Sehr geehrter Herr Szemkus,
sehr geehrter Admin,
"Der Holocaust und die Geschichte der V�lkermorde im 20.Jh." mag ja ein interessantes und ergiebiges (wenn auch trauriges) Thema sein.
Zweifelsohne betraf der Holocaust auch die Menschen und das Territorium von Ostpreu�en.
F�r unsere Familienforschung sind aber Vergleiche dieser (ungeheuerlichen) Vorg�nge mit (auch ungeheuerlichen) Vorg�ngen in Armenien oder Ex-Jugoslawien etc.etc. v�llig irrellevant. Sie haben daher m.E. auf der Mailing-Liste OW-Preu�en nichts verloren. Spam gibts genug.
Beschr�nken wir uns lieber auf unser Hobby und lassen wir andere Themen den Interessierten anderer Gruppierungen oder Listen!
Gru�
Dietmar Meyer
Lieber Herr Mayer,
Ein paar Gedanken zu Ihrem Einwurf.
Unsere Liste ist auch eine Geschichtsliste. Jeder, der sich hier eingetragen hat, sollte bei der Anmeldung diesen Leitsatz gelesen haben:
"Ziel: Genealogie & Geschichte verschlingen sich. Daraus möchten wir in diesem Forum ein Thema machen." Erfahrungsgemäß waren jedoch
Diskussionen über Geschichte hier eher ungut und Zwietracht stiftend, weil sich hierbei immer zwei Lager gegenüberstehen. Ich möchte deshalb überhaupt nicht Auslöser derartiger Kontroversen sein. Just read it or delete it!
Das Thema Genozid im Vergleich in Bezug auf Ostpreußen beschäftigt mich schon eine ganze Weile. Es ist kaum bekannt, daß das litauische Parlament einen Gedenktag zur Erinnerung an den Genozid an den litauisch-stämmigen Ostpreußen eingerichtet hat ( http://www3.lrs.lt/pls/inter3/dokpaieska.showdoc_l?p_id=305563&p_tr2=2 : (44) spalio 16-oji – Mažosios Lietuvos gyventojų genocido diena). Wenn man jetzt Vergleiche mit anderen Genoziden macht, muß man wissen, daß der Begriff Genozid international nicht unbedingt die völlige physische Vernichtung einer ganzen ethnischen Gruppe bedeuten muß. Wie soll man also das Verschwinden dieser ostpreußischen Gruppe aus der Geschichte vergleichend einordnen?
Vor kurzem erschien in der Altpreußischen Geschlechterkunde unserer Nachbarliste "Verein für Familienforschung in Ost- und Westpreußen" ein Artikel über das Massaker von Palmnicken, bei dem mehrere Tausend jüdische Mädchen und junge Frauen umgebracht wurden. Die Beteiligung der nicht-deutschen Angehörigen der Organisation Todt an den Morden wurde verschwiegen, es wurde aber ein akribisch denunzierender Angriff auf die Kreisgemeinschaft Heiligenbeil gefahren wegen der nicht im Sinne des Zeitgeistes geleisteten Aufarbeitung des Massenmords.
In dem vorliegenden Artikel geht es nicht nur um Völkermord in Armenien und Jugoslawien. Ihre Aussage " Sie haben daher m.E. auf der Mailing-Liste OW-Preußen nichts verloren. Spam gibts genug. " bezieht sich natürlich nur darauf, ist aber für Pharisäer eine Steilvorlage.
Mit freundlichem Gruß
Lutz Szemkus