Ostpreußenblatt August 1955, Folge 33, Teil 1

Folge 33 vom 13.08.1955

Seite 3 Schloßberg ist doch viel schöner
Kinder aus dem Kreise Pillkallen verleben Ferientage in der Lüneburger Heide. Harburg, ein vorbildlicher Patenkreis
Zwei Wochen voller Sonne und Ferienglück erlebten in zwei Abschnitten in einem Ferienlager in dem Dorf Underloh inmitten der Lüneburger Heide siebzig Kinder aus dem Kreise Schloßberg. Sechsunddreißig von ihnen kehrten am 31. Juli 1955 erholt und braungebrannt zu ihren Eltern zurück, vierunddreißig Kinder tummeln sich zurzeit in der Landschaft in dem Naturschutzgebiet am Wilseder Berg. Die Landsleute aus Schloßberg sollen wissen, dass der Patenkreis Harburg alles tun wird, damit die jungen Schloßberger ihre schöne Heimat nicht vergessen, hatte der Oberkreisdirektor von Harburg zu dem Kreisvertreter von Schloßberg gesagt. Das Ergebnis dieser Unterredung war das große Jugendlager in der Jugendherberge von Underloh, für das der Patenkreis Harburg die Mittel zur Verfügung stellte. Wir verbrachten einen Ferientag mit den Kindern.
Da, zwei Störche! Die fliegen bestimmt nach Ostpreußen! Die 36 Kinder aus Schloßberg, die unter einem Wacholderbusch mitten in der Lüneburger Heide in der Nähe des Heidedörfchens Underloh sitzen und das alte ostpreußische Lied von den fünf wilden Schwänen gesungen haben, sind aufgesprungen. Sie blicken zum Himmel empor, wo hoch über der Heide ein Storchenpaar in weitschwingenden Kreisen nach Osten zieht. Grüßt die Heimat von uns!, ruft der kleine, rothaarige Junge, der das Storchenpaar im Blau des Sommerhimmels entdeckte. Von mir auch, von mir auch!, fallen die anderen Kinder ein.
Sie wissen aus den Erzählungen der Eltern, dass Ostpreußen das Land der Störche war, dass auf dem Dach der Scheune oder des Stalles auf dem väterlichen Hof Wagenräder befestigt waren, auf denen im Frühjahr ein Storchenpaar sein Nest baute. Die meisten der Sechsunddreißig haben kaum noch eine Erinnerung an die Heimat, an Schloßberg oder die Dörfer an der Inster und der Scheschuppe.
Die Kinder, die am Rand der Heide sitzen und ostpreußische Lieder singen, kamen nach dem Heidedörfchen Underloh im Kreise Harburg, weil ihr Heimatkreis in der Undeloher Jugendherberge zwei Ferienlager veranstaltet, die unter der Schirmherrschaft des Patenkreises Harburg stehen.
Schickt alle eure Kinder nach Unterloh in die Ferienlager, sie sollen sich dort vierzehn Tage lang wie zu Hause in Schloßberg fühlen, hatte bei einem Heimatkreistreffen in Winsen der Oberkreisdirektor des Kreises Harburg den Landsleuten aus Schloßberg zugerufen. Siebzig Kinder aus Schloßberger Familien wurden gemeldet. In zwei Lagern, von denen das erste am 31. Juli 1955 beendet war und das zweite in diesen Tagen stattfindet, erleben diese Kinder, dass auch sie zu der großen Gemeinschaft gehören, die ihr Heimatkreis innerhalb unserer Landsmannschaft bildet. Sie kamen aus allen Teilen des Bundesgebietes, aus Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hessen, Schwaben, Bayern und aus dem Rheinland. Doch schon nach wenigen Tagen antworten sie auf die Frage: Wo kommst du her? Mit aus Schloßberg oder aus Schirwindt, aus Naßfelde, aus Haselberg, oder aus Schorellen.

Schloßberger Erinnerungen
Ich war vier Jahre alt, als wir aus Schloßberg fortmussten, erzählt der vierzehnjährige Gerhard. Der Vater des Jungen wurde Ende 1944 zum Volkssturm eingezogen und ist aus den Kämpfen um die Heimatstadt nicht zurückgekehrt. Damals war es Winter und sehr kalt. Viel Schnee lag in den Straßen. Einen Tag bevor die Mutter und wir fünf Kinder auf einem Leiterwagen aus der Stadt fuhren, war ich noch auf dem Mühlenberg zum Rodeln gewesen und hatte meinen Schlitten zerbrochen. Ich traute mich gar nicht nach Hause, weil ich Angst vor der Mutter hatte. Mit unserem Leiterwagen kamen wir dann bis Neidenburg. Dort musste meine Mutter ins Krankenhaus. Mein jüngster Bruder wurde geboren.
Aber auch an den letzten Sommer in der Heimat kann Gerhard sich noch erinnern. Wir hatten in Schloßberg auch eine Badeanstalt mit einem großen Wasserhahn, aus dem immer Wasser ins Becken strömte, und mit einer Sprungbrücke. Am Eingang saß eine dicke Frau, die älteren Kinder nannten sie, die Hexe, weil sie immer so viel schimpfte. Schloßberg war so schön, schöner als dort kann es nirgendwo sein. Das sagen auch meine Mutter und meine größeren Brüder.

Reiner aus Haselberg, der jetzt dreizehn Jahre alt wird, erinnert sich noch an das Haus der Eltern. Mein Vater hatte einen Bierverlag. Vor unserer Haustür standen zwei große Bierfässer auf Pfählen.

Das Haus der Großeltern entdecke die dreizehnjährige Ingrid aus Schloßberg auf einem der Bilder, die Landsmann Schmidt von Schloßberg in einem Vortrag zeigte.

Das ist ja unser Haus, rief auch Klaus-Dieter, dreizehn Jahre, ganz laut. Der junge wusste noch die Hausnummer, Am Markt 14. Er ließ sich den beiden Schloßberger Lehrkräften, die die Kinder in Underloh betreuen, sagen, dass man diesen Teil des Marktes den, Bullenwinkel, nannte.

Still und in sich gekehrt steht die zwölfjährige Brigitte neben den lebhaften Kindern, die alle von ihren Schloßberger Erinnerungen erzählen wollen. Mit ihren dicken, rotblonden Zöpfen und den wasserhellen Augen sieht sie genau so aus, wie man sich ein Marjellchen immer vorstellt. Ich weiß rein garnuscht mehr von Schloßberg, sagte sie traurig. Dafür aber spricht sie ein unverfälschtes Schloßberger Platt. Wenn sie vor ihren Kameradinnen und Kameraden steht und das plattdeutsche Gedicht vom, Suren Kumst“ aufsagt, wollen sich Kinder und Lehrkräfte vor Lachen ausschütten. Meine Oma und mein Opa sprechen immer Platt, und wir Kinder können es auch, antwortete sie auf unsere Frage.

Alle Gespräche beginnen in Ostpreußen
Brigitte und Gerhard, Hans und Klaus sind die Schauspieler in dem Theaterstück vom, Kälberbrüten, das mitten in der Heide mit Dialogen in Schloßberger Platt zur Freude der Kinder und der Gäste von Landsmannschaft und Patenkreis gespielt wird. Durch Brigitte haben alle Kinder des Lagers die heimatliche Mundart kennengelernt und sprechen sie auch zum größten Teil. So lernen sie im Spiel als Besonderheit kennen, was in der Heimat selbstverständlich war.

Jeden Morgen zieht die Kinderschar aus und macht weite Sparziergänge durch die Heide, vorüber an Wacholdersträuchern, Krüppelkiefern und Heidekraut, das den ersten rosavioletten Schimmer der Blüte zeigt. Dabei ist des Fragens kein Ende. Die beiden Betreuer sind ununterbrochen damit beschäftigt, ihren Schützlingen zu erklären, warum die Häuser im Schloßberger Kreis anders gebaut waren als die Gebäude der Heidebauern, warum der Boden im Osten Deutschlands von anderer Beschaffenheit ist, als das karge Land in der Lüneburger Heide, und weshalb es in Ostpreußen keine Heidschnucken gab, dafür aber schwarzweiße Kühe auf fetten, grünen Weiden.

Ostpreußen und der Kreis Schloßberg sind die Themen, um die sich die Gespräche der Kinder im Lager drehen. Alle sind sich dessen bewusst, dass sie von der Heimat her eigentlich Nachbarn sind, auch wenn der eine heute bei München und der andere in der Gegend von Husum und Schleswig-Holstein lebt.

Die Kinder hatten schon am ersten Tage enge Fühlung miteinander. Sie erzählten von Ostpreußen und fragten sich gegenseitig nach den Heimatorten im Kreise Schloßberg, berichtet Lehrer Turner. Wir haben nichts dazu tun müssen, dass eine ostpreußische Atmosphäre im Lager aufkam. Es waren die kinder, die uns in den ersten Tagen immer wieder darum baten, von Schloßberg und von Ostpreußen zu erzählen. So ist es dann ganz von selbst gekommen, dass wir nach dem Mittagessen immer zwei Stunden beisammensitzen und uns über die Heimat unterhalten.
Im Tagesraum der Jugendherberge hängt an der Wand, auf einen großen Bogen braunes Packpapier gezeichnet, eine Karte des Kreises Schloßberg mit allen Dörfern, Wäldern, Flüssen und Seen. Die Kinder fertigten sie schon am zweiten Tage an und trugen aus ihrer eigenen spärlichen Erinnerung an die Heimat, meist aber aus dem, was sie von ihren Eltern über den Heimatkreis gehört hatten, alle Einzelheiten zusammen. Diese Karte ist der Ausgangspunkt der Nachmittagsgespräche über die Heimat. Gespannt lauschen die Kinder den Erzählungen ihrer Betreuer.

Eine Fahrt in die Heimat
Immer wieder fragen die Jungen, deren Väter einst Bauernhöfe besaßen und die heute zum größten Teil als ungelernte Arbeiter in den Städten leben müssen, nach Einzelheiten aus dem bäuerlichen Leben, wie es sich auf den Höfen im Kreise Schloßberg abspielte. Jetzt erst können sie sich richtig vorstellen, wie es war, wenn der Vater im Morgengrauen mit den Instleuten auf die Felder zog, um die Heuernte einzubringen, das Getreide zu mähen und die Hocken aufzustellen, und schließlich die hochbeladenen, schwankenden Erntewagen einzufahren. Jetzt wissen sie endlich ganz genau, dass im Kreise Schloßberg auf vielen mittleren und größeren Bauernwirtschaften Pferde gezogen wurden, die über die Grenzen der heimatlichen Provinz hinaus bekannt waren.

Zwei Fotos. Mitten in der Heide zwischen Wacholderbüschen und Kusseln tummeln sich die Jungen und Mädchen aus dem Kreise Schloßberg. An dem lustigen Raufen beteiligt sich audh der Betreuer des Ferienlagers in Underloh. (Links im Bild.) Rechts: Dürftig steht der Roggen auf dem kargen Heideboden, Krüppelkiefern recken ihre dürren Äste. Für die Kinder, die am Wegrand sitzen, der Schloßberger Kreisvertreter in ihrer Mitte, und heimatliche Lieder singen, entsteht aus den Liedversen das Bild der Landschaft Ostpreußens.

Die Mädchen fragen, wie es denn an den lauen Sommerabenden in den Dörfern der Heimat zuging, wenn sich das junge Volk auf dem Dorfanger versammelte, wo die jungen Leute sangen, zum Klang der Ziehharmonika tanzten, und nach des Tages Arbeit lustige Spiele veranstalteten. Sie fragen und fragen, und für die beiden Betreuer ist es nicht immer leicht, die vielen Fragen der Zwölf- bis Vierzehnjährigen zu beantworten.
Aber nicht nur vom Kreise Schloßberg wird an den Nachmittagen gesprochen. Die Kinder wollen auch wissen, wie es in anderen Teilen Ostpreußens ausgesehen hat. Sie stellen sich vor, dass sie mit dem Zug durchs Land fahren und die Städte und Dörfer, die Wälder, Flüsse nd Seen der Heimat kennenlernen. In Königsberg machen sie einen Besuch im Schloß, staunen über die siebenhunderjährige Geschichte der Stadt, sehen Ritter in weißen Mänteln mit dem schwarzen Kreuz durch das große Tor in den Schlosshof einreiten, erleben den Prunk der Herzogszeit und das vielfältige Auf und Ab in der Geschichte Preußens. Sie hören von Kant, Hamann und Herder und machen einen Besuch bei der Dichterin der Heimat, Agnes Miegel, Allenstein, Braunsberg, Gumbinnen, Insterburg, Masuren, das Oberland, Natangen und die Marienburg, das Kurische und Frische Haff und die Badeorte an der Ostsee sind ihnen nicht länger unbekannt.

Dank an den Patenkreis
Ein Lager für Kinder aus unserem Heimatkreis hatten wir schon im vergangenen Jahr in Underloh. Dass wir aber in diesem Jahr sogar zwei Lager für insgesamt siebzig Kinder durchführen können, verdanken wir nur unserem Patenkreis Harburg, sagt Dr. Wallat, der Kreisvertreter von Schloßberg. Unser Patenkreis hat uns großzügig die Mittel für die beiden Jugendlager zur Verfügung gestellt. Wenn es nach dem Oberkreisdirektor von Harburg gegangen wäre, dann wären dazu doppelt so viel Kinder eingeladen worden.

Oberinspektor Warneck vom Kreis Harburg meint: Wir sehen unsere Aufgabe als Patenkreis für Schloßberg vor allem darin, der Schloßberger Jugend einen lebendigen Zusammenhalt mit der Heimat zu vermitteln. Das geschieht am besten in solchen Lagern, wo schon die Art des Zusammenlebens ein Zusammengehörigkeitsgefühl der Kinder sehr schnell aufkommen lässt. Als Patenkreis sind wir der Ansicht, dass es unsere Pflicht ist, alles zu tun, um den Kindern, für die wir ja auch die Patenschaft übernahmen, ins Beswusstsein zu rufen, dass sie Ostpreußen und Schloßberger sind. Als westdeutscher Kreis zeigen wir so am besten und am eindringlichsten, dass wir Ostpreußen stets als deutsches Land betrachten und dass für uns die Grenze Deutschlands im Osten immer noch dort liegt, wo Dörfer mit deutschen Namen und Städten mit rein deutscher Prägung davon künden, dass hier uralter Siedlungsboden unseres Volkes ist, genau wie der Kreis Harburg oder andere Kreise in der Bundesrepublik.
Wir möchten so gern nach Schloßberg zurück, sagen sie Kinder. Sie wissen, dass es in Deutschland sicherlich lieblichere und reizvollere Landschaften gibt, als das flache Bauernland ihres Heimatkreises. Aber für sie ist das Heimatland das schönste Fleckchen Erde, das es gibt.

Seite 7 Neidenburg
Unser Kreisältester, Sparkassendirektor i. R. Ernst Kopetsch, jetzt wohnhaft in Coesfeld, Osterwiker Straße 11, feierte am Sonntag, dem 7. August 1955, seinen 80. Geburtstag. Landsmann Kopetsch, der sich um den Kreis Neidenburg durch den Aufbau der Kreissparkasse sehr verdient gemacht hat, beging diesen Tag in Rüstigkeit und guter Gesundheit. Wir wünschen dem Jubilar, der sich ständig für seine geliebte Heimat einsetzt, einen geruhsamen Lebensabend und grüßen ihn im Namen aller Landsleute auf das herzlichste. Wagner, Kreisvertreter. Bürgermeister von Neidenburg z. Wv.

Seite 7 Verschiedenes
Wer kann mir bestätigen, dass mein Mann, Gustav Nispel, vom 01.05.1920 bis 31.03.1922 als Oberwachtmeister bei der Schutzpolizei in Gumbinnen war? Hundertschaftsf. war Hauptmann von Jecerowski. Kameraden waren Hauptwachtmeister Nitschmann, Oberwachtmeister Gerull, Wachtmeister Ossek und Kurt Samland. Wir wohnten Brauereistraße 21. Um Nachrichten bittet Frau Frieda Nispel, Braunschweig-Lehndorf, Fremersdorfer Straße 3

Seite 12 Ein Ostpreuße schreibt aus Südafrika
Man muss wohl schon die Sechzig überschritten haben, um sich des kleinen Herrn im grauen Zylinder zu entsinnen, der überall dabei war, wo das Pferd eine Rolle spielte, sei es bei den Füllenschauen, den Hengstvorführungen, den Trakehner-Auktionen oder den Pferderennen, des Herrn Raehs-Schaaren, Kreis Pillkallen. Er war ein anerkannter Kenner und Züchter des edlen Pferdes, besaß ein schönes Gut und hatte eine große Familie (fünf Sähne und zwei Töchter). Seine Nachkommen sind teils tot und die noch Lebenden in alle Winde zerstreut. Ein Enkel des alten Herrn schreibt uns nun aus Südafrika:
Als 14jähriger Junge mit meinen Eltern aus der Heimat vertrieben, erlernte ich zunächst in Oldenburg die Landwirtschaft. Als meine Eltern nach Württemberg übergesiedelt waren und sich mir keine Aussicht bot, in meinen Beruf vorwärts zu kommen, erlernte ich das Tischlerhandwerk, aber immer zog es mich zurück zu Pferd und Pflug. So entschloss ich mich im Mai 1952, nach Südafrika auszuwandern. Der Weg von Düsseldorf nach Johannisburg wurde in 24 Stunden mit dem Flugzeug zurückgelegt. Mein neuer Chef holte mich auf seine Farm bei Dullstroom ab, und ich arbeitet nun ein Jahr für die Reisekosten. Die Arbeit fiel mir nicht schwer, und auch die Sprache erlernte ich schnell. Mein Chef war ein richtiger Schafbauer. Von dem Ackerland wurden nur 25 ha mit Mais und Bohnen, der größte Teil mit Roggen und Hafer bestellt, die bei einer Länge von etwa 12 cm von den 1500 Schafen beweidet wurden. Sie dürfen täglich zwei Stunden dort fressen und werden dann auf die eigentliche Weide getrieben, die im Winter nicht viel hergibt. Wir haben höchstens Nachtfröste, aber keinen Regen im Winter. Schafställe sind daher auch überflüssig. Die Tiere werden, schon des wertvollen Düngers wegen, nachts in einem Kraal gehalten. Erst im Frühling (Oktober) ist Regen zu erwarten, der in Auffangteichen gesammelt wird und während des Sommers der Bewässerung dient.
Klimatisch unterscheidet man Hochveld, wo ich ein Jahr verblieb, und Mittelveld, das mildere Temperaturen besitzt und nicht mehr die dichten, feuchten und kalten Nebel im Sommer hat. Noch günstiger sind das Bosveld, wo schon Apfelsinen gedeihen, und das Laveld mit seiner ganzen Zitruskultur.
Seit 1. Juni 1954 bin ich auf einer 4000 ha großen Farm in der Nähe von Lydenburg (Transvaal), etwa 250 km von Johannisburg. Der Betrieb ist recht vielseitig. Die Landwirtschaft hat ein Deutscher seit 20 Jahren unter sich. In der Hauptsache wird Mais und Hafer für die 80 Friesen-Milchkühe angebaut. Die Milch geht mit der Eisenbahn nach dem 200 km entfernten Pretoria. Ein Teil der Farm ist den Schafen vorbehalten, und dann spielt der Wald eine große Rolle. Es handelt sich um richtige Aufforstung mit Kiefern und einer Art Eukalyptusbäumen. Die letzteren gehen als Grubenholz in die Asbestgruben. Die Kiefern werden im eigenen Sägewerk zu Bauhölzern, Obstkisten u. a. verarbeitet.

Als Arbeitskräfte haben wir Kaffern, Naturmenschen mit einem recht kindlichen Gemüt, und wenig Lust zur Arbeit. Ihre Unzuverlässigkeit erfordert ständige Aufsicht. Dafür sind sie aber wenig anspruchsvoll und zufrieden, wenn sie in jeder Woche ihr selbstgebrautes Bier haben, das sehr nahrhaft und wohlschmeckend sein soll.
Soweit kurt Raehs. Er ist der dritte Ostpreuße, von dem wir aus Südafrika hören. Die beiden anderen Landsleute stammen aus Mühlhausen und Steegen (Kreis Pr.-Holland). Wir wünschen ihnen in ihrem neuen Wirkungskreis alles Gute und viel Erfolg.

Seite 13 Pr.-Holland
Gesucht werden: Aus Mühlhausen.
Ruth Bez, geb. Schlinke, etwa 30 Jahre alt, Kohlenhandlung Damm, (die Eltern wohnten in Caymen)
Otto Pritzlaff, Postschaffner
Fräulein Charlotte Roseck, evtl. auch Bahr genannt

Aus Pr.-Holland:
Günther Zernuhl, geb. 19.09.1934
Friedrich Tietz, Markt
Anton Kranich, Neustadt 18
Anna und Ingeborg Zibrowius, Poststraße 18 (beim Postamt tätig)
Frau Engling bzw. Familienangehörige aus Herrndorf
Günther Gehre, Günthershof

Wer kann über Mühlenbesitzer Heinrich Colmsee, Königsblumenau, geb. 09.01.1888 in Königshagen, Kreis Elbing, Auskunft geben? Als Wehrmachtsangehöriger diente er von 1908 bis 1925 und zwar von 1908 bis 1911 als Freiwilliger beim Regiment der Königsjäger zu Pferde in Posen. Nach dreijähriger Dienstzeit kam er zur Unteroffizierreit- bzw. –vorschule Hannover. Anschließend kehrt Colmsee zu seinem Regiment nach Posen zurück und nahm am Ersten Weltkrieg ab 31.07.1914 in Frankreich teil. Nach der Rückkehr aus dem Felde diente er bis zum Juni 1925 beim Reiterregiment 10 in Züllischau, aus dem er nach etwa 17jähriger Dienstzeit als Leutnant entlassen wurde. Wer weiß etwas über seine Volkssturmzugehörigkeit seit 1944 beim Volkssturm in Königsblumenau.

Folgende Landsleute wollen ihre jetzige Anschrift mitteilen:
Lehrer Fritz Hahn, zuletzt wohnhaft in Lübeck, Hafenstraße 206
Erwin Quandt, Mühlhausen
Kohlschmidt, Juden
Frau Irma Kluth, Talpitten
Karl Neuber, Jonikam

Seite 13 Suchanzeigen
Kindersteckbrief mit Foto
Name: Kuhnke
Vorname: Margit
Geboren: 07.03.1944
In: Georgenwalde, Ostpreußen
Gesucht wird die Mutter. Elisabeth Kuhnke, geb. Rückwardt, geb. 19.01.1916 in Mehlsack, Ostpreußen. Letzter Wohnort: Osterode, Ostpreußen, Mackensenstraße 4. Nachricht erb. unter Nr. 55 986 Das Ostpreußenblatt

Kindersteckbrief mit Foto
Name: Stubbe
Vorname: Peter Günther Helmut
Geb.: 13.03.1942 in Königsberg, Ostpreußen, Universitäts-Frauenklinik
Augen: blaugrau
Haar: blond
Der Knabe kam aus dem Säuglingsheim Königsberg in eine Pflegestellt. Die Mutter heißt Dora Ida Stubbe, war von Beruf Näherin und soll im August 1944 in Königsberg bei einem Bombenangriff ums Leben gekommen sein. Nachrichten erb. unter Nummer 55 984 Das Ostpreußenblatt

Gesucht wird Familie Armenies, aus Erlenrode, Kreis Elchniederung, Ostpreußen. Nachr. erb. Auguste Noetzel, Elmshorn, Holstein, Ostlandring 18

Russlandheimkehrer. Alfred Blech, geb. 15.08.1920, wohnhaft Gut Lehmbach, Post Hoffnungsthal, Bezirk Köln, Feldpostnr. 26 728. Letzte Nachricht Oktober 1945 aus Gefangenenlager Graudenz. Zuletzt gesehen März 1946 im Lager Ima Nr. 3, hatte Lungenentzündung. Kosten erstatt. Nachr. erb. an Dieter Wegner, 6612 Romona Ave, Milwaukee 13, Wis. USA

Wer kann Auskunft geben über Erika Naujeck und Hilde Hantel, früher Heinrichswalde, Elchniederung. Nachr. erb. Frau Herta Plikat, Schwenningen-Nr., Württ., Urachweg 15

Wer weiß etwas über das Schicksal meines Sohnes Walter Sturm, Obergefr., Feldpostnr. 33 893, vermisst seit 01.01.1943 bei Stalingrad. Nachrf. Erb. Fritz Sturm, Borstorf bei Mölln, Lbg., früher Waldeneck bei Tilsit, Ostpreußen.

Russlandheimkehrer! Wer war 1944 beim Feldausbildungsregiment Mitte, 10. Kompanie, 3. Bat., bei den Kämpfen bei Witebsk mit meinem Sohn, Grenadier Günter Wenski, geb. 06.01.1926 in Königsberg Pr., zusammen? Feldpostnummer 07 228 A oder 14 920 E. Nachricht erb. Ernst Wenski, Dörverden b. Verden, Steinlager

Frau Ida Kerwien, geb. Zodtke, Gutsbesitzerin, zuletzt wohnhaft gewesen in Gr.-Sittkeim bei Pronitten, Kreis Labiau, geb. am 08.11.1900 in Rosenwalde, Ostpreußen. Nachr. erb. Frau Erna Schmitz, Aachen, Frankenstraße 6

Wer weiß etwas über den Verbleib meines Mannes Hans-Werner Windrath, geb. 24.02.1907, letzte Nachricht vom 29.03.1945 aus Königsberg Pr., Otto-Reincke-Straße? Nachr. erb. Frau Elfriede Windrath, Brunsbüttelkoog, Unt. dem Deiche

Seite 14 Tote unserer Heimat
Auch der Tod konnte sie nicht scheiden
Zwei Särge standen in Mitten der ersten Korngarben auf der Diele des kleinen Sennehofes in Hövelhof, Kreis Paderborn. Der Schnitter Tod war dem ostpreußischen Bauernehepaar bei der diesjährigen Ernte zuvor gekommen und hatte innerhalb vierundzwanzig Stunden nach kurzer Krankheit gemeinsam Heinrich Böhm (68 Jahre alt), aus Röschken, Kreis Osterode, Ostpreußen, und seine Ehefrau Hedwig, geb. Sabinski, in seine Scheuer geholt. Mit ostpreußischer Zähigkeit und mit viel Fleiß hatten die Verstorbenen nach der Vertreibung den herab gewirtschafteten, ertragsarmen, kleinen Hof, zur Verwunderung ihrer westfälischen Berufsgenossen, zu einem Musterhof gemacht. Der große Trauerzug legte davon Zeugnis ab, dass sich die Verstorbenen einer besonderen Beliebtheit in der neuen Heimat erfreuten. Auf dem Friedhof in Leopoldstal würdigte der Vorsitzende der Landsmannschaft Ostpreußen, Gustav Heybowitz, die Verdienste des Herrn Böhm in der Heimat als Provinzial-Landtagsabgeordneter und Vorstandsmitglied der Landwirtschaftskammer sowie seine beruflichen Fähigkeiten. Am Fuße des Teutoburger Waldes haben wir Euch begraben müssen, aber Euren Wunsch, am Fuße der Kernsdorfer Höhen zur ewigen Ruhe gebettet zu werden, werden wir respektieren, sofern wir wieder in die Heimat ziehen, war sein Nachruf an die Verstorbenen.

Universitätsprofessor und Prälat Dr. Bernhard Poschmann
In Münster starb am 16. Juni 1955, der Theologieprofessor Dr. Bernhard Poschmann, der aus dem Ermland stammte. Er war geboren am 1. September 1878 in Heinrikau, Kreis Braunsberg, besuchte das Gymnasium in Braunsberg, studierte hier Theologie und erhielt am 31. Januar 1904 im Dom zu Frauenburg die Priesterweihe. Nach kurzer Tätigkeit als Seelsorger und als Religionslehrer am Gymnasium in Rößel setzte er seine Studien in Breslau fort und widmete sich besonders der Dogmengeschichte. Nachdem er zum Dr. theol. promoviert war, habilitierte er sich an der Staatlichen Akademie in Braunsberg und erhielt 1910 den Lehrstuhl für Dogmatik. 1928 wurde er an die Universität Breslau berufen, wo er Anfang der dreißiger Jahre das Rektorat bekleidete. Seine zahlreichen wissenschaftlichen Werke zur Dogmengeschichte fanden nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland starke Beachtung. In Breslau lehrte er bis zur Vertreibung. 1946 folgte er einem Ruf an die Universität Münster und lebte dort seit1948 als Emritus. Die Verbindung mit der Heimat hat er nie verloren; in den Ferien besuchte er regelmäßig das Ermland, in Breslau und in Münster war jeder Ermländer in seinem Hause ein gern gesehener Gast. Viele Landsleute aus Ostpreußen und aus Schlesien gaben ihm am 21. Juni 1955 das letzte Geleit nach dem Zentralfriedhof; in dem langen Trauerzug sah man auch den Weihbischof von Münster, den Rektor der Universität, den Dekan, die Professoren und die Studierenden der theologischen Fakultät sowie die Altern Herren und die Aktiven der Verbindung Winfridia, der der Verstorbene seit seiner Studienzeit angehörte. Am Grabe würdigte der Rektor der Universität die wissenschaftliche Arbeit des Gelehrten, ein ermländischer Freund rief ihm den letzten Gruß der Heimat zu, und ein Vertreter der Winfridia warf ihm die grüne Mütze und das Band der Verbindung, die der Verstorbene getragen hatte, in die Gruft.

Seite 14 Bestätigungen
Gesucht werden ehemalige Beamte oder Angestellte der Stadt Treuburg, die nähere Angaben über das Dienstverhältnis des Reg.-Assistenten Gustav Boguschewski, geb. am 06.10.1896, machen können. Nach Angaben der Witwe ist der verstorbene Ehemann am 01.10.1934 bei der Stadt Treuburg eingetreten und dort nach dreijähriger Probezeit in das Beamtenverhältnis berufen worden. Er war bis 1941 in Treuburg als Vollziehungsbeamter tätig, wurde 1941 nach Graudenz beurlaubt, von wo er nach dreimonatiger gleicher Tätigkeit bei der Stadtverwaltung Graudenz Ende 1942 zum Hochbauamt und Landratsamt in Grajewo übergetreten ist.

Wer kann bestätigen, dass Fritz Link in der Zeit von 1942 bis zum 1. Mai 1944 als Angestellter beim Arbeitsamt in Scharfenwiese tätig gewesen ist?

Wer kann bestätigen, dass Heinrich Meyke, geb. am 24.07.1909, auf Gut Marx, Kiewenhorst, Kreis Tilsit-Ragnit, tätig gewesen ist und während dieser Zeit ordnungsgemäß Beiträge zur Invalidenversicherung abgeführt wurden?

Seite 14 Wir gratulieren

Zum 92. Geburtstag
Am 16. August 1955, Frau Minna Reinhold, aus Lyck, jetzt mit ihrer Tochter Herta in Stuttgart-Zuffenhausen, Züttlinger Straße 51

Am 19. August 1955, Rechnungsrat Otto Willuhn, aus Allenstein (Amtsgericht), später Königsberg-Metgethen. Seine Ehefrau Martha, geb. Drwenski, begeht am 31. August 1955, ihren 81. Geburtstag. Am 29. Juni 1953 konnte das Ehepaar das seltene Fest der Diamantenen Hochzeit feiern. (24b) Burg in Dithmarschen, Bahnhofstraße 36.

Zum 90. Geburtstag
Am 12. August 1955, Frau Wilhelmine Sonnenstuhl, aus Albenbänk, Kreis Heiligenbeil, jetzt bei ihrem jüngsten Sohn in Klein-Rönnau, Segeberg-Land.

Zum 86. Geburtstag
Am 17. August 1955, dem Landwirt Eduard Sellnat, aus Warnen, Post Breitenstein, Kreis Tilsit-Ragnit, jetzt in Dettum über Wolfenbüttel, bei Familie Otto Krieg-Sellnat

Zum 85. Geburtstag
Am 9. August 1955, dem Schuhmachermeister Catl Woop, aus Tilsit. Nach seiner Umsiedlung im November 1953 von Bordesholm nach Westfalen, wohnt er in Künsebeck Nr. 77, Kreis Halle/Westf.

Am 13. August 1955, dem Reitlehrer Gustav Voss, aus Königsberg, Heumarkt 6 – 7, jetzt in Oldenburg in Holstein, Wallstraße 13. Landsmann Voss hat ein Menschenleben im Reitsattel verbracht und ist vielen Königsbergern bekannt. Er machte seine vierjährige Lehrzeit in der Stensbeck-Reitschule in Königsberg durch. Bereits im Jahre 1897 übernahm er den Tattersall; im gleichn Jahre wurde er von der Albertus-Universität zum Reitlehrer ernannt. Täglich hat er zehn bis zwölf Pferde eingeritten, daneben aber noch eine Anzahl Offiziers- und Zirkuspferde geschult. Als sich im Jahre 1919 acht Reitervereine zu einer GmbH, zusammenschlossen, übernahm der Jubilar neben seinem Reiterberuf auch die Geschäftsführung der Gesellschaft. Noch im Jahre 1941 ritt er täglich bis zu fünf Pferde und erteilte etwa fünfzig Reitschülern und –schülerinnen Unterricht. Ein sorgloser Lebensabend ist Landsmann Voss nicht vergönnt; er lebt nur von einer geringen Elternrente für seinen 1918 gefallenen Sohn.

Am 19. August 1955, dem Bauern Richard Kischlat, aus Thiergarten, Kreis Angerburg, jetzt bei seinem Schwiegersohn Ernst Stattaus in (22a) Kamp Lintfort, Kamperbruchstraße 2. Seine Ehefrau Elise wurde am 27. Juli 1955, 79 Jahre alt.

Am 20. August 1955, Landsmann Engelbert Rüdiger, aus Osterode. Er war bis zur Erreichung der Altersgrenze als technischer Leiter, dann bis zur Vertreibung als Korrektor bei der, Osteroder Zeitung, tätig. Er ist über den Heimatkreisvertreter des Heimatkreises Osterode, der herzlich gratuliert, zu erreichen.

Zum 84. Geburtstag
Am 8. August 1955, Frau Martha Kurreick, geb. Paetzel, aus Tilsit, Teichorterberg 11, jetzt in Zeven, Bezirk Bremen, Bünteweg 2.

Am 13. August 1955, Frau Charlotte Kromphorn, aus Königsberg-Ponarth, Godrienerstraße 25, jetzt bei ihrem Sohn in Rheda/Westfalen, Pixeler Straße 50.

Zum 83. Geburtstag
Am 10. August 1955, Frau Berta Geisendörfer, aus Tilsit, Hohe Straße 88, jetzt (14b) Schömberg, Kreis Freudenstadt/Schwarzwald.

Am 12. August 1955, der Bäuerin Wilhelmine Cziesla, aus Altstadt, Kreis Osterode, jetzt bei ihrer jüngsten Tochter Ottilie Engfer, Erkenschwick/Westfalen, Kantstraße 10

Am 19. August 1955, der Witwe Therese Hein, geb. Neumann, aus Schlautienen, Kreis Pr.-Eylau, jetzt bei ihrem Sohn in (14b) Upsingen über Urach-Land. Nach ihrer Vertreibung lebte sie bis 1954 in der sowjetisch besetzten Zone.

Zum 81. Geburtstag
Am 8. August 1955, dem Altenteiler Friedrich Zimmerningkat, aus Runden, Kreis Angerapp, jetzt bei seinem Sohn Fritz in Peine, Hans-Böckler-Straße 12E.

Am 17. August 1955, Frau Lydia Radtke, aus Königsberg, Ziethenstraße 4, jetzt in (24b) Burg in Diethmarschen, Waldstraße 2

Zum 80. Geburtstag
Am 12. August 1955, Landsmann Wilhelm Kellermann, aus Königsberg, Wagnerstraße, jetzt mit seiner Ehefrau Paula in Möllmark, Post Sörup, Kreis Flensburg

Am 13. August 1955, dem Bahnassistenten i. R. Hermann Döpner, aus Heiligenbeil, Rosenberger Landstraße 8, jetzt in Wolfstein/Pfalz, Siedlung 2. Durch seine Tätigkeit als Kreisschießwart des Kyffhäuserbundes ist er vielen Heiligenbeilern bekannt.

Am 14. August 1955, der Witwe Rosa Jux, geb. Josepf, aus Konnegen, Kreis Heilsberg, jetzt in Lünzen 74, Kreis Soltau, Lüneburger Heide.

Am 15. August 1955, Frau Martha Liedtke, geb. Reinke, aus Tilsit, Heinrichswalder Straße 13, jetzt bei ihrem Sohn Paul in Berlin-Kladow, Nailaer Weg 6

Am 15. August 1955, der Lehrerwitwe Lydia Kalkstein, geb. Rettkowski, aus Brückendorf, Kreis Osterode, dann Elbing, jetzt bei ihrer Tochter Ly Haunschild in Bremen, Hauptmann-Böse-Weg 28

Am 17. August 1955, der Postdirektorwitwe Lina Girod, geb. Girod, aus Insterburg, Wichertstraße 38. Nach ihrer Umsiedlung aus Alt-Kehdingen, wohnt sie jetzt bei ihren Kindern in Moers/Rhein, Hornberger Straße 128

Am 17. August 1955, dem Lehrer Otto Uwiß, aus Sperlings, dann Neuhausen, Kreis Königsberg. Der Jubilar, der gegenwärtig bei Landsleuten in Bad Segeberg/Holstein, Weichseldamm 11 wohnt, hat in der Heimat als Großimker und langjähriger Vorsitzender des Imkervereins Schaaken großes Ansehen genossen. Er entstammt einer Familie, die seit Generationen den Lehrerberuf ausübt.

Zum 75. Geburtstag
Am 5. August 1955, Frau Ida Kümmel, geb. Adomeit, aus Königsberg, Vorder-Roßgarten 19, jetzt bei Pfarrer Erich Kiel, (13a) Rothenburg ob der Tauber, Klostergasse 15

Am 9. August 1955, Frau Johanna Heft, geb. Winkler, aus Schleuwen, Kreis Ebenrode, jetzt in Mettmann/Rheinland, Heckenweg 4

Am 11. August 1955, dem Bauern Julius Kujehl, aus Groß-Friedrichsdorf, Kreis Elchniederung, jetzt in Melle, Buerschestraße 14. die Kreisgruppe Melle gratuliert herzlichst.

Am 14. August 1955, Frau Martha Kinnigkeit, geb. Urbat, aus Gumbinnen, Goldaper Straße 85, jetzt in Niendorf am Walde, Kreis Harburg

Am 15. August 1955, Frau Maria Didzuneit, geb. Gaßner, aus Stallupönen, jetzt mit ihrem Ehemann in Buxtehude, Ellerbruch 18. Die Jubilarin war in den zwanziger Jahren Leiterin der Verkaufsstelle des Hausfrauenvereins, später bis zur Flucht, Inhaberin einer Leihbücherei.

Am 15. August 1955, Landsmann Wilhelm Fischer, aus Gutenfeld, Kreis Samland, jetzt in Büren/Westfalen, Neubrückenstraße 13

Am 16. August 1955, den Zwillingen Hedwig und Gertrud Bartsch, aus Insterburg, Brauereistraße 2, III., jetzt Kirch-Brombach/Odenwald, Altersheim.

Am 16. August 1955, Frau Amanda Scheffler, geb. Haak, aus Königsberg, Augustastraße 12, jetzt in Kiel, Esmarchstraße 67/73

Am 16. August 1955, dem Bezirksdirektor i. R., Max Froelich, aus Königsberg, Alexander-Schmidt-Straße 1, jetzt in Karlsruhe/Baden, Scheffelstraße 2

Am 18. August 1955, Frau Elise Oltersdorf, geb. Klein, aus Königsberg-Ratshof, Balgastraße 5, jetzt in Alzenau/Unterfranken, Hanauer Straße 73

Am 18. August 1955, Frau Emma Tomaschewski, geb. Roxner, aus Dittersdorf, Kreis Mohrungen, jetzt bei ihrem Sohn in Königslutter/Elm, Am spitzen Kamp.

Am 19. August 1955, Frau Anna Höll, geb. Bönigk, aus Braunsberg, Roßhäuschen, jetzt bei ihrem jüngsten Sohn in der sowjetisch besetzten Zone. Sie ist durch Gretel Horing, Schopfheim/Baden, Roggenbachstraße 24, zu erreichen.

Am 19. August Albert Welz, aus Ragnit, Tilsiter Straße 3, jetzt Berlin NW 84, Beußelstraße 51, II.

Am 20. August 1955, Frau Bertha Leo, geb. Rodloff, aus Königsberg, jetzt mit ihrem Ehemann in Kiel, Dietrichsdorf, Woermannstraße 3

Seite 14 Goldene Hochzeiten
Der Polizeimeister Karl Tollkühn und seine Ehefrau Johanna, geb. Haffke, aus Königsberg, Rippenstraße 16, jetzt in Bingen-Kempten, Grabenstraße 4, feiern am 20. August 1955, im Kreise ihrer Kinder und zwei Enkeltöchter das Fest der Goldenen Hochzeit.

Der Landwirt Otto Skerra, früher Bürgermeister von Neuhof, Kreis Neidenburg, und seine Ehefrau Ida, geb. Kopetsch, begehen am 24. August 1955, das Fest der Goldenen Hochzeit. Sie wohnen in Hölserheide, Post Sylbach/Lippe.