Seite 18 Wir gratulieren
Zum 95. Geburtstag
Am 2. Mai 1955, Frau Emma Mierwaldt, geb. Grutz, geboren in Königsberg, wohin sie nach einem Menschenalter wieder zurückkehrte, um, wie sie hoffte, bei ihrem Sohn ihren Lebensabend verbringen zu können. Ihr Vater, der 1870 als kgl. Bagger- und Maschinenmeister nach Memel versetzt wurde, hat am Bau des König-Wilhelm-Kanals mitgewirkt. In Memel verbrachte die Jubilarin einen großen Teil ihres Lebens. Hier verheiratete sie sich und schenkte sechs Kindern das Leben, von denen ihr nur zwei verblieben; auch wurde sie schon mit 35 Jahren Witwe. Nach dem Ersten Weltkrieg zog sie zu ihrer Tochter, die in Stallupönen Lehrerin war. Als älteste Einwohnerin lebt die Jubilarin heute bei ihrer Tochter und „Nenntochter“ in Hodenhagen Nr. 90, Kreis Fallingbostel. Ihre Landsleute wünschen ihr von Herzen alles Gute.
Zum 92. Geburtstag
Am 14. Mai 1955, Friedrich Pudlack aus Tapiau, jetzt in Panker, Kreis Plön. Der Jubilar und seine Ehefrau, die kürzlich ebenfalls 92 Jahre alt wurde, sind durch Herrn Alfred Scharfe, Hohwacht über Lützenburg, zu erreichen.
Zum 91. Geburtstag
Am 10. Mai 1955, Johann Doradzillo aus Pappelheim bei Arys, Kreis Johannisburg, jetzt bei seiner jüngsten Tochter Marta Lojewski in Priorei, Bundesstraße 51, Ennepe-Ruhr.
Am 11. Mai 1955, der Witwe Martha Mikoleit aus Baltupönen a. d. Memel, jetzt bei ihrer Tochter Mia in (24b) Jahrsdorf über Hohenwestedt.
Ohne Datum. Vielleicht auch der 11. Mai 1955? Frau Auguste Naggies aus Gilge, Kreis Labiau, jetzt in Flensburg, Mützelburglager
Zum 88. Geburtstag
Am 20. April 1955, dem Rentner Adam Podczuweit aus Wingern, Kreis Schloßberg, jetzt in Uetersen, Kreis Pinneberg, Lohe 37
Am 5. Mai 1955, der Kaufmannswitwe Antonie Bachert aus Waldhausen, Kreis Insterburg, jetzt bei ihrer Tochter Klara in der sowjetisch besetzten Zone. Sie ist durch Frau Herta Schlokat, (24b) Elmshorn, Gerberstraße 25, zu erreichen.
Am 5. Mai 1955, Frau Emilie Rehwinkel aus Lyck, jetzt bei ihrer Tochter Frau Schink in Theene 44 über Aurich/Ostfriesland
Zum 87. Geburtstag
Am 22. April 1955, Frau Minna Eglinski, geb. Mentz, aus Langenweiler, Kreis Gumbinnen, jetzt bei ihrer Tochter Frau Neuhaus in (24b) Burg i. Dithm., Hafenstraße 4
Am 9. Mai 1955, Fräulein Gertrud Schulz aus Kukowen, Kreis Treuburg, zuletzt Königsberg, Schützenstraße 11. Sie wohnt in der sowjetisch besetzten Zone.
Zum 86. Geburtstag
Am 9. Mai 1955, der Witwe Maria Christoph aus Pillau, jetzt bei ihrem Sohn Heinrich in Tübingen, Gartenstraße 79
Landrat Stankewitz achtzig Jahre alt
Am 1. Mai 1955 vollendete der frühere Braunsberger Landrat Karl Stankewitz sein 80. Lebensjahr. Aus einer katholischen Beamtenfamilie des Ermlandes stammend, wurde er 1875 in Memel geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums zu Braunsberg, das er Ostern 1895 mit dem Reifezeugnis verließ, studierte er Jura in Innsbruck und Berlin. 1907 legte er die große Staatsprüfung als Gerichtsassessor ab und erhielt 1911 seine Ernennung zum Amtsrichter in Darkehmen. Als Reserveoffizier nahm er beim Garde-Fuß-Artillerieregiement am Ersten Weltkrieg teil und stieg bis zum Major auf. Nach Kriegsende zunächst wieder als Amtsrichter, und zwar in Allenstein, tätig, wurde er 1920 zum Landrat des Kreises Braunsberg bestellt. Sein Vorgänger, Landrat Bieler, hatte aus dem Staatsdienst ausscheiden müssen, um die Bewirtschaftung seines väterlichen Guts bei Graudenz selbst zu übernehmen.
Landrat Stankewitz trat, vom juristischen Dienst in die Verwaltung hinüberwechselnd, in der nicht gerade geruhsamen Nachkriegszeit an die Spitze des Kreises Braunsberg. Ein glücklicher Zufall ermöglichte ihm schon bald eine vielbeachtete Aufbauarbeit. Während des Ersten Weltkrieges hatte nämlich die Schichau-Werft Elbing an der unteren Passarge bei Pettelkau ein großes Stau- und Elektrizitätswerk errichtet und sich dabei verpflichten müssen, einen ansehnlichen Teil des dort gewonnenen Kraftstroms zum billigen Preis dem Landkreis Braunsberg jährlich zur Verfügung zu stellen. So konnte der neue Landrat sogleich die Versorgung seines Kreises mit elektrischem Licht- und Kraftstrom in Angriff nehmen. Die damit verbundene reichliche Verwaltungsarbeit – die technische Leitung hatte Baurat Pudor, der vor wenigen Monaten, wie das Ostpreußenblatt berichtete, seinen 75. Geburtstag feiern konnte – kostete viel Zeit und mühe und beschäftigte jahrelang die Kreisbehörden und den Kreistag, dem ich damals selbst mehrere Jahre angehörte. In der Tat ist Braunsberg der erste ostpreußische Landkreis gewesen, der (bereits seit 1921) mit Elektrizität ausgestattet wurde.
Daneben galt die Sorge des Landrats vor allem dem Ausbau der Kreisstraßen. Von der Zentrumspartei wurde Stankewitz alsbald in den Provinziallandtag und zeitweise auch in den Provinzialausschuss entsandt. Auch hier hat er an seinem Teil mitgesorgt für das Wohl der durch den polnischen Korridor vom übrigen Reich abgetrennten Provinz Ostpreußen.
Aus dieser erfolgreichen Tätigkeit, die er mit geschickter Initiative und mit viel Eifer zum Besten seines Kreises entfaltete, wurde er durch den Umbruch des Jahres 1933 hinausgerissen. Als Landrat pensioniert, ließ er sich bald in Königsberg als Rechtsanwalt beim dortigen Oberlandesgericht nieder. Erst bei der Evakuierung zu Anfang 1945 verließ er diese Stadt.
Auf der Flucht kam er nach Dänemark. Er lebte zwei Jahre lang im Internierungslager Aarhus, bis er nach Oberbayern übersiedeln konnte, wo er später in der kleinen Ortschaft St. Orttilien nördlich des großen Ammersees eine sehr bescheidene Wohnung gefunden hat. Trotz seiner 72 Jahre stellte er sich aber auch hier wieder sofort der Öffentlichkeit zur Verfügung. Von 1947 – 1952 war er in München als Präsident einer Berufungskammer tätig. Seit 1948 gehörte er als Vertreter der Heimatvertriebenen dem Kreistag und Kreisausschuss des oberbayrischen Landkreises Landsberg (Lech) an, der ein in seiner Nachbarschaft gelegenes Altersheim seiner besonderen Obhut unterstellt hat. In seltener Rüstigkeit dient Landrat Stankewitz auch der „neuen Heimat“, in die das Schicksal ihn verschlagen hat.
Mit aufrichtiger Dankbarkeit gedenkt das Ermland, insbesondere die Bevölkerung des ostpreußischen Kreises Braunsberg, seines alten Landrats an seinem 80. Geburtstag und wünscht ihm von Herzen alles Gute für einen gesegneten Lebensabend. Dr. Hans Schmauch
Zum 85. Geburtstag
Am 29. April 1955, Friedrich Schmidtke aus Stallupönen. Er wohnt mit seiner Ehefrau in Schwarzenbach am Wald/Oberfranken und konnte kürzlich mit ihr das Fest der Diamantenen Hochzeit begehen.
Am 8. Mai 1955, Frau Emma Eigenfeld, geb. Semmling, aus Gr.-Friedrichsdorf/Elchniederung, jetzt in Berlin-Tegel, Gorkistraße 86
Am 10. Mai 1955, Frau Lina Boetzel, geb. Hinze, aus Königsberg, Wallsche Gasse 2a. Sie ist durch den Bund der vertriebenen Ostpreußen, Stadtkreis Königsberg, Berlin-Zehlendorf, Hartmannsweiler Weg 2, zu erreichen.
Zum 84. Geburtstag
Am 8. Mai 1955, dem Obergerichtsvollzieher i. R. Heinrich Luschnat aus Prökuls, später Heydekrug/Memelgebiet. Seine Frau verstarb 1951, nach schwerer Krankheit. Er lebt im Altersheim Nammen/Porta, Kreis Minden (Westf.)
Zum 83. Geburtstag
Ohne Datum. Frau Johanna Wilke, geb. Marquardt, aus Frauenburg, Braunsberger Vorstadt 13, jetzt (24b) Burg i. Dithm., Buchholzer Straße 44. Ihr Ehemann, Anton Wilke, konnte kürzlich, seinen 85. Geburtstag feiern.
Am 5. Mai 1955, dem Kaufmann Max Juschkus aus Gut Mitzken, Kreis Memel, zuletzt Königsberg. Er wohnt bei seiner Tochter Eva Weidenhöfer in Uelzen, Lüneburger Straße 82
Zum 82. Geburtstag
Am 10. Mai 1955, dem Gastwirt Christoph Kruska aus Weißenburg, Kreis Sensburg, jetzt bei seinem jüngsten Sohn, Dipl.-Kaufmann Ewald Kruska, Itzehoe, Buschkamp 15. Sein ältester Bruder, Landwirt Friedrich Kruska, der heute noch in der Heimat lebt, konnte am 8. März 1955 seinen 89. Geburtstag feiern.
Zum 81. Geburtstag
Am 3. Mai 1955, Frau Maria Borchart aus Königsberg, Steindammer Wall 16, jetzt im Altersheim Klues bei Flensburg, Schulstraße 7
Am 6. Mai 1955, Frau Karoline Jankowski, geb. Adamski, aus Sareiken, Kreis Lyck, jetzt bei ihrer Tochter in Massen bei Unna/Westf., Kleistraße 74
Am 7. Mai 1955, Frau Anna Spinder aus Lauck, Kreis Pr.-Holland, jetzt mit ihrem Ehemann bei ihrem Sohn Friedrich in Rottorf, Kreis Helmstedt
Zum 80. Geburtstag
Ohne Datum. Frau Bertha Farnsteiner aus Blockwalde, Kreis Schloßberg, jetzt Flensburg, Brixstraße 57.
Ohne Datum. Frau Caroline Hömke, aus Gr.-Lindenau, jetzt in Flensburg, Voigtstraße 36, bei ihrer Tochter Frieda Neumann
Am 19. April 1955, Frau Mathilde Hennig aus Schmauch, Kreis Pr.-Holland, jetzt bei ihrer Tochter Else Lehmann in Hamburg 24, Schürbeker Straße 6a
Am 24. April 1955, dem Postbeamten a. D. Ludwig Richert aus Tilsit, jetzt in Wrohm über Heide/Holstein.
Am 1. Mai 1955, der Witwe Emma Jordan, geb. Schneider, aus Bramannsdorf, Kreis Angerapp (Darkehmen). Sie lebt bei der Familie ihrer Tochter, Frau Maria Scheminski, in Schenefeld über Hamburg-Blankenese, Lindenallee 7
Am 3. Mai 1955, Frau Franziska Janz, geb. Fauz, aus Heinrichswalde, Kreis Elchniederung, jetzt in (22b) Niederbieber-Torney, Kreis Neuwied (Rhein), Siedlungsstraße 15
Am 5. Mai 1955, Friedrich Skrotzki aus Weißenburg, Kreis Sensburg. Er lebt noch in der Heimat und ist durch Paul Skrotzki, Stuttgart-W., Bismarckstraße 46, zu erreichen.
Am 6. Mai 1955, Frau Berta Thurau, geb. Jaekel, aus Königsberg, Farenheidtstraße 10, vorher Altr. Predigerstraße 29. Sie wohnt bei ihrem jüngsten Sohn Hans in Lübeck, Brandenbaumer Landstraße 198.
Am 6. Mai 1955, Franz Reich, aus Fürstenau, Kreis Rastenburg, jetzt bei seiner Tochter Anna Müller in Nürtingen bei Stuttgart, Rothenbergplatz 9
Am 7. Mai 1955, der Witwe Agnes Stolz, geb. Philipp, aus Pillau, Oberst-von-Hermann-Straße 1, jetzt bei ihrem ältesten Sohn Erwin in Gronau/Hannover, Bahnhofstraße 15
Am 8. Mai 1955, dem Lokomotivführer i. R. Leopold Grunwald aus Thomascheinen, Kreis Osterode. Er wohnt bei seinem jüngsten Sohn in Illionois, USA, 9542 S. Mc. Vickers Ave, Oak Lawn. Unser Landsmann war bereits in den Jahren 1927 bis 1939 in den USA. Während des letzten Krieges lebte er in Berlin. Er nimmt regen Anteil an der Arbeit der Landsmannschaften und freut sich über die Briefe von alten Bekannten aus der Heimat.
Am 10. Mai 1955, Frau Martha Müller aus Heiligenbeil, später Königsberg, Schillerstraße 17, jetzt bei ihrer Tochter Eva Tamoszus, Wuppertal-Elberfeld, Morianstraße 3
Am 11. Mai 1955, Frau Amalie Spitz, geb. Joppien, aus Pillau, Strandstraße 1, jetzt bei ihrer Tochter Frieda Müller in Leverkusen-Küppersteg, Pestalozzistraße 28
Am 11. Mai 1955, Frau Emma Kaminski, geb. Wölk, aus Pr.-Holland, Kochstraße 8. Sie wohnt mit ihrem Ehemann in Rheinbreitbach bei Bad Honnef, Kirchplatz 4.
Zum 75. Geburtstag
Frau Amalie Gerlach aus Königsberg, Standortlazarett Yorckstraße, jetzt in Lauenburg/Elbe, Schüsselteich 2
Am 5. Mai 1955, Fräulein Gertrud Bublitz aus Königsberg. Hier war sie bis 1927 im Blumenhaus Rosbiegal und sodann Filialleiterin bei der Färberei Caillé & Lebelt, General-Litzmann-Straße, tätig. Heute lebt sie im Altersheim Neuenweg bei Schopfheim, Kreis Lörrach (17b).
Am 8. Mai 1955, Frau Antonie Kentrat, geb. Schoreit, aus Nordenburg, Kreis Gerdauen, jetzt Kiel-Gaarden, Hofstraße 29
Am 8. Mai 1955, dem Reichsbahn-Werkmeister i. R. Fritz Malinka, Bahnbetriebswerk Angerburg. Er wohnt mit seiner Tochter Irma Gehde in Frankfurt a. M., Dreieichstraße 16
Am 9. Mai 1955, dem Reichsbahnsekretär i. R. Hermann Dreyer aus Mohrungen, Bahnhofstraße 14, jetzt bei seinen Kindern in Köchingen bei Braunschweig
Am 10. Mai 1955, dem Lehrer i. R. Johann Grunenberg aus Mühlhausen, Kreis Pr.-Holland, jetzt in Rommerskirchen, Kreis Grevenbroich.
Am 13. Mai 1955, der Reg.-Bauinspektorswitwe Martha Kühn, geb. Zersch, aus Königsberg, Beethovenstraße 52, zuletzt Heinrichswalde, Schulsteig 2. Sie wohnt mit der Familie ihrer Tochter Elisabeth in Kiel-Pries, Karl-Müllenhoff-Weg 27
Am 14. Mai 1955, dem Schmiedemeister Fritz Rautenberg aus Angerburg, jetzt (22c) Hangelar-Siegkreis, Bonner Straße
Seite 18 Goldene Hochzeit
Der Lehrer i. R. und Organist Franz Nolting und Frau Margarete, geb. Thieler, aus Gerslinden, Kreis Tilsit-Ragnit, feierten am 24. April 1955, das Fest der Goldenen Hochzeit. Nach dem Kirchgang fand eine Familienfeier in der „Linde“ in Burg/Dithmarschen statt. Der Jubilar ist für die Heimatvertriebenen als Amtsbeauftragter für den Amtsbezirk im Kreis Süderdithmarschen tätig.
Seite 18 Kamerad, ich rufe Dich
Gesucht wird Wachtmeister Gustav Felske, der 1917/1918 beim Trainbataillon Königsberg, Kaserne Oberhaberberg, stationiert war.
Alle ehemaligen Angehörigen der II. Flugmeldeabteilung, der Luftnachrichten-Regimenter 1 und 1l, der Flugmelderegimenter 91 und 261 werden sich aus Anlass der 700-Jahr-Feier Königsbergs am 29. Mai 1955, um 14 Uhr in Duisburg in der DVG-Halle, Mülheimer Straße (vier Minuten vom Hauptbahnhof entfernt) treffen. Oberst a. D. Freiherr von Korff und Landsmann Kowalewski werden die Kameraden begrüßen. Es soll eine Vereinigung der ehemaligen Angehörigen als Traditionsträgerin gegründet werden.
Seite 18 Für Todeserklärungen
Landwirt Friedrich Jaquet, geb. 24.10.1875 in Budwethen, aus Drojenthal, Kreis Insterburg, soll im Januar 1945 auf der Flucht bei Friedland/Ostpreußen, verstorben sein. Seine Ehefrau Marie Jaquet, geb. Dannat, geb. 16.02.1880 in Medukallen, soll am 19. Februar 1947 in Schönwaldau, Kreis Insterburg, verstorben sein. Es werden Augenzeugen gesucht, die den Tod der Genannten bestätigen können.
Michael Laukstien, geb. 06.08.1881 in Lebaden, Kreis Memel, zuletzt wohnhaft gewesen in Memel, Mühlentorstraße 97, wird seit Dezember 1944 vermisst. Er befand sich zuletzt als Sanitäter beim Volkssturm in Königsberg.
Christian Podszus, geb. 29.03.1873 in Insterburg und seine Ehefrau Marie Podszus, geborene Beyer, verw. Taudien, geb. 23.08.1889 in Bismarck, Kreis Heydekrug, aus Tilsit-Kallecken Nr. 13 werden vermisst. Wer kann Auskunft über ihren Verbleib geben?
Olga Dressler, geb. Weissenborn, geb. am 29.07.1873 in Kempen/Posen, aus Königsberg, Preyler Weg 3, wird seit März 1945 in Neufähr (Westpreußen) vermisst. Wer kann Auskunft über ihren Verbleib geben?
Margarete Lipkowski, geb. Gramatzki, geb. 09.03.1890, aus Königsberg, Paradeplatz 4, soll am 07.09.1945 im Krankenhaus der Barmherzigkeit in Königsberg verstorben sein. Es werden Augenzeugen gesucht, die ihren Tod bestätigen können.
Elise Blöhs, geb. Paschke, geb. 04.10.1911 in Seubersdorf, aus Neuendorf, Kreis Gerdauen, wird seit Anfang 1945 vermisst. Sie wurde 1944 nach Osterode evakuiert. Wer kann Auskunft über ihren Verbleib geben?
Kurt Bruno Brückhändler, geb. 22.07.1922 in Nikolaiken, ist im Frühjahr 1945 im Raum Pommern/Westpreußen gefallen. Er hatte die Feldpostnr. 01 200/1. Pz.-Aufkl.-Abt. 7. Es werden Kameraden gesucht, die diese Angaben bestätigen können.
Ida Winkler, geb. Dargel, geb. 04.08.1912 in Klein-Rüppertswalde, aus Mohrungen, Erich-Koch-Siedlung, wird seit 1945 vermisst. Wer kann Auskunft über ihren Verbleib geben?
Walter Krickhahn, geb. 28.03.1906, aus Königsberg, von Russdorf-Straße 5, letzte Feldpostnr. 33 576 B, soll am 15. oder 16.03.1945 bei Stuhlweißeburg/Ungarn gefallen sein. Es werden Augenzeugen gesucht, die seinen Tod bestätigen können.
Emilie Westphal, geb. 16.02.1870 in Bartscheiten, aus Corjeiten, Kreis Fischhausen. Sie wurde am 04.02.1945 verwundet. Wer kann Auskunft über ihren Verbleib geben?
Fritz Balasus, geb. 11.12.1911, aus Demmen, Kreis Elchniederung, Feldpostnr. 22 196c, wird seit dem 06.02.1944 in Schelegowska vermisst. Wer kann Auskunft über seinen Verbleib geben?
Seite 18 Tote unserer Heimat
Bankdirektor Heinrich Harwardt
In Lippstadt/Westfalen starb kürzlich der einer alteingesessenen ermländischen Bauernfamilie entstammende Bankdirektor Heinrich Harwardt aus Rößel. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er mit dem Aufbau der Spar- und Darlehnskasse in Frauenburg beauftragt. Ein größeres Betätigungsfeld bot ihm die Spar- und Darlehnskasse in Rößel, die spätere Raiffeisenbank. Als diese Bank im Jahre 1935 ihr fünfzigjähriges Bestehen feierte, war sie dank der Tüchtigkeit und Umsicht von Bankdirektor Harwardt die größte im Verband der Ermländischen Zentralkasse geworden. Im Zweiten Weltkriege wurde er, der sich bereits während des Ersten Weltkrieges militärische Auszeichnungen erworben hatte, als Stabsintendant eingesetzt. Nach Kriegsende musste er bis 1947 in einem englischen Kriegsgefangenenlager in Belgien eine schwere Leidenszeit erdulden, die nicht ohne Folgen blieb. Lange Zeit lag er auf dem Krankenlager. In Lippstadt fand er nach seiner Entlassung eine neue Bleibe. Hier erlebte er auch die Wiedervereinigung mit seiner Frau und seiner Tochter. Kaum genesen, stellte er sich in uneigennütziger Weise seinen Landsleuten zur Verfügung. In unermüdlicher Treue erfüllte er die ihm übertragenen Aufgaben als Beauftragter der Stadt Rößel. Die Flut von Briefen, die bei ihm einging, bezeugte das große Vertrauen, dass die Rößeler ihrem geschätzten Bankdirektor entgegenbrachten. Er aber war ein vom Tode gezeichneter Mann; die schweren Jahre englischer Gefangenschaft zehrten an seine Lebenskraft. Nach seinem Heimgang wurde ihm auf dem Lippstädter Friedhof die letzte Ruhestatt bereitet. Heinrich Harwardt hat seiner Heimatstadt Rößel 34 Jahre lang in treuer Pflichterfüllung gedient; sie wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren!
Mittelschuldirektor Max Ritter
Am 11. März 1955 starb Mittelschuldirektor a. D. Max Ritter in Berlin-Siemensstadt im 78. Lebensjahr. Er war durch seine pädagogischen Schriften und auch durch seine Tätigkeit als Schulrat weiten Kreisen bekannt. Seine Lehrerlaufbahn begann in Sybba bei Lyck und Königsberg-Ponarth; sie endete in Berlin-Wilmersdorf. Er hat immer treu zur ostpreußischen Heimat und zu seinem Deutschtum gestanden.
Seite 18 Jubiläen und Prüfungen
Am 1. Mai 1955 konnte Justizhauptwachtmeister August Preuß aus Dietrichswalde bei Allenstein in Schorndorf/Württ., sein vierzigjähriges Dienstjubiläum begehen. Seit dem 1. April 1946 ist er dort beim Amtsgerichtsgefängnis tätig. Landsmann Preuß trat bereits im April 1915, nachdem er im Ersten Weltkrieg schwer verwundet worden war, in den Justizdienst in Allenstein ein. Er kam dann nach Pr.-Holland, Rhein, Wartenburg und Neidenburg. 1949 gründete er mit seinem Landsmann Walter Gaedtke die Ortsgemeinschaft der heimattreuen Ost- und Westpreußen, deren Vorsitzender er seit mehreren Jahren ist.
Der Malermeister Ernst Schmidtmann aus Landsberg, jetzt Solingen-Landwehr, Elberfelder Straße 108, konnte am 25. April 1955 sein fünfzigjähriges Berufs- und dreißigjähriges Meisterjubiläum begehen.
Telegraphen-Obersekretär Kurt Winkler aus Tilsit, jetzt Hamburg-Altona, Allee 150a, begeht am 10. Mai 1955 sein vierzigjähriges Dienstjubiläum
Postbetriebsassistent Friedrich John aus Königsberg, Waldburgstraße 29, jetzt in Lehrte/Hannover, Ahltener Straße 17, wird am 15. Mai 1955 sein vierzigjähriges Dienstjubiläum begehen.
Fräulein Mia Steinleger beging am 25. April 1955 ihr 25jähriges Dienstjubiläum in der Familie des Gaststätten- und Hotelbesitzers Otto Böhnke aus Ostseebad Neukuhren, jetzt Gaststätten-Hotel „Waldhof“ in Kl.-Kummerfeld, Post Neumünster-Land. Während dieser 25 Jahre im Hause Böhnke hat die Jubilarin Freud und Leid und auch die Internierung in Dänemark mit der Familie geteilt; beim Wiederaufbau der Existenz stand sie ihr treu und tapfer zur Seite.
Lehrer Adolf Skatikat, bis zur Flucht 1944 an der Volksschule Angertal, Kreis Angerburg, tätig, konnte am 1. April 1955 sein vierzigjähriges Dienstjubiläum feiern. Er wirkt heute an der Volksschule in Westerrönfeld bei Rendsburg.
Liselotte Krenz aus Johannisburg, jetzt in Wittdün/Amrum, bestand in Glücksburg das Examen als Gymnastiklehrerin.
Hildegard Koytek, Tochter des Bauern August Koytek aus Ridbach, Kreis Rößel, jetzt in Volkmarst 19, Kreis Bremervörde, hat ihr Staatsexamen als Lehrerin an der Pädagogischen Hochschule in Osnabrück bestanden.
Hubertus Gorny, Sohn des Elektromeisters Gorny aus Allenstein, Wagnerstraße 19, jetzt Linde, Bezirk Köln, bestand das Examen zum Landwirtschaftsoberlehrer mit „gut“
Martin Küßner, Sohn des Lehrers Emil Küßner aus Bönkeim, Kreis Pr.-Eylau, jetzt in Selbeck bei Barntrup/Lippe, bestand an der Pädagogischen Akademie Bielefeld die erste Lehrerprüfung.
Alfons Hermann, Sohn des Reichsbahn-Rangiermeisters a. D. Franz Hermann aus Allenstein, Zimmerstraße 19, jetzt Stuttgart, Max-Kade-Heim 810, bestand am Pädagogischen Institut Stuttgart die erste Dienstprüfung für das Lehramt an Volksschulen.
Horst Bieber, Sohn des Bauern Franz Bieber aus Angertal, Kreis Angerburg, jetzt Herten, Reitkamp 51, bestand die Gewerbeoberlehrerprüfung. Er wurde an die Kreisberufsschule des kreises Hildesheim-Marienburg berufen.
Lehrer Rudolf Vogel aus Fischhausen, jetzt in Diepholz, wurde von der Regierung Hannover an die Mittelschule Diepholz als Lehrer berufen.
Rudi Konrad, Sohn des im Kriege vermissten Adolf Konrad aus Kalgen-Königsberg, hat die Prüfung an der Staatsmusikschule Braunschweig mit dem Hauptfach Rhytmische Erziehung bestanden. Bereits vor Abschluss seines Studiums wurde ihm die Stelle eines zweiten Kapellmeisters in Köln angeboten. Er wohnt bei seiner Mutter in Braunschweig, Leonhardstraße 4
Reinhard Ewert aus Lichtenfeld, Kreis Heiligenbeil, jetzt in Bielefeld, Bülowstraße 33, bestand vor der Handwerkskammer Bielefeld die Prüfung als Maschinenbaumeister.
Alfred Schepull, Sohn des früheren Postagenten August Schepull aus Nordenburg, jetzt Hamburg-Farmsen, Felschmiede 4a, hat die Postinspektorprüfung bestanden.
Bruno Naused, Sohn des Rentners Wilhelm Naused aus Wiesenheide, Kreis Heydekrug (Memelland), jetzt Osterholz-Scharmbeck, Bördestraße 22, hat bei der Oberpostdirektion Bremen die Prüfung als Postinspektor bestanden.
Waltraud Drews, Tochter des Sattlermeisters Josef Drews aus Ludwigsort, Kreis Heiligenbeil, jetzt Stade/Elbe, Kolberger Straße 12, bestand in Hamburg ihre Drogisten-Gehilfenprüfung.
Regina Sagurna, Tochter des Landwirts Franz Sagurna aus Johannistal, Kreis Sensburg, bestand an der Krangenpflegeschule des Pius-Hospitals Oldenburg ihr Staatsexamen als Krankenschwester. Ihre Schwester Eva Sagurna legte am Institut für chemische Technologie der Universität Münster ihr Staatsexamen als chemisch-technische Assistentin ab und der jüngste Sohn unseres Landsmanns, der jetzt in Vechta, Annabergstraße 7, wohnt, bestand vor der Industrie- und Handelskammer Oldenburg seine Prüfung im Versicherungswesen.
Regierungsinspektor Erwin Bohlmann, Sohn des früheren Arbeitsnebenstellenleiters Richard Bohlmann aus Neidenburg, wurde in das Bundesministerium für Arbeit in Bonn berufen. Er ist durch Frau Elfriede krampitz, Gelsenkirchen, Liegnitzer Straße 35, zu erreichen.
Seite 18 Das Abitur bestanden
Winfried Hans Ingo Brandstäter, Sohn des Lehrers Richard Brandstäter aus Großgarten, Kreis Angerburg, jetzt in Melchiorshausen über Bremen, an der Oberschule für jungen in Bremen, Hermann-Bösestraße, mit Auszeichnung.
Martin Goronzy, Sohn des Pfarrers Goronzy aus Goldap, jetzt Korbach/Hessen, Friedrichstraße.
Manfred Kwalo, Sohn des Sparkasseninspektors Arno Kwalo aus Gumbinnen, Meiser Straße 7, jetzt Ludwigshafen/Rhein, von-Drais-Straße 7, am Staatl. Naturwissenschaftlichen Gymnasium Ludwigshafen.
Georg Schwarzstein, Sohn der Kriegerwitwe Olga Schwarzstein aus Zinten, jetzt Glückstadt/Elbe, Gr. Deichstraße 28, an der Detlefsenschule Glückstadt.
Ute und Ekkehart Günther, Kinder des gefallenen Lehrers Günther aus Pr.-Eylau, Bahnhofstraße 8, jetzt mit ihrer Mutter, Lehrerin Ella Günther, in (24) Wentorf bei Reinbek, Wischhoff 10, an der Sachsenwaldoberschule in Reinbek, Ekkehart unter Befreiung vom Mündlichen.