Ostpreußenblatt, Mai 1955, Folge 20, Teil 1

Folge 20 vom 14.05.1955

Seite 5 Vor zehn Jahren, von Gertrud Papendick
Wir zogen davon durch die Winternacht,
als die Zeichen gesprochen hatten.
Wie in Charons Nachen gespenstische Fracht
abscheidender, schweigender Schatten.
Das Haff so dunkel und stumm und weit,
weil die Sterne erloschen waren,
da sind wir hinter der lebenden Zeit
übern Strom des Hades gefahren.

Dann ward unsre Mutter die zornige See,
die schlug uns und trug uns noch weiter,
solange uns jagten bei Sturm und Schnee
die apokalyptischer Reiter.
Am dritten Morgen ging achtern hinaus
die Nacht des Grauens zur Rüste,
da warf uns die Flut wie Strandgut aus
an die blasse, dänische Küste.

Wo blieb unsre Heimat? Es trieb uns her,
entwurzelt, in feindliche Ferne;
wir grüßen am fremden, nächtigen Meer
unsrer Heimat freundliche Sterne.
Wir suchen in Sehnsucht und Herzeleid
versunkene Jahre voll Frieden.
Wir wissen nicht Weg mehr, nicht Ziel und nicht Zeit,
doch hat Gott zum Ufer der Ewigkeit
uns allen die Heimkehr beschieden.
      Geschrieben in Dänemark 1945

Seite 6 Suchanzeigen
Steckbrief mit Foto:
Name: Skambracks, Kannbare oder ähnlich
Vorname: Agathe;
Geboren etwa 1940
Augen: graubraun
Haar: dunkelblond
Das Kind stammt vermutlich aus Ostpreußen. Es erinnert sich an zwei Brüder Werner und Richard und will mit diesen im Kinderheim Rastenburg, Ostpreußen, gewesen sein. Ferner erinnert sich das Mädchen, dass die Eltern eine Landwirtschaft neben einem Sportplatz hatten. Von dort aus sah man eine große Stadt. Nachricht erb. unter Nr. 53 898 Das Ostpreußenblatt

Steckbrief mit Foto.
Name: unbekannt
Geboren etwa 1938
Augen: blaugrau
Haar: blond
Vermutlich stammt der Knabe aus Königsberg. Der Junge kann sich auf seinen Namen und sein Geburtsdatum nicht besinnen. Angeblich hat auf einer in seinem Besitz befindlichen Kleiderkarte der Name Kawalof gestanden. Nachricht erb. unter Nr. 53 897 Das Ostpreußenblatt

Gesucht wird Horst Dilley, geb. 28.01.1932 in Jagsten bei Kreuzingen, Elchniederung, letzter Aufenthalt bis Februar 1945 Krankenhaus Ludwigsort bei Heiligenbeil. Wer weiß etwas Näheres von dem Krankenhaus? Unkosten werden vergütet. Nachricht erb. Helene Guziewski, Gelsenkirchen, Westfalen, Bickmarkstraße 74

Wer kann Auskunft geben über meinen Mann, Johann Laschewski, geb. 18.11.1886 in Rothfließ, zuletzt wohnhaft in Rosenort, Kreis Rößel, Post Bischdorf, im März 1945 von Russen verschleppt. Nachricht erb. Anna Laschewski, geb. Jorzig, Wetzleben, Post Börssum, Haus 18

Mit Foto. Gesucht wird Johann Christoph Harnecker, geb. 27.05.1927 in Frankfurt, Oder. Wurde Mitte Januar 1945 zum Feld-Ersatz-Bat. „Groß-Deutschland“ im Raum Pr.-Eylau eingezogen. Letzte Nachricht vom 10.02.1945 aus dem Raum Heiligenbeil, Feldpostnr. 39 519 B, Nachricht erb. Gustav Harnecker, Hamburg 39, Forsmannstraße 21

Witwe Minna Mehl, wohnhaft in Wabbeln, Kreis Ebenrode, Ostpreußen, soll im Mai 1946 in Sommerkrug, Ostpreußen, Kreis Ebenrode, verstorben sein. Wer kann etwas Näheres über den Tod mitteilen? Nachricht erb. Erich Mehl, Niederwalgern 41, Kreis Marburg, Lahn

Gesucht werden: Willi Meier, geb. 24.01.1923, aus Königsberg Pr., Douglasstraße 17, Soldat in Russland, letzte Nachricht aus Estland im Juni 1944; Gertrud Meier, geboren 29.03.1925, aus Königsberg Pr., Douglasstraße 17, seit April 1945 aus Königsberg verschollen, wurde von den Russen verschleppt; Heinz Meier, geb. 03.10.1929, aus Königsberg Pr., Douglasstraße 17, verschwand am 02.05.1948 aus Litauen. Nachricht erb. die Eltern Gustav Meier, Welschbillig 198, Kreis Trier.

Tischlermeister Otto Peter, geb. 27. Juli 1893, zuletzt in Königsberg Pr., Auguste-Viktoria-Allee 15, wohnhaft gewesen, unterhielt Steindamm 16 eine Bautischlerfabrik (Hof). Er ist am 26. Februar 1945 im Kampf um Königsberg gefallen. Wer hat ihn gekannt, wer kann über ihn Auskunft geben und wer hat evtl. bei ihm als Tischler gearbeitet? Nachricht erb. Richard Peter, Berlin-Wilmersdorf, Blissestraße 20

Wer kann Auskunft geben über unseren Sohn, Water Rohde, geb. 22.10.1926 in Neuhof, Kreis Neidenburg, Ostpreußen, war in Russland 1944 im Feldlazarett (magenkrank)? Letzte Nachricht vom 11. Januar 1945, dass sie die schlesische Grenze erreicht haben. Wer war mit ihm in Schlesien zusammen? Nachricht erb. August Rohde (21a) Herten bei Recklinghausen, Im Dahl 4

Wer kann Auskunft geben über den Verbleib meiner Eltern, Schlossermeister Artur Feierabend, geb. 09.01.1885, und Gertrud Feierabend, geb. Kossin, geb. 01.10.1892, sowie meines Bruders Herbert Feierabend, geb. 11.05.1928, zuletzt wohnhaft gewesen in Königsberg Pr., Am Ausfalltor 17? Nachricht erb. Hildegard Schmolinsky, geb. Feierabend, Hagen, Westf., Wittekindstraße 40

Wer kann Auskunft geben über meinen Bruder Karl Prill, geb. 04.11.1902, Pr.-Eylau, Ostpreußen? Er wurde auf der Flucht in Narmeln, Frische Nehrung, in ein Wehrmacht-Lazarett aufgenommen und Anfang Februar 1945 nach Pillau weiterbefördert. Seitdem ist er verschollen. Nachricht erb. Fritz Prill, Osnabrück, Ertmannstraße 2; Unkosten werden erstattet.

Mit Foto. Wer kennt das Schicksal des Volksgrenadiers Heinz Rettig, aus Braunsberg, Ostpreußen, geb. 01.10.1925. Letzte Nachricht Dezember 1944 vom Truppenübungsplatz Thorn, Westpreußen. Seine Einheit war Ende Dezember auf dem Transport nach dem Westen. Nachricht erb. Wilhelm Rettig, Springe (Deister), Leibnizstraße 3

Gesucht wird der Reichsbahnobersekretär Karl Schitkowski, geb. 31.05.1890, aus Königsberg Pr. Nachricht erb. Joachim Schitkowski, Düsseldorf, Friedrich-Lau-Straße 3, bei Marette.

Suche Heins Wittlin aus Wakelsdorf, Kreis Mohrungen, Ostpreußen, geb. 1928. Ich war mit Wittlin in franz. Gefangenschaft. Nachricht erb. Günther Schulz, früh. Mechlingen, Kreis Neustadt, Westpreußen, jetzt Wesseling, Hauptstraße 295

Wer kann Auskunft geben über den Verbleib oder das Schicksal von Otto Woywod, geboren 04.02.1902, wohnhaft gewesen Allenstein, Königstraße 26a, letzter Aufenthalt noch am 21.04.1945 im Zivilgefangenenlager Carmitten bei Königsberg Pr.? Nachricht erb. Frau Elfriede Woywod, Kißlegg (Allgäu), Jägerstraße 287

Seite 6 Amtliche Bekanntmachungen
Aufgebot
Es haben beantragt für tot zu erklären
1. der Bergarbeiter August Mattern in Harsum, Kirchplatz Nr. 2 den verschollenen Bauern Wilhelm Mattern (Zivilist), geboren am 19.09.1870 zu Kahlau, Kreis Mohrungen, Ostpreußen, zuletzt wohnhaft in Löpen, Ostpreußen,
2. Frieda Burkhard, geb. Flügge, in Bad Salzdetfurth, Breslauer Straße Nr. 2
die verschollene Hildegard Lokatis (Zivilistin), geboren am 15.08.1940 zu Rastenburg, Ostpreußen, zuletzt wohnhaft in Langheim, Kreis Rastenburg.
Die bezeichneten Verschollenen werden aufgefordert, sich bis zum 13. August 1955 bei dem Amtsgericht Hildesheim, Bahnhofsallee Nr. 11, Zimmer Nr. 9, zu melden, widrigenfalls die Todeserklärung erfolgen kann.
An alle, die Auskunft über Leben und Tod der Verschollenen geben können ergeht die Aufforderung, dem Gericht bis zu dem angegebenen Zeitpunkt Anzeige zu machen.
Amtsgericht Hildesheim, 29.04.1955
14 II 227/54m 14 II 46/55

Seite 7 Ebenrode (Stallupönen)
Am 1. Mai 1955 beging Gestütsoberrentmeister a. D., Waldemar Alshuth, seinen 78. Geburtstag.

Am 15. Mai 1955 begeht Gestütsarchitekt Friedrich Kuebart seinen 85. Geburtstag.

Gesucht werden:
Autoschlosser Hermann Schwartinski,
Eisenbahner Hans Blaudszun,
Witwe Frau Reich
Josef Blaudszun
Alfred Braun und Gustav Müller aus Ebenrode, Kasseler Straße 30
Kaufmann Julius Kaufmann, während des Krieges Hilfspolizist in Ebenrode
Die Arbeiter Hoffmann und Franz Dreistein aus Stadtfelde
Paul Swars und Frau Frieda, geb. Schröder, mit Sohn Manfred aus Mühlengarten
Karminski-Kattenau
Franz Wiese aus Kickwieden
Fritz Tinney und Frau Johanna, geb. Bäske, mit den kindern Fritz, Hanna, Emma, Heinz, Rudi, Kurt und Horst, Erwin, Inge und Christel aus Gr.-Degesen, Ortsteil Sommerkrug

Seite 7 Rößel
Gesucht werden aus Raschung-Dorf:
Hedwig Bauszus
Ernst Behrend
Auguste Bendisch
Borkowitz (Arbeiter)
Michael Borek
Gustav Brosch
Paul Checholowius
Robert Galenza
Gertrud Hahn
Paul Jakubassa
Kalkschmidt (im Kriege zugezogen)
Kannenberg (im Kriege zugezogen)
Franz Klinger
Anna Koitka
Anton Klimmeck
Koscianowski (Hausbesitzer)
Gustav Kramer
Gustav Krüger
Gottfried Kunz
Margarete Liedig
Anna Masuch
Otto Olschewski
Bernhard Reuter
Alex Rowedda
Victor Rowedda
Franz II Rowedda
Helene Rowedda
Karl Thomczik
August Trampenau
Paul Tyczack
Maria Tyczack
Anneliese Tyczack
Rudolf Waschkowski
Victor Weiss
Wessolowski (Arbeiter)
Wroblewski (Arbeiter)
Elfriede König

Seite 7 Braunsberg
Gesucht werden:
a) Walter Brasch aus Braunsberg, früher Angestellter bei der Heeresstandortverwaltung Braunsberg. Er soll angeblich nach Hamburg verzogen sein. Sein Bruder Kurt Brasch, früher bei der Stadtverwaltung Braunsberg tätig, möge sich ebenfalls melden
b) Wer weiß etwas über das Schicksal oder den Aufenthalt der Schwestern Hedwig und Grete Steffen und des Fräulein Agnes Behrendt, alle aus Frauenbrug?
c) Der letzte Bürgermeister von Schafsberg bei Frauenburg, Bauer Heinrich Grunwald wird ebenfalls gesucht.

Seite 7 Kreis Fischhausen
Die Kreisgemeinschaft Fischhausen betrauert den Heimgang unseres Landsmannes Oscar Schlicht. Dieser treue Ostpreuße, dem seine Vaterstadt Fischhausen die Ehrenbürgerschaft verlieh, starb im 88. Lebensjahr in Dresden. An anderer Stelle in dieser Folge ist sein Werk gewürdigt. Wir verlieren mit ihm einen der verdientesten Heimatforscher Ostpreußens. Seinen beruflichen Weg begann er in seiner Vaterstadt, wo er eine Druckerei betrieb; im Anfang dieses Jahrhunderts verlegte er seinen Betrieb nach Dresden. Von hier aus förderte er die Kenntnisse über unsere Heimat, und besonders über sein geliebtes Samland in vielen Schriften und auch durch das Bild. Mit unermüdlicher Tatkraft wirkte er nach besten Kräften mit, unsere Schlösser und Burgen zu erhalten; vornehmlich war es seinem Eintreten zu verdanken, dass die Burg Lochstädt von allen anderen Verwendungen freigegeben und somit wieder zu einer Kulturstätte wurde. Bis zu seinem Tode gab er in Briefen wertvolle Vorschläge und Auskünfte für den Aufbau unseres samländischen Heimatmuseums. Außerdem arbeitete er an einer Neufassung seines Werkes „Das westliche Samland“.

Seite 8 Aus der Geschäftsleitung
Hilfe für verwaiste Kinder
Eine große Anzahl Anfragen nach Waisenkindern liegt bei uns vor, so dass es ums unmöglich ist, die einzelnen Anfragen auch nur in kurzer Form hier aufzuführen. Durchweg handelt es sich bei den Anfragenden um ostpreußische Familien, die wirtschaftlich wieder besser gestellt sind und von Herzen gern einem Waisenkind ein liebevolles Zuhause und spätere Berufsausbildung geben möchten. Nachfolgend geben wir daher eine Aufstellung über die vorliegenden Anfragen sowie über das gewünschte Alter der Kinder. Wir sind gerne bereit, bei Nachfragen nähere Auskunft über die Familien zu geben. Wir bitten alle unsere Landsleute um rege Mitarbeit bei dieser Hilfsaktion, denn es geht um das Wohl unserer verwaisten Kinder.
Gefragt wird nach einem Mädchen ab zweieinhalb Jahren, katholischer Konfession; einem Jungen oder Mädel, zwei bis vier Jahre alt, evangelischer Konfession; einem Jungen oder Mädel, fünf bis sechs Jahre alt, katholischer Konfession; zwei Mädchen ab sieben Jahren, evangelischer Konfession; zehn Mädchen im Alter von neun bis dreizehn Jahren, evangelischer Konfession; vier Mädchen im letzten Schuljahr oder schulentlassen, evangelischer Konfession; einem etwa vierzehnjährigen jungen, evangelischer Konfession.
Gefragt wird ferner nach Mädchen und Jungen, die vom Lange stammen und Lust und Liebe zur Landwirtschaft mitbringen. Weiterbildung ist gewährleistet. Anfragen liegen vor nach einem zehn- zwölfjährigen Mädel, einem zwölf- bis dreizehnjährigen Mädel, einem vierzehnjährigen Mädel; nach drei vierzehnjährigen Jungen.
Adoptionswünsche aus dem Ausland: ein Junge evangelischer Konfession, drei bis fünf Jahre alt; ein Mädchen evangelischer Konfession von vier Jahren ab aufwärts; zwei Nachfragen: ein Junge oder Mädel im Alter von sechs bis zehn Jahren evangelischer Konfession. Bei den Fragestellern aus dem Ausland handelt es sich um Familien, die in besten Verhältnissen leben. Mitteilungen und Anschriften erbeten an die Geschäftsführung der Landsmannschaft Ostpreußen, Hamburg 24, Wallstraße 29

Seite 8 Bestätigungen
Wer kann bestätigen das Max Müller aus Angerburg von 1907 – 1939 bei der Firma Bergmann & Sohn, Landwirtschaftliche Maschinenfabrik in Angerburg, tätig gewesen ist?

Wer kann bestätigen, dass August Schlomm, geb. am 29.08.1908, von 1938 – 1940 als Maschinist bei der Firma Holzmann Tiefbau, in Königsberg tätig gewesen ist und für ihn ordnungsgemäß Beiträge zur Invalidenversicherung abgeführt wurden? Seit 1947 gilt Schlomm als vermisst.

Wer kann bestätigen, dass Otto Scheinpflug, geb. 15.05.1883, früher wohnhaft gewesen in Osterode, Alter Markt 3, von 1900 bis etwa 1902 bei der Firma Franz Mattutat, Darkehmen, Kolonialwaren, von etwa 1906 – 1908 bei der Firma Kaffee-Schmidt, Ing. Paul Ganswindt, Tilsit, Hohe Straße, und von 1908 – 1909 bei der Rohkaffee-Firma Theodor Kleemann in Danzig tätig gewesen ist?

Wer kann bestätigen, dass Josephine Faller, geb. 16.03.1898, früher wohnhaft gewesen in Elbing, etwa in der Zeit von 1920 – 1927 bei der Firma Komnick als Fahrstuhlführerin und als Schaffnerin bei der Straßenbahn AG in Elbing tätig gewesen ist?

Der Landsmann Paul Schütz, geb. 18.09.1907, früher wohnhaft gewesen in Königsberg, Aweider Allee 201, benötigt Bestätigungen, dass er von 1923 bis 1926 in der Fleischerei seines Vaters Otto Schütz, Königsberg, Bismarckstraße 6, gelernt und nach Abschluss der Lehre die Gesellenprüfung gemacht hat und dann von 1927 – 1932 als Geselle bei Fleischermeister Hermann Wunderlich, Königsberg, Hochmeisterstraße 19, tätig gewesen ist.

Wer kann bestätigen, dass Fritz Girnuweit, früher wohnhaft gewesen in Kuben, Kreis Tilsit-Ragnit, vom 01.05.1941 bis 30.04.1945 bei der Firma Willi Bruhn, Königsberg, Kastanienallee 32, dienstverpflichtet war?

Wer kann bestätigen, dass Ewald Rupschus, geb. 1906, wohnhaft gewesen im Kreis Tilsit, bis zu seiner Einberufung zur Wehrmacht am 11.01.1942 bei der Spedition Paul Schetat, Tilsit, Hohe Straße, tätig gewesen ist?

Zwecks Erlangung seiner Versorgungsbezüge benötigt Arthur Preuß, geb. 05.11.1890, zuletzt wohnhaft gewesen in Königsberg, Weidendamm 9c, Bestätigungen über die nachstehend aufgeführten Beschäftigungsverhältnisse und Militärdienstzeiten: 1906 – 1909 Lehrzeit bei Installateur Bruno Müritz, Königsberg, Kurfürstendamm, 1909 – 1911 und 1913 bis 1917 als Elektriker bei der AEG, Königsberg, 1911 – 1913 Soldat im Inf.-Regt. 150 Allenstein, 1914 bis 1917 Gren.-Regt. 3, Königsberg, und von 1917 bis 1945 Angehöriger des Heereszeugamtes Königsberg.

Wer kann bestätigen, dass Agathe Kluge, geb. Breyer, geb. am 28.10.1896, vom 01.08.1915 bis 31.12.1918 als Schaffnerin bei der Deutschen Reichsbahn in Allenstein tätig gewesen ist und für sie ordnungsgemäß Beiträge zur Invalidenversicherung abgeführt wurden?

Gesucht werden Landsleute, die über die Tätigkeit des Landsmannes Otto Kalnischkies, geb. 17.02.1885, früher wohnhaft gewesen in Tilsit, in der Zeit von 1901 – 1912 Auskunft geben können.

Wo befinden sich Hermann Ziehe, Tilsit, Schloßmühlenstraße 7/8, Ernst Schulzke, Tilsit, Deutsche Straße 7/8, Ernst Schulzke, Tilsit, Deutsche Straße 7/8, Kaufmann Bordasch, Königsberg, Brotbänkenstraße, Robert Doppelmund, Königsberg, Alter Graben, Mühlenbesitzer Lerkin, Coadiuthen, Kreis Heydekrug, Otto Treutel, Tilsit, Kurt Kargoll, Tilsit.

Zwecks Nachweis ihrer abgeschlossenen Volksschulbildung benötigt Christel Zigahn aus Rauschen, Bestätigungen. Wer kann diese erteilen? Gesucht werden die Lehrer Gustav Jewanski und Ernst Roesler, sowie die Lehrerin Erna Schleif aus Rauschen.

Wer kann bestätigen, dass Gertrud Gohrt, geb. am 06.04.1896, früher wohnhaft gewesen in Tapiau, Gartenstraße 2, langjährige Angestellte der Deutschen Reichsbahn, Güterabfertigung Tapiau, gewesen ist?

Seite 11 Kaddick
Oster, Schmackoster,
Bunt-Oster!
Fief Eier, Stöck Spek,
Vom Koke de Eck
Ehr goah öck nich
weg!
So hieß der Schmackosterspruch, der von einigen Schlägen mit einem Kaddickzweig begleitet wurde. Die im Schlummer überraschte Langschläferin konnte sich vor weiterer Behandlung mit dem Kaddickzweig nur retten, indem sie schleunigst aus dem Bette sprang.
Der Name Kaddick für den Wacholder ist auf Ostpreußen beschränkt. Im Wesen Deutschlands kennt man dieses Wort kaum. Meist wächst dieses Nadelholz als Strauch, aber es gibt in Ostpreußen auch Kaddickbäume von erstaunlicher Höhe. Der größte Kaddickbaum Europas steht an dem Wege von Lindenort nach Jakobswalde im Kreise Ortelsburg. Zwölf Meter ist er hoch. „Kaddickschweiz“ hieß ein Strich auf der Frischen Nehrung zwischen Kahlberg und Liep wegen der großen Kaddickhusche in dem Nehrungswald. Kaddickbeeren würzen den scharfen Wacholderschnaps; Steinhäger und Genever sind die bekanntesten Sorten. Der Wildente gibt die Hausfrau Kaddickbeeren beim Braten bei. Es gab eine ostpreußische Kaddick-Spezialität: die Heiligenbeiler Spielzeugdose. Die knapp zehn Zentimeter große Büchse war wie das aus achundzwanzig Teilen bestehende Puppengeschirr, das sie barg, aus Kaddickholz angefertigt. Der letzte, der es verstand, diese feine Drechslerarbeit auszuführen, war der Heiligenbeiler Drechslermeister Dierk.