Werner Klemm, Hans Dieter Eggers - Nicolas Custers unfreiwillige Fahrt nach
Amerika
Ein Siersburger Priester und die französische Revolution
Anno 1796. In Frankreich wütet immer noch die Revolution. Die Grenzregion
westlich der Saar gehört zur französischen Republik. Priester dürfen nicht zwei
Herren dienen: die Republik verlangt den Eid auf die Verfassung, Papst Pius
VI. verbietet ihn. In dieser Situation übernimmt der junge Franziskanermönch
Nicolas Custer die Pfarrei Itzbach, ohne den Eid zu leisten. 1797 schlägt der
Staat zu. Custer wird zur Deportation nach Französisch-Guyana verurteilt.
Quer durch Frankreich wird er nach Rochefort verfrachtet. Die Verschiffung
steigert das Elend. Zusammengedrängt und schlecht versorgt erreichen die
Deportierten Cayenne. Bald gelingt Nicolas Custer die abenteuerliche Flucht über das
Meer. Doch die Freiheit währt nur kurz. Custer stirbt entkräftet im Jahre
1800 auf St.Lucia.
Die Erzählung beruht auf alten Berichten und neuen Erkenntnissen. Zahlreiche
zeitgenössische Bilder illustrieren die spannende Biographie.
Erschienen September 2007
190 Seiten, Paperback
ISBN 978-3-936950-48-9
Preis € 14,90
Ich habe mir das Buch kurz vor Weihnachten in St. Wendel gekauft und bin
grad bei der Lektüre. Die Autoren haben das gemacht, was ich vor
Veröffentlichung eines Auswanderertagebuchs in meinem letzten Heft "Heimat in der Fremde"
auch gern getan habe: Sie haben sich - auch körperlich - auf die Spuren des
Paters Custers begeben und sind seinen bekannten Lebensweg nachgereist. Sie
folgten dabei dem Tagebuch des Pater Wagner, einem engen Freund Custers. Der Text
wird aufgelockert durch zahlreiche zeitgenössische Darstellungen der
beschriebenen Orte. Die Fußnoten sind als Endnoten formatiert, d.h. sie stehen erst
ganz zu Ende des Buches und stören damit den Lesefluß nicht zu sehr.
Roland Geiger, St. Wendel