Wie komme ich an die Gelegenheitsschriften dran bzw wie ist der Titel?
Hallo Monika,
der Titel einer Gelegenheitsschrift tut nichts zur Sache - den kannst Du vergessen.
Pa� auf... aus Deinem Bekanntenkreis heiratet jemand. Mit Deinen Freundinnen zusammen
schreibst Du einige Zeilen und packst ein paar sch�ne smilies mit bei. Das alles sendest
Du per eMail ab.
1608 w�re das ein bi�chen anders verlaufen:
Du h�ttest gar nichts gemacht, weil Frauen keine Gelegenheitschriften in dieser Zeit
verfa�t haben (mir zumindest nicht bekannt) - das h�tte also Dein Mann �bernommen.
Anstelle der smilies w�ren Gedichte in Latein, Griechisch oder Hebr�isch beigef�gt wurden.
Den Text h�tte man dann in geringer Auflage drucken lassen.
Und was soll das jetzt f�r den Familienforscher? Nun man erf�hrt das Heiratsdatum, den
Namen vom Br�utigam, der Braut, meistens auch des Vaters der Braut, den Stand usw. Aus den
Gedichten l��t sich mitunter der Verwandtschaftsgrad zum Dichter feststellen (Onkel,
Bruder usw). Analog verh�lt es sich mit Gratulationsschriften zur Promotion, Versetzung,
Abreise zur Universit�t usw. Am besten ist es mit Leichenpredigten, weil die oft, auch
nicht alle, einen Lebenslauf oder zumindst genauere Angaben zur verstorbenen Person
enthalten. Einen Volltreffer landet man, wenn die gesuchte Person im Roth enthalten ist.
Weil dieser unglaublich flei�ige Mann alle genealogischen Daten aus dem Text in seine
B�cher (10 B�nde) �bertragen hat. Gemeint ist: Roth, Fritz, Restlose Auswertungen von
Leichenpredigten und Personalschriften f�r genealogische und kulturhistorische Zwecke.
Du mu�t bei der ganzen Sache also nicht nach einem Titel, sondern nach Personennamen
suchen. Zum Beispiel in dem von mir genannten Bandkatalog der Stadtbibliothek Breslau. Bei
Datenbanken ist es schwieriger, weil die Namen oft nicht normiert sind. Ein Georg Mestner
hei�t dann eben Mestnerus. Sehr aufzupassen gilt es in der Datenbank, die u.a. die Drucke
der Universit�tsbibliothek Breslau enth�lt - Adresse, wie von mir angegeben. Dort kann man
eigentlich nur mit dem Register suchen.
Bei der anderen Sache meinte ich die Zeitschrift 'Jahrbuch f�r Schlesische
Kirchengeschichte'. Darin sind auch sehr viele Artikel enthalten, die f�r schlesische
Familienforscher von Interesse sind. Wer Gelegenheit hat, sollte in diese Zeitschrift mal
reinschauen.
Mit freundlichem Gru�
Klaus Liwowsky