Meine Mutter, geb. Wutta, aus dem Kreis Schloßberg/Pillkallen, hat mir heute zwei Osterbräuche erzählt. Vielleicht sind sie dem ein oder anderen bekannt.
Morgens, am Ostersonntag hat meine Oma, meiner Mutter und ihrem Bruder, die Bettdecke von den Füßen gezogen, und die Füße mit einem Bund Kätzchenweiden gestreichelt. Dabei hat meine Oma gesagt, Oster schmackoster, 3 Eier, Stück Speck, eher go ick nich wech. Schokolade gab es keine, vielleicht weil Krieg war. Es wurden Ostereier bemalt und versteckt.
Dann wusste meine Mutter noch den Osterbrauch aus der Jugend meiner Oma, also ihrer Mutter.
Morgens am Ostersonntag gingen die jungen Mächchen mit einem Krug zu einem Bach, wo das Wasser nach Osten floß. Es war wichtig, das Wasser musste nach Osten fließen. Sie füllten den Krug mit Wasser und gingen nach Hause und wuschen sich mit dem Wasser. Es sollte der Schönheit dienen.
Die Jungs machten sich natürlich einen Spaß daraus, die Mädchen, wenn sie das Wasser nach Hause tragen wollten, zu erschrecken, so dass die Mädchen noch einmal Wasser holen mussten, weil sie vor lauter Schreck den Krug fallen gelassen hatten. Diesen Brauch gab es, als meine Mutter jung war, schon nicht mehr.
Jetzt weiß ich, warum es bei mir mit der Schönheit nicht klappt. Hier fließt das Wasser gen Norden.