ist,
..... er sitzend predigte, auch ein eigener runder Stuhl diente ihm zur
Austheilung der Communion vor dem Altar. Weil aber bei diesen Umständen die
Verwaltung seines Dienstes mit vielen Beschwerden verbunden war, so ließ er
sich 1719 Ausgang October den Herrn Magister Heinrich Friedrich Schmiedekind
zum Gehülfen adjungieren, welchem er von seinem Dienste, die ..... der .....
nebst den Leichenpredigten abtrat. Um dieses zu Stande zu bringen, ließ sich
H. Pastor Oelffen im Junio 1719 nach Pyrmont in einer Porte Chaise tragen
und brachte es bey dem damals sich allda aufhaltenden Könige Georg den 1ten,
wobey er in großen Gnaden stand, dahin, daß gedachter H. Magister gleich
darauf vom königl. Consistorio die Confirmation auf hiesige Adjunctur
erhielt. Anno 1730 den Sonntag nach Weihnachten, hatte H. Pastor Oelffen den
großen Schrecken, daß seine Eheliebste in der Kirche unter der Predigt mit
einem Schlagfluße plötzlich befallen und todt nach Hause getragen wurde.
Anno 1735 d. 2ten December ist H. Pastor Oelffen hierselbst gestorben,
nachdem er 43 Jahre im Amte gewesen war.
In der Ehe hatte derselbe mit seiner Eheliebsten 4 Söhne und 5 Töchter
gezeuget, wovon
der eine Sohn Friedrich August Stadtschulze in Ülzen,
der 2te Conrad Georg Schichtmeister in Lauterberg,
der 3te Johann Friedrich Ingenieur......
und der 4te Heinrich Albrecht, Kaufmann in Minden geworden.
Die erste Tochter wurde zuerst an den Pastor ..... im braunschweigischen und
nach dessen Ableben an den Kaufmann Reichelt in Göttingen,
die 2te an den Kaufmann ...... in Osterode und nach dessen Ableben an den
Patricius und Erblaß H. Völger zu Ricklingen,
die 3te an den Kaufmann Thomas in Mühlhausen und zum 2ten mal an den
Kaufmann Heinen zu Osterode,
die 4te an den Pastor Erytropel zu Völksen und
die 5te an den Hüttenschreiber Meinberg zu Clausthal verheiratet.
Anno 1694 d. 15ten Januar ist ein Türke von 16 Jahren, nahmens Mehmet Cirta,
welchen der H. Pastor Oelffen mit aus Ungarn gebracht, ..... er in Cippia
gefangen worden, allhier publire in der Kirche examiniert, getauft und
Friedrich August genannt worden. Es blieb derselbe nachher noch 10 Jahre als
Bediener bei seinem Wohltäter dem H. Pastor Oelffen, und ist nachher nach 10
Jahren in die Schweitz gezogen, ..... er sich häuslich niedergelassen hat.
(Superintendentur Herzberg, Manuskript über die Prediger Herzbergs)
oo 21.2.1693 Dorothea Elisabeth Behling,
7 KINDER:
Sophie Magdalene oo Reinhold in Göttingen,
Conrad Georg, Schichtmeister in Herzberg,
Philippine Dorothee oo Patrizier Volger, Ricklingen,
Johann Friedrich, Kondukteur in Herzberg,
Marie Justine oo Heine, Mühlhausen, 1 Tochter in Armut,
Lucia Catharina oo Pastor Erythropel, Völxen,
Sophie Juliane oo Hüttenschreiber Neyenberg,
Clausthal, 3 Kinder (Q 46)
Vielen Dank im voraus
Viele Grüße
Klaus (Riecken)
www.Riecken-online.de