Noch einmal Kirchenbücher

hallo,

Es ist einmal zu klären, wer eigentlich die Verfügung über die Kirchenbücher hat.
jede EINZELNE Kirchengemeinde oder die INSTITUTION KIRCHE?

Kann also eine Kirchengemeinde beschließen, die eigenen Kirchenbücher online zu stellen?

Um Antwort bittet

Klaus (Riecken)

Hallo Klaus,

es ist ja leider keine genealogische Frage, aber eine Frage sollte
beantwortet werden dürfen.

jede EINZELNE Kirchengemeinde oder die INSTITUTION KIRCHE?

Ich habe das schon mehrfach geschrieben.

Wir haben mehr Landeskirchen (22)in der Republik als Länder, also auch mehr
Landeskirchenverfassungen als Landesverfassungen.
Wen möchtest du da bitten, einen Durchblick zu haben und in Bezug auf welche
Region stellst du diese deine Frage?
Diese genealogische Liste deckt in genealogischen Fragen eine Region ab, in
der immer noch wenigstens 6 Ev. Landeskirchen existieren - genau kann ich es
als rheinländischer Migrant nicht sagen.

Ich fürchte, wir müssen abwarten, bis dieser "Wahnsinn" aufhört, d.h.
abwarten, dass es aufhört diesen "Wahnsinn" zu finanzieren.

Wir sind ein unglaublich reiches Land, wir können uns das bislang leisten.

1818 als Preußen pleite war und kurz vor Hungerrevolten stand, wurde die
Idee des Zollvereins geboren.
Ich gehe davon aus, dass wir solange warten müssen.
Auch die unglaublich teuren Theaterinszenierungen im Vatikanischen Dom in
Rom werden erst eingestellt werden, wenn die entspr. Institution pleite ist.

So lange müssen wir leider warten, dass sich etwas ändert.

Grüße

Krafft

hallo,

Es ist einmal zu kl�ren, wer eigentlich die Verf�gung �ber die Kirchenb�cher hat.
jede EINZELNE Kirchengemeinde oder die INSTITUTION KIRCHE?

Kann also eine Kirchengemeinde beschlie�en, die eigenen Kirchenb�cher online zu stellen?

Um Antwort bittet

Klaus (Riecken)

Danke für den langen Weg zu einer KURZEN Aussage.

Der Weg ist also aufgezeigt!

Gruss

Klaus (Riecken)

Sehr geehrter Herr Vahlbusch,
im KB-Amt Hannover wurde mir einmal als Grund daf�r, dass man den Mormonen nicht erlaubt, die KB zu mikroverfilmen, die Sorge genannt, "dass man bei den Mormonen die Menschen in die eigene Kirche aufnehmen wolle" genannt. In meinen Augen eine absurde Erkl�rung, aber k�nnte auch das zur Ablehnung der Digitalisierung f�hren (die Mormonen k�nnten sich ja auch der Digitalisate bedienen)?
Mit freundlichen Gr��en
Angela Fischer

Hallo zusammen,

Die Kirche argumentiert in diesem Fall noch nicht einmal absurd, sondern auf Basis unseres Grundgesetzes.

Die Totentaufe (siehe Totentaufe – Wikipedia) ist ein Eingriff in das Persönlichkeitsrecht des Verstorbenen (der sich faktisch nicht mehr wehren kann).

Viele Grüße,
Ralf

Hallo zusammen,

und es kostet Geld!

Ich war selber mal Kirchenvorsteher in einer ev.-luth. Kirchengemeinde und habe erfahren müssen, dass die der Gemeinde verfügbaren Mittel sehr begrenzt sind und deren Verwendung daher stark priorisiert werden muss. In dieser Gemeinde wurde kürzlich - sicher noch nicht der letzte Schritt - die Stelle des Küsters (weithin auch bekannt als "Mädchen für alles") gestrichen.

Da ist dann kein Spieltaum mehr für eine Verwaltung alter KB, geschweige denn Digitalisierung auf Gemeindeebene.

Abgesehen davon wäre eine qualitativ hochwertige Digitalisierung auf Archivebene, am besten noch landeskirchenübergeifend, wesentlich günstiger, weil alleine im Projektaufsatz, in der Organisation und der Bereitstellung der Digitalisate Skalierungseffekte griffen.

Viele Grüße,
Ralf

Hallo Ralf,

es gibt Familienforscher, die daruf aus sind, vorhandene B�cher/Sch�tze zu digitalisieren, man muss ihnen nur die M�glichkeit geben, sie w�rden vieles auf die Beine stellen, und das kostenlos.
In Tschechien hat man EU-Gelder bekommen. Sicherlich war man dort mit einer anderen, zielstrebigen, Haltung unterwegs.

Also kann es nicht am Geld der Kirchengemeinden liegen.

Es gibt viele Arbeitskreise, die Material digital erfassen!
Die Chance, Kircheb�cherzu erfassen/verkarten wird viele ansprechen und zur Arbeit treiben.
In Schleswig-Holstein haben im Bereich Eckernf�rde eifrige Interessierte Kirchenb�cher verkartet......

Gru�
Klaus (Riecken)

Moin Klaus(e), Ralf und alle anderen,
aus den Schilderungen von Klaus V. wird doch überdeutlich, wo das Problem
liegt. Uns Genealogen fehlt eine professionell agierende zentrale(re)
Vertretung unserer Interessen. Nur mit viel (bewundernswertem) Engagement,
aber fehlender Professionalität und ohne einen schlagkräftigen Apparat kommt
man nicht mehr (oder nur sehr selten) weit. Das gilt nicht nur für
Genealogen, sondern für alle Interessen in unserer Gesellschaft.
Viele Grüße
Wilhelm (Thiele)

Moin Klaus,

die Landeskirchen Hannover und Oldenburg verbieten kategorisch die Ablichtung von Kirchenbuchseiten. Als ich f�r ein Kirchspiel, welches zur LK Oldenburg geh�rt, die KB verkarten wollte, wurde mir gesagt, dass die Ablichtung nicht gestattet ist. Die Kirchengemeinde verbietet es Fremden, die KB einzusehen. Anfragen f�r Daten aus den KB werden von einem ausgew�hlten Kreis der Gemeindemitglieder bearbeitet. Es stehen zwar Microfiches bei der Landeskirche zur Verf�gung, die man mir f�r einen Zeitraum X �berlassen h�tte, aber mir daf�r ein Leseger�t zu kaufen und daf�r Platz in meinem Arbeitszimmer zu finden, ist mir unm�glich.

Aus dem Bereich der LK Hannover kenne ich auch eine Geschichte:

Im einem Kirchenb�ro wurden die KB abfotografiert, um aus den Daten ein Ortssippenbuch zu erstellen. Das fotografieren war zwar seitens der Landeskirche nicht erlaubt, aber die Mitarbeiter im Kirchenb�ro waren so nett, nicht hinzusehen. Durch einen bl�den Zufall wurde es bei der LK Hannover bekannt, dass Kirchenb�cher abgelichtet worden waren. Daraufhin erhielt die Person, die das Ortssippenbuch erstellen wollte, einen Brief, in dem sie aufgefordert wurde, alle Fotos zu vernichten und alle Dateien zu l�schen. Diesen Brief habe ich selbst gelesen.

Es mangelt durchaus nicht an Freiwilligen, die ihre Zeit opfern wollen, sondern an den Landeskirchen, die die Digitalisierung aktiv verhindern.

Ohne Digitalisate gibt es keine Kirchenb�cher online.

Harald (Tobias)